RAGING DEATH DATE – Neustadt/Orla, 4.4.-5.4.2015

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2015 - Raging Death Date - FlyerProlog:
K: Wie schon die letzten zwei Jahre beschlossen wir auch 2015, übers Osterwochenende in Neustadt auf dem Raging Death Date zu versumpfen. Die Bandauswahl versprach wieder ein abwechslungsreiches Programm mit ein paar richtig coolen Überraschungen aus dem Underground.

Dieses Jahr gestaltete sich die Suche nach einer Unterkunft etwas schwieriger. Anscheinend sind wir doch nicht die einzigen Weicheier, die keinen Bock haben, im April bei Temperaturen um den Gefrierpunkt im Zelt zu pennen. Denn direkt in Neustadt war kein freies Zimmer mehr zu finden. So quartierten wir uns dieses Mal notgedrungen etwas außerhalb im Vorort Strößwitz ein. Während wir vorbei an Pferden, Kühen und Fischteichen immer tiefer in die Pampa fuhren, bekamen wir das Gefühl, so langsam die Zivilisation hinter uns zu lassen. Wir hielten uns in diesem Kaff dann ohnehin nicht weiter auf, verstauten nur schnell unseren Krempel und bestellten uns ein Taxi nach Neustadt, um auf dem Festival standesgemäß dem Alkoholismus frönen zu können.

Samstag, 4. April:
R: Nachdem wir unseren Taxipreis erfahren hatten, zog es uns automatisch an die Theke, um den Schock zu ertränken. Auch dieses Jahr sollte es wieder um die Mittagszeit gegen 13 Uhr losgehen, das Publikum war zu dieser Zeit im WOTUFA Saal noch recht überschaubar, was auch für den Zeltplatz galt. Die üblichen Verdächtigen waren natürlich auch schnell gefunden, denn die Veranstalter vom Raging Death hatten wieder ihre Haus- und Hof-Labels, sprich: Ketzer, Undercover und Cudgel mit dabei, wo wir dann auch übers ganze Wochenende ordentlich unsere Kohle verprassten.

K: Als erste Band standen die jungen Burschen von SACREMANCY auf der Bühne, die scheinbar gleich ein paar ihrer Kumpels und Anhänger mitgebracht hatten. Ganz vorne hatten sich nämlich eine Handvoll Leute versammelt, die die Band abfeierten und offensichtlich auch die Lieder nicht zum ersten Mal hörten. Der Einstieg ins Festival war schon mal sehr dreckig, denn SACREMANCY spielten eine sehr rohe Ursuppen-Mischung aus Death Metal und allerlei anderem primitiv morbidem Gerödel. Die Songs klangen verdammt räudig und hatten irgendwie was, auch wenn das Ganze teils noch recht unkoordiniert und chaotisch wirkte. Egal, das machte die Band mit Enthusiasmus wieder wett. Gerade der Sänger, der sich ordentlich an der schwarzen Schminke bedient hatte und eher wie ein Schornsteinfeger im ersten Lehrjahr aussah, ging ordentlich ab und tobte zwischen den Schlucken aus seinem Wein-Tetrapack wie ein Besessener über die Bühne.

Evil SpiritR: Nach einer flinken Umbaupause war es dann schon an der Zeit für EVIL SPIRIT, die wirklich sehr coolen, herrlich rotzigen doomigen Death Metal zockten. Als Besonderheit kam noch hinzu, dass bei dem Dreiergespann der Schlagzeuger gleich den Gesangspart mit übernahm, und Marcelo machte einen verdammt guten Job. Sein dreckiger, kratziger Gesang und sein abwechslungsreiches Schlagzeugspiel gefielen mir echt gut. Und sie verkörperten in der Tat ihren Bandnamen, alles andere wäre auch Quatsch gewesen. Diese Band sollte man auch in Zukunft im Auge behalten.

K: Ich war wirklich positiv überrascht von EVIL SPIRIT. Ehrlich gesagt hatte ich Bedenken gehabt, dass eine doomige Band so früh am Tag vielleicht für zu viel Entspannung sorgt und zur relaxten Mittagsruhe verleitet. Aber das Trio spielte ein verdammt abwechslungsreiches Set, das keinerlei Langeweile aufkommen ließ. Es gab auch immer wieder ein paar schnellere, eher Death-Metal-lastige Parts, die gut Schwung reinbrachten und schön dreckig, fast schon crustig angehaucht rüberkamen, was echt Laune machte. Aber auch die doomigeren Passagen, in die auch mal ein paar Melodien eingebaut wurden, konnten wirklich überzeugen. Ein starker Auftritt, mit dem ich so gar nicht gerechnet hatte!

Auf TRIUMPHANT hatten wir uns eigentlich gefreut, denn beim Vorab-Reinhören hatte die Band einen ganz positiven Eindruck gemacht. Live konnten uns die Österreicher dann aber doch nicht so richtig vom Hocker reißen:

R: Ja, dem schließe ich mich voll und ganz an. Alleine vom Optischen Eindruck her fand ich die Österreicher schon mal absolut furchtbar. Gerade dieses extreme Gepose vom Sänger ging mir schon mal tierisch auf den Zeiger. Aber im Endeffekt soll ja die Musik den Ton angeben, und die entsprach nun mal sowas von überhaupt nicht meinem Geschmack. Gerade die teilweise hohen Schreie, was man ja aus dem Heavy Metal Bereich gewohnt ist, gingen mir enorm auf den Sack, und so hielt ich mich auch gar nicht allzu lange vor der Bühne auf und versuchte mal, mir deren Sound einfach etwas hörbarer zu trinken. Allerdings ging meine Idee nicht so recht auf. Es ging zwar schon eine Menge auf der Bühne ab, und man war auch mit reichlich Enthusiasmus bei der Sache, aber dennoch fand ich, dass TRIUMPHANTs Stil dieser so typische Black Thrash Worship der 80er Jahre war, den man wirklich heutzutage viel zu oft hört, aber im vorliegenden Fall absolut nichts Besonderes zu bieten hatte. Mir war das einfach eine Spur zu prollig, aber scheinbar trafen sie den Geschmack des Publikums, denn für 80er-Jahre-Kuttenträger-Sound ist ja ohnehin das Raging Death Publikum wie gemacht.

PossessionK: Nach diesem eher 08/15-mäßigen Auftritt der Marke „kann man sich anschauen, muss man aber nicht unbedingt“, wurde es jetzt mit den Belgiern POSSESSION weitaus interessanter. Auf der Bühne wurden mal wieder Kerzen und Knochen aufgebaut (auf dem RDD mittlerweile ein gewohnter Anblick), der Saal wurde ordentlich mit Räucherware zugeduftet, und als POSSESSION die Bühne stürmten, konnten sie mit ihrem aggressiven, okkult angehauchten Sound auf Anhieb das Interesse fesseln. Es hieß also, auf nach vorn zur Bühne und das Geschehen aus der Nähe begutachten. Die raue Mixtur aus Black und Death Metal klang verdammt wüst und düster, wirkte dabei aber nicht so stumpf und primitiv wie bei manch anderer Band. Auch der zweistimmige Keif- und Schreigesang kam verdammt fies und finster rüber und unterstrich noch mal die pechschwarze Stimmung der Songs.

R: POSSESSION war meine erste Überraschung an diesem Tag. Denn das okkulte Bühnenoutfit und auch ihre unnahbare, rotzige Art und Weise, sprich, absolut NULL Kommunikation mit dem Publikum, hatte durchaus was, denn es passte einfach zu dieser Art von Musik, wo man sich aufs Wesentliche beschränkt. Bei POSSESSION war dann auch der WOTUFA-Saal ordentlich gefüllt, und die Meute tat es ihnen gleich, dass sie dementsprechend ordentlich abgingen. Ich bin jetzt schon sehr gespannt auf ihre demnächst erscheinende Veröffentlichung „1585 – 1646“, die via Iron Bonehead herauskommt. Wo sonst? Wer jedenfalls auf dreckige, schnelle Mucke der Marke Vidargängr und Co steht, ist bei POSSESSION an der richtigen schwarzen Pforte angekommen. Das war auf jeden Fall richtig geil und machte Bock auf mehr.

Jetzt war es langsam Zeit, neben lauter flüssigen Schnitzeln auch mal dem Kiefer etwas zum Beißen zu geben. Denn als nächstes standen ja SCALARE auf dem Plan, und da die uns kein Stück interessierten, war erst mal eine Pause angesagt.

K: Schon beim Reinhören hatten SCALARE bei uns für eine Mischung aus Grauen und Lachanfällen gesorgt, denn dieser schlecht gespielte Heavy Metal mit unterirdischem Gesang ging ja mal überhaupt nicht. Also verließen wir ohne schlechtes Gewissen den Saal, um uns draußen ein bisschen zu unterhalten und was zu futtern. Irgendwer erzählte uns, dass SCALARE wohl eine Art Supergroup sein soll, bei der sich irgendwelche bekannten Musiker tummeln. Genauer wollte und will ich da aber nicht nachforschen, das ist doch alles zu peinlich. Leider hörte man bis draußen ein bisschen was von der Livedarbietung, und die klang genauso daneben wie erwartet. Heavy Metal Sound mit einem miesen Sänger, der irgendwie an Böhse Onkelz erinnerte, au Backe, nein danke!

R: Während diese Nullnummer SCALARE im Saal rumlärmten, laberten wir lieber mit dem mittlerweile bärtigen Pino (Witchburner) und dem Buckligen alias „The Grandmaster of Popperhass“ vom Realm of Shades Zine, denn das war weitaus interessanter und hatte zudem ohne Ende Unterhaltungswert. Ganz ehrlich, SCALARE waren wirklich absolute Jauche, und obwohl ich mit Heavy Metal nun wirklich überhaupt nichts am Hut habe, fand ich es ehrlich gesagt schon etwas dreist, wie man den Heavy Metal so in Grund und Boden singen, ja regelrecht verunglimpfen kann. Meiner Meinung nach traute sich der Sänger einfach zu viel zu, denn er traf nicht ein einziges Mal auch nur annähernd irgendeinen Ton, den man mit Musik in Verbindung bringen könnte. Alle Achtung, das bekommt auch nicht jeder hin, hehe. So unterhielten wir uns draußen lieber lauthals mit Pino und dem Buckligen über Bud Spencer, Pissgeschichten und verschiedene Festivalerlebnisse, um diesen nervigen Mumpitz zu übertünchen. Eines blieb jedenfalls im Gedächtnis, denn SCALARE coverten noch „Poison“ von Alice Cooper, und man hörte auch hier, dass dieser Band wohl gar nichts heilig ist. Fazit, es war einfach nur eine sehr peinliche Vorstellung. Prädikat verzichtbar! Wir gingen davon aus, dass es eigentlich nicht schlimmer geht, aber wir sollten im Laufe des Abends noch eines weitaus schlechteren und langweiligeren belehrt werden. Dazu aber später mehr…

K: Jetzt ging es mit HELLISH CROSSFIRE weiter, und na ja, nach SCALARE konnte es ohnehin nur besser werden. Der Saal war ganz gut gefüllt, und 18 Uhr am Abend ist doch auch mal ne Uhrzeit, zu der man so langsam richtig in Konzertstimmung kommen kann. Nur sind wir leider beide keine großen HELLISH CROSSFIRE Verehrer. Sicher, die Band ist schon eine ganze Weile mit dabei und spielte vor allem ihren old school Thrash schon in Zeiten, als das noch nicht so hip und angesagt war wie heute. Hier sind also auf jeden Fall Überzeugungstäter am Werk, und das merkt man der Band auch an. Spielfreude wird bei den Franken groß geschrieben, und der Auftritt kam ganz cool rüber, so dass wir auch mal wieder weiter nach vorn an die Bühne rückten. Gediegener Thrash-Stoff, nur eben nicht so ganz unsere Baustelle. Ähnliches gilt eigentlich auch für die nächste Band NOCTURNAL:

Nocturnal

R: Mit NOCTURNAL ging es dann ebenfalls straff weiter, und auch hier ging das Publikum echt steil, was sicherlich zum einen an dem Sound von NOCTURNAL lag, die ihren aggressiven Black/Thrash ohne großartiges Gepose darboten und seit jeher im Underground verwurzelt sind, aber sicherlich auch daran, dass mit Tyrannizer eine wahrhaft aggressive Frontröhre am Mikro ist, die mit einigen männlichen Kollegen verdammt locker mithalten kann. Obwohl NOCTURNAL nicht unbedingt mein Geschmack war, hielt ich es doch eine Weile im Publikum aus, und es machte einfach Laune, diesem wilden Reigen, den NOCTURNAL definitiv boten, beizuwohnen. Aber irgendwann merkte ich, dass mein Shopping-Bein anfing zu zucken, so dass ich mich aufmachte zum Undercover-Stand, um Labelchef Alex mal ein wenig auf den Sack zu gehen. Auf jeden Fall brachten NOCTURNAL ordentlich Schwung in die Bude, und man merkte auch, dass es dem Publikum sehr gefallen hat, da es doch einige Leute gab, die im Anschluss bei Undercover nach NOCTURNAL fragten.

K: Nach diesem Doppelpack geballter Thrash-Ladung war jetzt mal Zeit für… richtig schlechte Musik. Der Seniorenverein MENTORS stand nun auf dem Plan, und ich war ohnehin schon skeptisch, was uns hier erwarten würde. Dass diese ollen Amis in gewissen Kreisen Kultstatus genießen, ist unumstritten, genauso klar dürfte aber sein, dass dieser Status nicht unbedingt durch musikalische Heldentaten begründet ist. Hier zählt wohl mehr die asoziale Attitüde… Na gut, wir wollten auf jeden Fall mal reinschauen, um uns unsere eigene Meinung zu bilden. Der Soundcheck bzw. die Vorbereitungen für den Auftritt dauerten schon relativ lange, was aber sicher nicht daran lag, dass an Sound-Feinheiten gefeilt wurde, sondern eher am Zustand gewisser Bandmitglieder, die wohl in ihrem Vollrausch kaum noch wussten, wo vorn und hinten ist.

R: Nachdem man den Soundcheck dann endlich auf die Reihe bekam, ging es dann mal los: Die alten, stinkenden, asozialen Säcke von MENTORS standen nun mehr oder weniger auf der Bühne. Das Bühnenoutfit war eine Mischung aus Ku-Klux-Klan und 70er-Jahre-Rennfahrerkleidung. Das war noch das Beste an der „Show“. Während Heathen Scum, seines Zeichens Mikrofonwichser und dämliche Schwallbacke in einem, irgendwelchen Hirnschiss von sich gab, tat man so, als würde man Musik spielen, was aber während des kompletten Sets (aus welchen Gründen auch immer) nicht ein einziges Mal auch nur annähernd geklappt hat. Ohne zu übertreiben, MENTORS haben wirklich auf dem RDD absolut negative Geschichte geschrieben. Denn das, was diese amerikanischen Flachpfeifen von sich gaben, war mit Abstand der schlechteste, grauenhafteste, beschissenste Auftritt, den wir in unserer bisherigen Festival- und Konzertgeschichte sahen. Und wir haben schon so einiges gesehen!

Mentors

K: Musikalisch war das Ganze an Belanglosigkeit kaum zu überbieten. Nicht nur, dass die Band total neben der Spur klang. Das wäre ja noch zu verzeihen gewesen, wenn die Songs wenigstens einen gewissen Biss gehabt hätten. Was da runtergenudelt wurde, war aber einfach absolut überflüssiger, handzahmer Pseudo-Punkrock aus dem Altersheim, der sowas von lahm rüberkam, dass man damit noch nicht mal Spießer erschrecken könnte. Ich kam aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr raus. Erstaunlicherweise war die Halle trotzdem richtig voll, da wohl alle sich dieses Desaster zumindest mal anschauen wollten. Ob es den Leuten dann im Endeffekt tatsächlich gefallen hat, dürfte eine andere Frage sein. Am Ketzer- und Undercover-Stand waren wir jedenfalls nur noch am Ablästern und Aufregen über diese alten Penner.

R: Ein schlechter Song jagte den nächsten. Nun, dass Kult nicht immer etwas mit Qualität zu tun hat, das weiß man spätestens jetzt dank MENTORS. Diese alten Amis haben ihre Einflüsse ja in Pisse und Scheiße, und dementsprechend passte dies wenigstens zur musikalischen Darbietung. Auf der Bühne ging rein gar nix, außer altersschwachen Reden von einem sehr aufgeblasenen und sehr von sich überzeugten Sängerschwein. Aber von einem anderen Blickpunkt aus betrachtet, hat man ernsthaft etwas anderes oder gar einen guten Auftritt erwartet? An sich wäre es sinnvoller gewesen, für diese Penner die Gage nach ihren Auftritt festzulegen, denn dann hätten die RDD-Veranstalter wenigstens noch Kohle raus bekommen. Ich will gar nicht wissen, was das Raging Death Team für diese Amis hinblechen musste. Das war wirklich der allerletzte Dreck. Das einzige, womit MENTORS ihren nicht nachzuvollziehenden Kultstatus hätten retten können, wenn wenigstens einer von diesen Idioten auf die Bühne gepisst hätte, das hätte wenigstens noch einen gewissen asozialen Unterhaltungswert gehabt. Schlussendlich war es einfach nur schlechter Punk von armseligen Mutterfickern, die selbst seit Jahren keine Pussy mehr sehen durften und sich deswegen an so einem naiven Schwachsinn einen runterholen müssen.

Obwohl ich mit Black Metal nicht wirklich was anfangen kann, war ich dennoch interessiert, mir wenigstens mal DENIAL OF GOD anzuschauen, denn die Dänen gibt es ja auch schon zig Jahre. Als sich der Vorhang öffnete, wurde man von finster drein guckenden Corpsepaint-Fratzen angeschaut, und alleine schon das gruftige Bühnenoutfit und die mystischen Melodien machten schon mal Interesse auf mehr.

Denial of God

K: Ich muss ehrlich sagen, dass ich vom letzten DENIAL OF GOD Festivalauftritt, den ich gesehen habe, nicht besonders begeistert war, und so ging ich mit keinen allzu großen Erwartungen an diese alteingesessene Band ran. Aber irgendwie passte dieses Mal alles: Zu vorgerückter Stunde ließ man sich doch gerne von der theatralischen Bühnenshow und den düsteren Songs in eine andere Welt entführen. Das Show-Gehabe mag schon ein bisschen aufgesetzt rüberkommen, aber irgendwie ging es mir dieses Mal ganz und gar nicht auf die Nerven, sondern unterstrich einfach noch mal die Atmosphäre der Songs. Musikalisch fand ich DENIAL OF GOD richtig gut, da sie eine klasse Mischung aus härteren, aggressiven Black Metal Parts und dann wieder ruhigeren, vorwiegend düster-melodischen Passagen präsentierten. Nach dem stumpfsinnigen MENTORS-Geassel war dieses gut arrangierten Liedgut eine wahre Wohltat für die Ohren. Ich wurschdelte mich also ziemlich weit nach vorne durch, und in den ersten Reihen vor der Bühne kam die dunkle Atmosphäre richtig gut rüber. Für mich eine absolut positive Überraschung und ein sehr cooler Auftritt.

R: Nachdem ich eigentlich nach MENTORS nicht mehr so recht Bock hatte, mir eine Band live anzusehen, raffte ich mich dann doch noch mal auf, um wenigstens mal bei den Dänen hineinzuschauen. Denn es konnte ja nur noch besser werden. Und ich sollte mehr als positiv überrascht werden. DENIAL OF GOD boten ein wahrhaft düsteres Black Metal Set, was sicher dem ein oder anderen Klischee entsprach, aber dennoch zelebrierten DENIAL OF GOD einen wahrhaft geilen und atmosphärischen Black Metal, der mal nicht die so typische norwegische Richtung einschlug und somit bei mir punkten konnte. Allen voran Sänger Ustumallagam, der ein wirklich ketzerisches, kaltes Krächzen von sich gab, und auch der Rest der Band ging ordentlich auf der Bühne ab. Der Auftritt zeigte mir, dass es immer noch Black Metal Bands gibt, die einen überzeugen können.

K: Nach diesem coolen und sehr professionell absolvierten Auftritt war eigentlich das Pflichtprogramm durch, aber da wir noch fit waren, beschlossen wir, der letzten Band NIGHTSLUG auf jeden Fall noch eine Chance zu geben. Deren aktuelles Album Dismal Fucker hat zwar ein ultrabeklopptes Cover, und Sludge ist auch nicht so ganz unser bevorzugter Stil, aber nichtsdestotrotz wollten wir doch mal reinhören. Und, oh Wunder, auch NIGHTSLUG machten (zumindest mir) noch mal richtig Laune! Ich habe langsam den Eindruck, dass Sludge bei mir nur live mit der entsprechenden Lautstärke und einem gewissen Alkoholpegel funktioniert. Der simple, dreckige und sehr wuchtige Sound kam jedenfalls ziemlich cool rüber. Vor der Bühne hatten sich nach DENIAL OF GOD zwar die Reihen sehr gelichtet, aber ein paar Leute nutzten den freien Platz, um noch mal ordentlich abzugehen. Und NIGHTSLUG waren mit ihrer räudigen, teils recht groovigen Mucke auch definitiv dazu geeignet, noch mal ein bisschen Bewegung ins Spiel zu bringen. Ein cooler Abschluss, und nachdem nun langsam die Beine schwer wurden und die Ohren fiepten, war es auch Zeit, sich so langsam aus dem Staub zu machen, um am nächsten Tag wieder fit für mehr metallischen Lärm zu sein.

Sonntag, 5. April

Diabolic NightR: Nachdem wir uns mit reichlich Frühstück eingedeckt hatten, um somit eine gute Saufgrundlage zu haben, ging es pünktlich wie am Vortag gleich mit rotzigem Underground los, denn mit DIABOLIC NIGHT hatte man hier verdammt junge Burschen am Start, und die huldigten dem Black/Speed mit ordentlich Heavyriffs im Gepäck. Interessant war, dass die Jungs ihr Set mit so viel Hingabe spielten, als wenn sie diesen Sound schon seit 20 und mehr Jahren zocken würden. Bandgründer Heavy Steeler hatte eine wahrhaft versoffene Stimme, und ich bin immer wieder erstaunt, was aus so manch schmächtigem Körper für ein brachialer Gesang herauszuholen ist. Enthusiasmus wurde hier groß geschrieben, und obwohl dies nun nicht unbedingt meine Baustelle war, machte deren Mucke am frühen Sonntagmorgen echt Laune und ließ einen das Vernebeltsein vom Vortag recht schnell vergessen.

K: Es hatten sich auch schon recht viele Leute in der Halle versammelt, um sich die erste Band des Tages anzusehen. Ob es nun an den kalten Außentemperaturen lag oder tatsächlich an DIABOLIC NIGHT, jedenfalls konnte sich die junge Band nicht über mangelnden Andrang beklagen. Das Set war dann auch ein ganz gediegener Start in den Tag.

Weiter ging es mit BLACK FORCE, die musikalisch in eine ähnliche Richtung tendierten. Wieder gab es old schooligen, angeschwärzten Thrash Sound auf die Ohren, und wieder handelte es sich um eine recht junge Band. Ein bisschen fehlte irgendwie die Abwechslung, aber unsere mangelnde Begeisterung hing vielleicht auch damit zusammen, dass wir noch nicht so richtig fit waren. Ich zumindest war noch etwas verpennt, und auch die gesunde Schonkost vom Vortag (Fettbemmen, Pommes, Bratwurst und Schnitzel in Kombination mit reichlich Alkohol – mmmmh, lecker!) wollte noch verarbeitet werden. Also gleich mal ne Cola hinterhergekippt, was zwar nicht schmeckte, aber immerhin den Magen wieder einrenkte.

R: Jetzt standen MIDNIGHT PREY auf dem Plan. Diese Band sagte uns mal rein gar nichts, aber das, was diese drei Karlsruher hier darboten, klang doch mal so richtig nach rotzigem, aggressivem Speed Metal mit einem wirklich dreckigen Gesang, den es an diesem Tag kein zweites Mal zu hören gab. Das machte schon mal Lust auf mehr. Aber neben dreckigem Gesang und rotziger Attitüde gab es natürlich auch noch ein paar coole Thrash-Salven um die Ohren gehämmert, dass man sich einfach gerne anstecken ließ und sich mal nach deren letzter Veröffentlichung „Rite of Blood“ umschaute.

K: Ich fand auch, dass sich MIDNIGHT PREY mal ganz positiv vom üblichen Underground Thrash/Speed Gerödel abhoben. Hier setzte man nämlich nicht ausschließlich auf Aggression, sondern die Songs hatten neben einer fetten Schippe Dreck auch ziemlich viel Wiederkennungswert zu bieten. Und das ist etwas, was ich heute bei vielen Bands vermisse. Der Gesang klang zwar öfter mal recht schief, dafür aber ziemlich charismatisch, und auch die wilden Heavy-Einlagen an der Gitarre wussten zu gefallen.

R: Während der Umbaupause ging ich meinem Hobby nach: Plattenkisten durchwühlen, Platten kaufen. Und nachdem die Tüte reichlich gefüllt war, ging es anschließend zu Ketzer Alex, um meinen Krempel zu verstauen und um endlich mal einen Pfeffi zu kippen. Wir versuchten mit aller Überredungskunst, Undercover-Alex ebenfalls zum Pfeffi zu überreden, aber irgendwie wollte der Kerl nicht so recht, und er meinte, von dem Gesöff würde er nur Amok laufen, so dass wir die Idee vorerst begruben.

Sanctifying RitualK: Während sich Rayk und Alex also noch an der Thüringer Mundspülung labten, machte ich mich schon auf den Weg zur Bühne, denn auf die nächste Band war ich gespannt: Mit SANCTIFYING RITUAL ging es jetzt nämlich eine ganze Ecke härter weiter. Die vier Herren präsentierten primitiven Death Metal der derbsten Art, und der Sound klang so roh und urig, dass es eine wahre Freude war. Filigranes Musizieren war hier zwar nicht angesagt, trotzdem war die Chose nicht zu eintönig, da man immer mal wieder zwischen schnellem Gekloppe und sehr fiesen gebremsten Parts variierte. Auch der Gesang klang ordentlich asozial und tat sein Übriges, den Namen SANCTIFYING RITUAL im Gedächtnis zu verankern. Für mich die erste Band, die mich am Sonntag für ihren kompletten Auftritt vor der Bühne halten konnte. Cool!

R: Bei SANCTIFYING RITUAL war die Bude wieder richtig proppevoll, und man merkte, das war der Sound, der beim Raging Death Publikum verdammt gut einschlägt. SANCTIFIYING RITUAL hielten sich gar nicht erst großartig mit irgendwelchen Melodien auf, sondern machten sich gleich drauf und dran, einfach mal alles kaputt zu dreschen und dich mit einer Wut anzuschreien, dass es echt beeindruckend war, diese vier Typen live in Aktion zu sehen. Da ich nun mal auf dreckigen, barbarischen und somit auch abgefuckten Death Metal stehe, war das natürlich genau nach meinem Riecher, und somit waren S.R. für mich das erste Highlight und somit auch die erste Überraschung des Tages. Und deren Mucke knallt auf EP mindestens genauso gut.

Jetzt war es einfach mal an der Zeit, frische Luft zu schnappen und eventuell auch mal etwas anderes zu futtern. Somit trabten wir mal durch Neustadt. Nachdem wir ein bisschen auf der Parkbank herumgelungert waren, rafften wir uns dann doch noch mal recht schnell wieder auf, um wieder Richtung WOTUFA-Saal zu latschen. Und während wir auf dem Gelände ankamen, hörten wir, dass EVIL WARRIORS schon spielten. EVIL WARRIORS sagten uns bis dato rein gar nichts, aber das, was wir so hörten, klang schon mal mehr als interessant und vor allem ultraschnell und krass.

Evil WarriorsK: Die Leipziger knallten uns ein rasantes Black Metal Brett um die Ohren, dass einem beinahe Hören und Sehen verging. Schnell machten wir uns nach vorn in Richtung Bühne, um uns mal so richtig musikalisch umblasen zu lassen. Der Auftritt war verdammt beeindruckend: EVIL WARRIORS waren vorwiegend in Überschallgeschwindigkeit unterwegs und hatten auch handwerklich richtig was auf dem Kasten. Normalerweise lasse ich mich von Technik- und Geschwindigkeitsexzessen nicht unbedingt beeindrucken, da viele Bands beim Schneller-Weiter-Höher-Wettbewerb schlichtweg die Atmosphäre vergessen und somit technisch brillante, aber trotzdem langweile Songs schreiben. Nicht so bei diesen Leipzigern, denn in den Songs war zum einen für Abwechslung gesorgt: immer mal wieder wurden atmosphärische Parts und auch ein paar gebremste Passagen mit eingewoben. Außerdem wirkte das ICE-Tempo hier nicht wie angeberischer Selbstzweck, sondern das präzise Geknüppel sorgte für eine pechschwarze Stimmung und einen geradezu besessenen Geschwindigkeitsrausch. Eine absolute Überraschung, die uns schnell die letzte Müdigkeit aus dem Körper bügelte.

R: Aber hallo, sowas von! Es muss in der Tat irgendwas Besonderes in Leipzigs Luft liegen, dass es dort so viele gute, ja regelrecht geniale Bands wie z.B. Vidargängr, II und eben auch EVIL WARRIORS gibt. Während wir mit offenen Kinnladen dastanden und einfach nur beeindruckt waren von der Intensität, die uns EVIL WARRIORS entgegenschmetterten, entdeckte ich auf der Bühne zwei alte Bekannte von meiner letztjährigen Überraschungs-Band, nämlich II. Ich liebe schnelle Musik, aber selbst bei mir ist Geschwindigkeit nicht alles, denn ganz egal in welchem Genre, die Musik muss das gewisse Etwas haben. Im Vergleich zu II, wo ebenfalls Tausendsassa und Lichtgeschwindigkeitsschlagzeuger Exesor und Alastor mit von der Partie sind, unterscheidet sich EVIL WARRIORS, indem sie neben extremer Raserei, wie Katja schon angedeutet hat, auch mal das Tempo ordentlich drosseln, ein paar Melodien zulassen, die wiederum von Sänger Beast (einen passenderen Namen hättest du dir nicht geben können!) eindrucksvoll und mit einem radikalen Gekeife begleitet werden, dass einem regelrecht das Blut in den Adern gefriert. Ohne zu übertreiben, ich bin jetzt noch hin und weg von diesem Auftritt und diesem Geschwindigkeitsrausch, und deshalb war es für mich selbstverständlich und nahezu verpflichtend, mich nach deren Auftritt unbedingt an die Fersen von Exesor zu heften, um ihre CD-R zu kaufen. Ich denke, wer auf schnellen Black Metal steht und bisher diese Leipziger noch nicht auf dem Schirm hatte, sollte sich schleunigst aufmachen, diese Band mal live zu sehen. Es lohnt sich vom ersten bis zum letzten Song! Danke Jungs, für diesen großartigen Auftritt!

Draußen quatschten wir dann noch ein Weile mit dem Buckligen über die fehlende Frauenquote im Metal, und Iron Hammer Jeff kam dann etwas später ebenfalls um die Ecke, um ein wenig mit zu philosophieren, so dass dann gleich drei Fanzines auf einem Haufen standen. Na, ob das gut geht? Jeff versuchte dann noch, dem Buckligen ein neues Fanzine aus Holland schmackhaft zu machen, was dem Grandmaster of Popperhass aber zu intellektuell und nicht stumpf genug war. Die Begeisterungsstürme hielten sich demnach bei Andre in Grenzen, und somit hielt er sich lieber an seinem kalten Dosenbier fest, damit die Griffel immer schön gleichmäßig kalt bleiben. Denn warme Hände sind übrigens total uncool!

K: Wir hatten es nicht besonders eilig, wieder in den WOTUFA-Saal zu kommen, denn die nächste Band COBRA interessierte uns nicht so brennend. Es stand mal wieder Heavy Metal auf dem Programm, so dass wir nur von weitem mit halbem Ohr hinhörten. Fairerweise muss man aber sagen, dass die Peruaner eine wirklich sehr gediegene Hintergrundbeschallung lieferten. Hier wurde kein eierloses Gejaule dargeboten, sondern die Mucke hatte durchaus ordentlich Biss und kam schön zackig rüber. Man merkte der Band auch ihre Spielfreude an, und ich denke, für Heavy Fans dürfte das ein wirklich cooler Auftritt gewesen sein.

R: FRONT BEAST war dann die nächste Band, auf die ich schon etwas neugierig war. Dieses Alleinprojekt von Avenger macht sich vor allem aufgrund ihrer zahlreichen Splits einen Namen, und nun war es endlich an der Zeit, dass FRONT BEAST ihre Mucke mal live darbieten, um zu zeigen, ob sie es denn auch auf der Bühne umsetzen können. FRONT BEAST war dann die erste Band des Tages, die eine ganze Weile brauchte, bis sie mal mit ihrem Soundcheck fertig waren. Aber für mich persönlich kann ich sagen, dass sich das Warten gelohnt hat, denn ich war während des kompletten Auftritts durchweg positiv überrascht. Zudem hat sich Avenger ein gutes Live-Line-Up aus dem Hut gezaubert. Und ihr rotziger, aggressiver Black/Death konnte mich wirklich überzeugen. Wenn ich jetzt nicht komplett falsch liege, dann war dies sogar das allererste Livekonzert von FRONT BEAST. Ich war am Anfang schon ein wenig skeptisch, aber FRONT BEAST haben richtig coole Nummern am Start gehabt, morbider Gesang mit teils okkulter Bühnendeko.

K: An den etwas längeren Pausen zwischen den einzelnen Songs merkte man zwar noch eine gewisse Unsicherheit, aber abgesehen davon schlug sich das Liveteam hier mehr als wacker. Ich muss sagen, dass ich hier auch positiv überrascht wurde, denn mit einer so souveränen Darbietung hatte ich nicht gerechnet. Trotzdem war mir persönlich der Sound auf Dauer etwas zu einförmig, da sich die einzelnen Lieder nicht allzu sehr voneinander abhoben.

R: Da mir der Auftritt von FRONT BEAST und Split-EP-König Avenger so gut gefiel, ging es danach gleich im Anschluss zu Undercover, um mir endlich mal ein ganzes Album auf Platte zu kaufen. Coole Band, die es wert ist, mal angecheckt zu werden! Während der Umbaupause zu WARHAMMER verschanzten wir uns erst mal bei Ketzer-Alex und laberten zusammen mit Undercover Alex über die sagenumwobenen Frauengeschichten von Ketzer-Alex. Ho, ho, ho.

K: Nachdem ich mich bisher vor allem an der Cocktailbar bedient hatte, war es jetzt höchste Zeit, endlich mal wieder ein Bier zu schlürfen, denn was anderes hätte ja wohl zu WARHAMMER nicht gepasst. Schnurstracks ging es nach vorne zur Bühne, denn das primitive Geholze dieser Ruhrpottler musste ich mir einfach aus nächster Nähe antun. Dieser urdreckige, geradlinige Hellhammer-Gedenk-Sound ist live genau das Richtige, um mal ordentlich abzugehen. Die Bühnenperformance war erwartungsgemäß stumpf mit Waschbärenschminke, Nieten und geschwungenen Fäusten. Was will man mehr, Gutes kann manchmal so einfach sein! In den ersten Reihen ging jedenfalls ordentlich was ab, aber WARHAMMER haben ja auch den einen oder anderen Nackenbrecherhit zu bieten. Mit erhobener Faust vor der Bühne stehen, headbangen und schubsen war hier Pflichtprogramm – vor allem bei der abschließenden Stumpf-ist-Trumpf-Hymne „Total Maniac“. Geile Sache.

Danach ging’s wieder zum Ketzer-Stand, wo Alex langsam Hummeln im Arsch kriegte und sich ans Abbauen machte. Nachdem wir über das ganze Festival unsere Jacken und Einkäufe bei ihm bunkern durften und auch sonst immer auf seine schwäbische Gastfreundschaft zählen können, war es natürlich Ehrensache, ihn dabei zu unterstützen.

R: Während ich mit Ketzer Alex die ersten Kisten verstaute, stand nun Grandmaster Gandalf alias Paul Speckmann mit DEATH STRIKE auf der Bühne. Der Einfachheit halber hatte man dabei wohl aufs Master-Line-up zurückgegriffen. Auf DEATH STRIKE war ich auf jeden Fall mal neugierig, da ich zugeben muss, dass ich zu DEATH STRIKE immer einen stärkeren Draht hatte als zu den Master-Sachen. Viel bekam ich durch die Kisten-Schlepperei mit Alex allerdings nicht mit, aber das wenige, was an meine Death Metal und Grindcore verseuchten Ohren herandrang, klang schon mal sehr anständig, auch wenn ich nach wie vor immer das Gefühl hatte, ein paar Master-Songs zu hören. Wenn es um Speckmetal geht, gibt es allerdings jemanden, der sich besser auskennt, von daher übergebe ich die „Tastatur of Death“ an Katja weiter.

Death Strike

K: Während Rayk und Alex am Schleppen waren, hielt ich die Stellung am Ketzer-Stand, damit nix geklaut wurde. Jedenfalls bekam ich so immerhin aus der Ferne ganz gut was von DEATH STRIKE mit. Geboten wurde gediegener, geradliniger Death/Thrash, der vor allem durch den coolen Gesang ins Ohr ging. Ich finde, Paul Speckmann hat (vor allem auch live) eine richtig coole Death Metal Stimme, von der sich manch eintöniger Grunzbarde echt eine dicke Scheibe abschneiden könnte. Der alte Herr klingt nicht nur immer noch verdammt angepisst und wütend, sondern der grummelnd gurgelnde Gesang kommt sogar ziemlich abwechslungsreich rüber. Coole Sache! Von den in den Rauschebart gebrummelten Ansagen bekam ich allerdings gar nichts mit, da der Inhalt im Genuschel irgendwie völlig unterging.

Nachdem wir uns dann von beiden Label-Alexen verabschiedet hatten (auch bei Undercover hatte man schon die Zelte abgebrochen), war bei uns so langsam auch die Luft raus. Als letzte Band wären zwar noch RIMRUNA auf dem Programm gestanden, aber die reizten uns mit ihrem Black Metal nicht so sehr, dass wir bleiben wollten. Darum beschlossen wir so um Mitternacht herum, einen Schlussstrich zu ziehen und uns vom Acker zu machen.

R: Also wieder so ein Schweinetaxi bestellt, und während wir beide so im Taxi herumhingen und durch die nächtliche Prärie kurvten, waren wir uns einig, dass es sich auch dieses Jahr wieder gelohnt hat, zum RDD zu kutschen.

Danke an dieser Stelle an Helena von Evil Live Photography, die uns hier ordentlich mit Bildern aushalf. Ein Gruß geht auch an die beiden Cudgel Jungs Tobi und Chris den Bärtigen, die mir wieder ein paar sehr starke Alben/Bands empfohlen haben, wo sich der Kauf gelohnt hat.

Bis zum nächsten Jahr – aber bitte keine Kultbands mehr…

Mehr Live-Fotos vom Festival findet ihr unter folgendem Link: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.830695073678727.1073741831.763849477029954&type=1

Katja & Rayk

Raging Death Data auf Facebook: https://www.facebook.com/ragingdeathdate

Live-Bilder mit freundlicher Genehmigung von EVIL LIVE Photography