Captainpopaptain – Captainpopaptain


Captainpopaptain - CaptainpopaptainIrgendwo zwischen Drone, Doom, Noise-Rock, Klangkollagen und Klamauk stecken CAPTAINPOPAPTAIN fest. Sperrig, eigenwillig und auf jeden Fall eigenständig. Doch so richtig gut, ist diese heterogene Mixtur irgendwie nicht.

Das kindlich simple Artwork zwischen JBO-Ästhetik und Manga-Touch soll sicherlich einen ironischen Gegenpol zur krachigen Musik darstellen. Alleine gesehen, schreckt das erst mal ab. Im Kontext des minimalistischen Digipaks, wo zwischen den absurden Songtiteln die Infos zur Band untergebracht sind, gefällt der reduzierte Stil schon etwas besser.

Die „Persiflage“ auf „Marmor, Stein und Eisen bricht„, an dieser Stelle intoniert mit „Weine nicht, wenn der Captain kommt“, die im eröffnenden „proÖmium“ erst mal albern den Hörer begrüßt, wirkt nicht minder abschreckend wie das Artwork. Entsprechend ist man auch vom monotonen „AdBanEdNo“ erstmal leicht angenervt. Erst die überraschenden Ausbrüche in Black Metal-artige Blastbeats mit sägenden Gitarren und fiesen Schreien ziehen wieder das Interesse des Hörers auf sich. Dieses Wechselspiel ist durchaus interessant. Reicht aber nicht aus, damit CAPTAINPOPAPTAIN wirklich überzeugen können. Zu sehr erinnert der Song an Soundkollage und Arthouse, denn an die gewohnten Songstrukturen, die man vielleicht aus Drone, Metal oder (Post-)Hardcore erwartet. Die Soundsphären aus dem Zwischenspiel „Y/01001“ unterstreichen diese Vermutung weiter.

onTomyNo“ reißt den mit seinem krachigen Geschepper wieder etwas mehr in die Richtung Noise-Rock, verliert sich aber wieder in zu viel künstlerischer Freiheit, lässt den hinterstehenden Sinn nicht erkennen. Gleiches gilt für das abschließende „alleine:ichsauf„, das gewissen Groove hat.

Die Stärken von CAPTAINPOPAPTAIN liegen eindeutig in den fast zehn Minuten langen Liedern „IDillusion“ und „Star:wOndering„, die beide sehr intensiven und zähen Doom zelebrieren. Mal garstiger, mal etwas melancholischer, aber immer mürbend und böse. Gerade „Star:wOndering“ ist ein richtig fieses Monster, mit derben Schreien und fiesen Drones.

Leider versucht „aOlianTabuSloe“ diese Herangehensweise wieder mit einem gewissen Grad Albernheit und Klangkollagen zu kombinieren und geht damit vollkommen in die Hose.

Als Experiment zwischen absurdem Humor, Kunstgedanke und extremer Musik zwischen Doom, Drone und Noise, ist dieses selbstbetitelte Album in seinen fast 44 Minuten vielleicht interessant für krachverliebte Kunstliebhaber. Doch wer eher künstlerischen Krach will, findet wohl eher bei (frühen) Ephel Duath, im Original und deren Remixen, oder der jüngsten Emptiness seine Freude. Wer es eher dreckig und doomig will, sollte die Labelkollegen Pyramido antesten.
Kurzum: CAPTAINPOPAPTAIN machen eher Musik für ein ganz kleines Nieschenpublikum. Schön, dass Ecocentric ihnen dennoch ein Podium bietet. Schade nur, dass der gemeine Leser von NecroSlaughter.de wohl absolut gar nichts mit ihnen anfangen kann. Genau wie ich.

Infos:
Ecocentric Records – 2014
CD – 8 Lieder / 43:42 Min.

https://thecaptaincomes.wordpress.com/

http://www.ecocentricrecords.com/
https://www.facebook.com/Ecocentric.Records
https://ecocentricrecords.bandcamp.com/