Ossuaire – Le Troubadour Necrophageophile


Ossuaire - Le Troubadoud NecrophageophileAusnahmsweise beglückt uns Nihilistic Holocaust mal nicht mit dem Demo einer jungen, aufstrebenden Band, die demnächst einen Deal bei einem größeren Label bekommt und dann von allen Magazinen abgefeiert wird (Solothus, Trenchrot oder Entrails). Diesmal hat der gute Gabriel etwas in Geschichte des französischen Untergrunds gewühlt, und bringt das erste Demo von OSSUAIRE erneut raus.

Ursprünglich von der Band im Jahre 2005 in streng limitierter Form auf CD(r) veröffentlicht, kommt das Re-Release standesgemäß als Kassette. Das Booklet unterstreicht wunderschön den düsteren und bösartigen Charakter der Musik. Zwar ist das J-Card nur einseitig bedruckt, aber auf dem beigen Karton wirken die obskuren Illustrationen genau so altertümlich, wie die Texte der Band, die wohl von mittelalterlichem Horror handeln. Bestätigen kann ich das allerdings nicht, denn zum einen fehlen die Lyrics im Booklet und zum anderen scheinen die Texte auf französisch zu sein.

Dem Umstand der Wiederveröffentlichung zum Trotz, kann man für OSSUAIRE aber nur hoffen, dass sie nun genau die gleiche Beachtung finden, wie sie bereits neuere Bands auf dem kleinen Tape-Label genossen haben. Denn „Le Troubadour Necrophageophile“ ist echt ein kleines Schätzchen. Veröffentlicht 2005, also lange vor dem Start der New Wave Of Ye Old Death Metal, klingt das Teil voller Energie, böser Atmosphäre und erfrischend in der alten Schule verwurzelt.

Die Einflüsse für OSSUAIRE sind dabei mannigfaltig. Manch hektisches, absurdes Riff klingt leicht nach dem, was später bei Beyond so ordentlich abgefeiert werden sollte. An anderer Stelle ist der Groove genau so Nahe an Cannibal Corpse, wie es das Tapping-Riff in „Trolla Infecta Phallus“ ist. Doch schon im nächsten Moment wechselt der Song mehr in dieses leichte Chaos, das Deicide zu „Legion“ und dem selbstbetitelten Album gefahren haben. Der teilweise Benton-mäßig gedoppelte Gesang unterstützt diese Wahrnehmung zusätzlich.
An der nächsten Stelle klingen einige düstere Riffs wiederum stark nach den schnellen Momenten Incantations und frühen Immolation, was auch einige Drum-Pattern unterstreichen. Wenn zwischen stampfenden Beats und furiosen Geballer dann der Doublebass-Panzer rollt, erinnern die Songs an die Kriegsmaschinerie von Bolt Thrower. Nur eben so düster und bedrohlich wie eine texanische Death Metal Band.

So wahnwitzig, wie all diese Reminiszenzen klingen, so energetisch und überzeugend kombinieren OSSUAIRE diese Zutaten. Alleine die Tempo-Wechsel aus dem Titelsong, zwischen tollwütiger Raserei und packendem Groove, sind der Hammer. „Necrofistum Prima Nocte “ pendelt gleichermaßen zwischen chaotischem Wahnsinn und massiver Dampfwalze . Zwei exemplarische Lieder, die man auch auf Bandcamp anhören kann, und die durchaus alleine den Kauf der Kassette rechtfertigen. Doch der große Hit auf der Demo ist „“Le Fleau“ ist ein tonnenschwerer und abgrundtief bösartiger Track.

Ich bin Gabriel auf jeden Fall dankbar, dass er diese kleine Perle wieder ausgegraben, und einer neuen Generation verfügbar gemacht hat. Es sind zwar gerade mal fünf Lieder in knapp 18 Minuten. Aber die machen verdammt viel sinistren Spaß! Und für den überaus fairen Preis von 2,50€ für die Kassette, kann sich auch niemand beschweren. Also schnell zugeschlagen, bevor das Teil ausverkauft ist!

Infos:
Nihilistic Holocaust – 2015
Tape – 5 Songs / 17:51 Min.

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https://nihilisticholocaustrecs.bandcamp.com/album/le-troubadour-necrophageophile-demo-tape