Visions Of War – Swine Parade


Visions Of War - Swine ParadeHeutzutage wollen viele Bands auf Teufel komm raus dreckig klingen, aber diese Belgier hier sind einfach von Natur aus verdreckt und herrlich abgefuckt. Und das Ganze ohne verkrampft zu sein! Während ihre Landsmänner Agathocles ihrem Mince-/Grindcore seit gefühlten hundert Jahren frönen, zocken diese Jungs ihren rotzigen, aggressiven Crust/Punk immerhin auch schon seit knapp 20 Jahren. Respekt! Wenn mich nicht alles täuscht, haben sich die Jungs nach einem Discharge-Song benannt, und das verrät so einiges über ihren Sound.

Die vorliegende Widerveröffentlichungs-CD bietet die Songs von der „Shit Parade“ und die der „Kings of Swines„. Beide Alben sind bisher nur auf Platte erschienen. Den Anfang machen die neun dahingerotzten Berserker von „Shit Parade„, und die machen gleich von Anfang an klar, dass hier Underground und DIY mit der Muttermilch aufgesogen wurde.

Mit einem ausgeprägten Bass-Sound geht es raus an die Front und man rasiert dem Hörer mit D-Beat artiger Wucht und teils doomigen Ausreisern nicht nur einmal gehörig den Schädel. Mit „Found and Emptied“ zeigt man den Crust-Freunden, dass man auch furztrockenen, verlotternden Straßenköter-Punk zocken kann, der so einigen „hippen“ Punkbands von heute mal ganz locker und aalglatt vor die Füße kotzt.
Beim Song „Dra at Helvete„, der komplett in Schwedisch eingesungen wurde, gibt man auch einen kleinen Querverweis auf ihre Skandi-Einflüsse, und das Teil macht echt Laune. Kommt schön schroff und kantig rüber.

Ab dem gleichnamigen Titelsong übernehmen dann die „King of Swines“ Klopfer das Ruder, und da geht es nochmal eine ganze Spur stumpfer zur Sache, was mir echt gut reinläuft. Wer auf die Crustis Accion Mutante steht und auch die Uralt(!)-Sachen von Bolt Thrower zu Hause hat (sprich, aus den Zeiten, wo der Metaller noch relativ wenig mit den Engländern anfangen konnte), der kann sich demnächst auch VISIONS OF WAR auf die Einkaufsliste kritzeln.

Gerade die älteren Stücke haben teils auch ein paar Tritte aus dem Grindcore Lager abbekommen, und das verleiht den Songs das gewisse Etwas. Mit „Give me Fire“ schließt die CD auf der einen Seite verdammt stark ab und streckt dir auf der anderen Seite einen Stinkefinger hinterher und hinterlässt mit diesen GBH Cover ordentlich Eindruck, da sie dem Song ihre ganz eigene Note verpasst haben.

Der Sound ist herrlich veraltet, roh, und fucking DIY, und gerade das macht die Sache attraktiv, wenn man das so sagen darf. Für alle Crustis und Metalpunks ist diese Zusammenrottung der beiden Alben ein Muss. Aber auch für jene, die beim Sex laut Motörhead hören. Los, auf jetzt, kauft euch den dreckigen Klumpen Crust, bevor es eventuell zu spät ist und ihr es dann bereut.

Infos:
Power It Up, (in Zusammenarbeit mit Apathy Never und Deviance) – 2014
CD – 22 Lieder / 43:12 Min.

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