Tau Cross – Tau Cross


Tau Cross - Tau CrossGanz besonders war ich gespannt auf diese Scheibe: das selbstbetitelte Debütalbum von TAU CROSS, dem neuen Baby von Rob „The Baron“ Miller, Bassist und Sänger der unglaublichen Amebix! Gemeinsam mit Away, Drummer der ebenso gottgleichen Voivod, und zwei Herren von den Krusten War/Plaque und Misery ist TAU CROSS als tatsächliche Band konzipiert, was nach den ersten Durchgängen überaus wünschenswert erscheint, macht es doch Hoffnung auf bereits angedeutete Auftritte und vor allem Touren, was bei so zusammengewürfelten mehr oder weniger All Star Line Ups ja eher die Ausnahme jenseits von exklusiven Festivalshows ist.

Wie dem auch sei, TAU CROSS gelingt mit diesem Album ein überaus starkes Debüt, das klar mehr von Amebix als von Voivod hat, also keineswegs eine vielleicht angedachte 50/50 Mischung ist und dennoch sollten experimenterprobte Voivod-Fans gut drauf klar kommen. Vielmehr geht „Tau Cross“ als roheres, ungeschliffeneres Brückenstück von „Monolith“ zu Amebix‚ Schwanengesang „Sonic Mass“ durch: weniger hymnisch und metallisch als letzteres, trockener, reduzierter, kein bisschen weniger düster und genauso fesselnd. Die leichten Neurosis– sowie ausgeprägten Killing-Joke-Anleihen sind selbstverständlich, ebenso wie die düsteren, folkigen Bluesansätze, die dem ehemals (?) geplanten Singer-/Songwriter-Soloprojekt von Millers Bruder Stig (auch Amebix) nicht unähnlich, beispielsweise den Soloprojekten von Scott Kelly oder Steve Von Till oder auch rudimentären Wovenhand stilistisch nahstehend sind („We Control The Fear„).

Überhaupt ist Millers Handschrift in jedem Song überdeutlich zu erkennen, ob nun flott und fast schon crustig gethrasht wird („Stonecracker„), was allerdings auch Voivod dann gut zu Gesicht stehen würde, oder düster-apokalyptisch, schleppend und doch irgendwie hymnisch der kommende Untergang beklagt wird („Hangman’s Hyll“ oder „Sons Of The Soil„). Dazu sind Millers charakteristisch kräftige, rohe, aber eindringliche, irgendwo schwer emotionale Vocals über alles erhaben, fesseln und schmettern so manche Textzeile mit Langzeitwirkung in die Gehörgänge.

Leider hat sich gegen Ende hin mit „You People“ dann doch ein mit nerviger Led Zeppelin Referenz versehener Lückenfüller eingeschlichen, der den überaus positiven Gesamteindruck allerdings kaum zu trüben weiß.

Ich würde sogar behaupten, Miller und Away ist mit „Tau Cross“ eine doch unerwarte Überraschung gelungen, die gekonnt den ursprünglichen Amebix’sche Sound zwischen ihrem ureigenem Crust und Doom niemals verleugnet und doch offen für andere Stile ist, sei es nun ruppiger Thrash, knarziger, folkiger Blues oder hymnischer Killing Joke Proto-Industrial/Post Punk. Stark!

Infos:
Relapse Records – 19 Mai 2015
CD – 12 Lieder / 54:41 Min.

https://taucross.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/TauCrossOfficial

https://relapserecords.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/RelapseRecords
http://www.relapse.com/