Graveyard Ghoul – Cryptic Brood – The Graveyard Brood


Graveyard Ghoul - Cryptic Brood - SplitDa haben sich ja die beiden Richtigen gefunden! Nicht nur sind GRAVEYARD GHOUL und CRYPTIC BROOD dicke Buddies, die auch schon so manchen Gig gemeinsam abgerissen haben, auch musikalisch passt es bei den beiden wie Faust aufs Auge. Natürlich haben beide Bands unterschiedliche Ausprägungen. Aber in der Schnittmenge Doomed Death Metal sind beide sicherlich hervorragende Repräsentanten des deutschen Undergrounds.

Veröffentlicht auf Final Gate Records, wo GRAVEYARD GHOUL bereits ihre beiden Alben rausbrachten, erschien „The Graveyard Brood“ zunächst an Sam Hain, respektive Halloween des letzten Jahres. Mittlerweile ist auch die 12″-Vinyl draußen, die man beim Label auch im Bundle mit der CD-Version kaufen kann. Das Artwork stammt von niemand geringerem als Mark Riddick und ist entsprechend auch erste Sahne. Für das passende drumherum für dieses ranzige Release alter Schule ist also bestens gesorgt. Und wer die beiden Bands bereits von ihren bisherigen Releases kennt, ahnt bereits, dass er auch musikalisch nicht enttäuscht werden wird.

Von jeder Band gibt es drei neue Songs. Den Auftakt machen GRAVEYARD GHOUL mit ihren gut 13 Minuten auf der A-Seite der schwarzen Schallplatte – farbiges Vinyl ist nicht Death Metal, UGH!! Nach einem doomigen Auftakt ruft „Distasteful Hunger“ zum dreckigen Boogie Woogie.
Castle Freak“ ist schon etwas thrashiger und poltert forsch aus den Boxen. Dennoch ist die Strophe irgendwie groovy und die donnernde Doublebass zum Ende des Songs haut mächtig rein. Bester Song der Seite, auch wenn das morbide Riff aus dem abschließenden „Unconcious Void“ in wenig nachsteht. Insgesamt sind alle Songs verdammt gut und laden zum Mittanzen ein. Alles richtig gemacht, die Vorfreude auf Album Nummer drei wächst und gedeiht!

Obwohl GRAVEYARD GHOUL mit ihrem Sound zwischen Autopsy und Repuked nichts für Schöngeister sind, sind die Split-Partner CRYPTIC BROOD noch eine ganze Schippe räudiger. Nicht zuletzt wegen des noch ungeschliffenerem Sound, sondern auch wegen der tieferen Verwurzelung im fiesesten Doom/Death Metal. Da sind Vergleiche zu Autopsy fast noch Beschönigungen – allerdings im positiven Sinne. Denn „Rancid Sorcery“ beginnt herrlich zäh und böse; fast schon bedrohlich kriecht der Track vorwärts und rollt dann als dreckigster Death Metal voran. Und auch wenn „Basement Funeral“ schon mal mit etwas mehr Doublebass Gewitter vorwärts prischt, ist es wohl der doomigste Song auf der gesamten EP.
Etwas wüstes Geschepper ziert dann aber wieder die letzte Nummer „Infected With Dead„, die mit etwas Groove und sogar Soli garniert wird und somit den Abwechslungsreichsten CRYPTIC BROOD-Song der Split markiert.

Wer seinen Death Metal beim EMP, Nuclear Blast oder Metalblade bestellt, ist hier definitiv falsch. Wer hingegen dreckigen und fiesen Death Metal irgendwo zwischen Autopsy-Groove, Undergang-Ranzigkeit und Repuked-Punk der schleppenden Sorte mag, sich vielleicht noch mehr dunklen Schmutz der Marke Grave Ritual wünscht, gerne auch in rohstem Low-Fi, der wird diese Split lieben. Kaufempfehlung, für beide Seiten!

Infos:
Final Gate Records – 31.10.2014 (CD, LP kam Anfang 2015)
CD / 12″ Split-LP – 6 Lieder / 26:13 Min.

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