Bitterness Exhumed – Doomridden

 , , ,

Bitterness Exhumed - DoomriddenBITTERNESS EXHUMED sind mittlerweile recht bekannt im Sludge/Doom/Hardcore-Underground, haben einen beschaulichen Back-Katalog und just ihre Split 12″ mit Optimist veröffentlicht. Dank Matt von Ecocentric Records kann ich mich auch noch mal in die Anfangstage der Kaiserslauterner reinhören. Denn 2011 erschien das Debüt „Doomridden“ dort auf CD in ungewöhnlicher Verpackung und ist scheinbar immer noch erhältlich.

Nicht als Jewelcase, sondern mit einem sechseitigen Booklet in Größe Din A5 kommt die CD in einer Plastiktüte daher. Ein ungewöhnlicher Formfaktor, der sicherlich nicht in das reguläre CD-Regal passt. Dafür kommt das schicke Artwork im Neo-Traditional Tattoo-Style sehr gut zur Geltung. Natürlich auch von einem Tätowierer angefertigt, aus der Schmiede Needful Things in Kaiserslautern.

So ungewöhnlich wie das Drumherum, ist auch die dargebotene Musik; eine mürbende Mischung aus Doom, Hardcore und Sludge. Bitterböse, tonnenschwer und alles andere als einfach zugänglich.

Dem typischen Prollo-HxC-Fan dürften zwar die vielen Gangshouts und Breakdowns zusagen. Doch dafür könnten das allgemein meist schleppende Downtempo und die dissonanten Riffs eher Fans aus dem Doom und Sludge gleichermaßen ansprechen. Dezente Ausbrüche in vertrakte Rhythmen und Harmonien, akkurate Breaks und kuriose Wendungen machen diesen Hassklumpen dazu dann noch etwas sperriger, gleichzeitig zeigen sie aber auch das intelligente Herangehen von BITTERNESS EXHUMED.

Diese ungewöhnliche, dissonante und garstige Mischung macht „Doomridden“ schon zu einem sehr eigenwilligen Stück Musik, das mir prinzipiell gefallen sollte. Doch irgendwie fehlt meist der zündende Funke. Der leicht übermäßige Gebrauch von Gangshouts und Stop’n Go Breakdowns nimmt für mich etwas den Drive aus den Songs. Auch wenn manch seltene Tempo-Wechsel schon ordentlich nach vorne gehen. Eher überzeugen einige experimentellere Momente, gerade im Hammer-Song „To Dry Saline Eyes“ oder „Domesticate Free Will„, das zwischen rasenden Blastbeat-Sequenzen und zermalmender Monotonie schicke Kontraste setzt.

Mit ihrer Musik wollen BITTERNESS EXHUMED aber definitiv nicht gefallen. Im Gegenteil, sie drücken damit ihr ureigene Unzufriedenheit in einer sehr eigenen Art aus. Und das machen sie definitiv hervorragend. Und wer sich in der Schnittmenge Corova, Primitive Man, Coalesce und stellenweise Ion Dissonance einen zäh-mürbenden, bitterbösen Hassklotz vorstellen kann, sollte „Doomridden“ definitiv antesten. Am leichtesten über den untenstehenden Bandcamp-Player. Und mit etwas Glück, hat Ecocentric Records noch ein paar Restbestände der CD für euch…

Infos:
Ecocentric Records – 2011
CD – 7 Lieder / 29:02 Min.

https://bitternessexhumed.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/bitternessexhumed
http://bitternessexhumed.bigcartel.com/

http://www.ecocentricrecords.com/
https://www.facebook.com/Ecocentric.Records