Insane Mind – Stripclub Cannibal


Insane Mind - Stripclub CannibalHandkanten-Schwinger und Circlepit-Mosher aufgepasst! INSANE MIND rufen mit ihrem Debüt-Album zum frivolen Tanzbeinschwingen. Im simplen Digipak kommt die professionell gepresste CD. Das Artwork erinnert an 50er Jahre Alkoholwerbung, nur eben etwas zombifiziert. Zusammen mit dem Titel „Stripclub Cannibal“ wird schnell klar: Die Ahlener nehmen den es nicht ganz so ernst. So muten auch einige Songtitel eher infantil an, alsdass sie der morbiden Seite des Genres zuzuordnen wären: „We Just Need To Check Your Asshole„, „Long Dong Van Der Fuck„, „Wacky Delli„, et cetera, et cetera. Ein Glück, dass man die lyrischen Ergüsse zu „Eating Shit From A Pregnant Whore“ nicht nachvollziehen kann, mangelt es doch an Texten im nicht vorhandenen Booklet.

Doch genau dieser Art von Humor und Paraphilie muss man scheinbar im Brutal Death Metal oder Slam fröhnen. Das schlägt auch die Brücke zur dargebotenen Musik. An vielen Stellen stehen Cannibal Corpse Pate. Einige Riffs klingen besonders nach der Phase zwischen „Tomb Of The Mutilated“ und „Vermin„. Dazu das typische Getacker am Schlagzeug, etwas gezogener Groove und eine gutturale Stimme, die an den frühen Chris Barnes genau so erinnert, wie an einige Grunzfrösche aus der Post-Devourment-Zeit.

Dies ist wiederum ein wichtiges Stichwort! Denn zu den Einflüssen von Cannibal Corpse, gibt es auch eine überdeutliche Portion Slam bei INSANE MIND. In „Chickburger“ noch prototypisch bei Devourment geklaut, finden sich über das Album verteilt allerlei Variationen des abgedämpften Riffings mit den sterotypen Drumpattern; mal schnelle Blastbeats, mal einfach nur rhythmusorientiertes Stampfen.

Diese Mischung aus alter Schule und modernem Baseballcap-Death Metal steckt durchaus gewisses Potential. „We Just Need To Check Your Asshole“ ist genau so catchy wie „Wacky Delli„. Zwei Songs, die auf „Stripclub Cannibal“ unterhaltsam sind. Doch im Gros ist das Album noch sehr unausgereift. Bereits „Chickburger“ wirkt mit all seinen Parts etwas zerstückelt und hat keinen richtigen Flow. Auch der Titeltrack ist etwas obskur und hektisch. „Eating Shit From A Pregnant Whore“ hat sogar richtig schlechte Riffs. Oder die fast schön fröhlichen Melodielinien aus „Grinding The Reactor“ passen auch nicht so recht in das restliche Bild.

Wenn pupertäre Sexualphantasien auf Trinklust treffen, dann kann ein Debauchery-artiger Song auch nicht weit sein. Und so kommt auch schon „Cheers With The Beers“ passend aus den Boxen.

Nein, trotz der zwei ganz netten Songs, ist „Stripclub Cannibal“ weit ab von meiner Vorstellung von Death Metal oder gar einem guten Debütalbum. Dafür sind einige Strukturen noch etwas zu holprig und die eigene Identität etwas zu profillos. Dabei hat die Mischung durchaus Potential. Ebenso bei INSANE MIND, wie auch bereit zu den Anfangstagen von Severed Torture, die aber wesentlich spannender waren und eine interessante Entwicklung auf den jüngeren Alben vollzogen haben.

Dazu finde ich den Schlagzeugsound an einigen Ecken richtig fies. In den Midtempo-Passagen geht der ja noch klar. Aber beim Titeltrack nervt das Geballer nur noch, weil es einfach zu künstlich klingt.

Dennoch bin ich mir sicher, dass INSANE MIND vor dem richtigen Publikum gut ankommen. Am besten in einem Billing mit anderen Bands aus Brutal, Slam und Goregrind. Denn genug Passagen zum Tanzen hat „Stripclub Cannibal“ durchaus parat. Wer daheim schon mal seinen Karateschlag für das Circlepit üben will, bekommt alles für nen lockeren 5er. Sowohl den Download auf Bandcamp, wie auch die CD im Digipak.

Infos:
Eigenproduktion – 06.06.2015
Digipak-CD – 9 Lieder / 31:51 Min.

http://insanemind.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/pages/Insane-Mind/142045932493395