Turbocharged – Militant

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Adobe Photoshop PDFDu willst noch mal ordentlich Deine Bude zerkloppen? Viele der Bands aus der New Wave Of Swedish Death Metal sind Dir mittlerweile zu ausgelutscht und zahm? Du willst noch mal rohe, ungezügelte Aggression? Dann ist das neue TURBOCHARGED Album definitiv der Stinkefinger an den tausendsten Entombed-Klon dort draußen und somit genau das richtige Futter für Dich!

Freilich hört man bei „Militant“ immer noch die schwedischen Wurzeln heraus. Buzz-Saw Sound Galore! Und mancher mag bei den Death’n Roll-Momenten immer noch an Entombed denken. Doch der Vergleich wäre zu vorschnell geschossen! Denn TURBOCHARGED bieten wesentlich mehr! Alleinig Ronnie Ripper bringt aus seiner Zeit bei Vomitory den dreckigen Vorschlaghammer mit, der „Militant“ so schön derbe macht. Auch klingt ihr Swedeath näher an Bands wie Tormented oder Bastard Priest denn den mittlerweile tausendfach zitierten Schöpfern des „Left Hand Path„s.
Dazu kommt einiges an rotzig-schnellem Kangpunk der Marke Driller Killer und in dieser Kombination darf sicher auch Viu Drakh nicht unerwähnt bleiben. Vielleicht sogar die Frühphase von Wolfbrigade, respektive Wolfpack.

Ergebnis dieser Schnittmenge sind 39 Minuten voller furioser Ausbrüche, morbider Momente und treibender Aggression. Ein paar Längen haben sich zugegebenermaßen eingeschlichen. Gerade der Opener „Dark Era“ zeugt genau wie „Dead Flesh Monument“ von ein paar unnötigen Wiederholungen. Etwas gestrafft hätten die Tracks deutlich mehr Zunder ins Feuer geworfen. So ist die Wahl der „Single-Auskopplung“ für das Youtube-Video sicherlich nicht die beste Wahl oder repräsentativste Nummer. Auch „Massive Worldwide Armageddon“ ist eher der Lückenfüller des Albums. Doch verschmerzt man diese kleinen Schwächen in Angesicht der vielen Hits sehr schnell.

Denn ansonsten ist „Militant“ voller arschgeiler Granaten. Viele Refrains animieren zum Mitgröhlen; ein paar Gangshouts zwingen gerade dazu! Manch wütende Rasereien mit richtig fixen Blastbeats stehen schon fast im derben Kontrast, verleihen aber in der wohl durchdachten Dosierung die notwendige Abwechslung, sodass das Album immer abwechslungsreich und spannend bleibt. Ich bin eh der Meinung, dass geschickt platziertes Geballer wirkungsvoller ist als wenn ein Album einfach nur durchrattert wie ein alleingelassener Presslufthammer und keinen Spielraum für Steigerungen lässt.

Spielraum haben und nutzen TURBOCHARGED aber zu genüge. Hier mal ein thrashiges Riff, dort dicker D-Beat, donnernde Doublebass mit schönstem Schweden-Riff und ein Haufen Soli. Diese werden übrigens ohne Rhythmus-Gitarre gespielt, nur mit herrlich knarzig verzerrtem Bass und Schlagzeug als Begleitung. So, wie die Band eben auch live spielen würde. Gefällt mir sehr gut und zeigt die ehrliche Herangehensweise der Band.

Popecleaver„, „Where The Sodomites Never Burned“ oder „Blood Red Rain“ haben bereits großes Hit-Potential. Der richtige Überknaller ist aber „Left Hand Psychopath„! Nicht nur wegen dem geilen Namen, sondern auch wegen der fiesen Mischung aus morbidem Downtempo, Uptempo D-Beat, Death’n Roll und dem rockigen Charme der Marke Crucifyre trifft Bastard Priest mit derben Blastbeats. Wohow, was eine Bombe!

Reinen Punk-Fans ist „Militant“ sicherlich zu düster und Death Metal geschwängert. Fans von klischeetropfenden Proto-Swedeath dürfte die ungezügelte Ruppigkeit mit Rock’n Roll-Charme vielleicht nicht so gut gefallen. Doch Crust-Fans wie Freunde von richtig rotzigem und rohem Death Metal werden das Teil mächtig abfeiern! Straight genug, um Schädel zu spalten, abwechslungsreich genug, um über die knapp vierzig Minuten durchweg kurzweilig zu unterhalten. Rock’n Roll!

Infos:
Go Fuck Yourself Productions – 09.07.2015
CD – 12 Lieder / 39:14 Min.

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