Omega Soul – Void

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Omega Soul - VoidWenn man nicht stur auf ein Musik-Genre fixiert ist, dann ist FDA Rekotz ein sehr sympathisches Label. Denn trotz des guten Händchens für guten Death Metal, schaut Rico immer mal wieder über den Tellerrand und veröffentlicht auch schon mal gerne Sachen aus anderen Sparten. Früher, in den Anfangstagen des Labels vornehmlich Crust und Grind (was heute ja auch durchaus noch vorkommt, siehe Keitzer) und „aktueller“ mit der Gothic Metal Bands Graveyard Of Souls und Decembre Noir oder den ungewöhnlichen Bovine. Nun debütiert die nürnberger Stoner Doom Band OMEGA SOUL auf FDA.

Allem Mut Genre-Grenzen zu übertreten zum Trotz, ist „Void“ allerdings nicht unbedingt ein gelungener Blick über den Tellerrand. OMEGA SOUL blicken nicht starr auf klassischen Stoner (Rock) der Marke Kyuss, nicht auf die südstaatliche Heavy-Variante Pantera, Crowbar oder Down. Vielmehr finden sich Elemente aus allen Bands ebenso auf „Void“ wieder, wie auch ein paar interessante Aspekte, die von Metallicas „Load„, den ruhigen Momenten von System Of A Down oder gar etwas Neurosis oder Baroness entliehen wurden. Diese Mischung birgt Potential, ist in der aktuellen Ausführung aber eher halbgar und am Ende etwas kraftlos.

Die meisten Riffs gehen durchaus klar. Obgleich sie meist sehr dem Prototypen des Stoners gleichen und nicht sonderlich eigenständig klingen. Dazu kommt durchwachsene Gesangsdarbietung. Oft fehlt es einfach an Kraft und Eiern, manchmal sind die Gesangslinien auch einfach etwas daneben. Besonders in „Shelter“ klingt der Doppelgesang irgendwie komisch. Und auch in „The Infinite Flesh“ versuchen die tieferen Shouts heavy und böse zu klingen, erreichen ihr Ziel aber nicht ganz. Lediglich in „Shadows“ passt dieser eigenwillige Gesangsstil ganz gut zum Gesamtbild. Hier zeigt die reduzierte und monotone Instrumentalarbeit auch zum ersten Mal Einflüsse von Neurosis und im Geklimper auch etwas von System Of A Down. Der Song hat schon was, auch wenn der Stop’n Go Part leicht prollig wirkt.

The Infinite Flesh“ erinnert im Mittelteil gleichsam leicht an System Of A Down, besonders an deren Herangehensweise an „Arials„. Doch häufiger kommen eben Parallelen zum „Load“ von Metallica durch. Angefangen in „Darkness Inside„, das besonders zum Ende mit dem tieferen Gesang daran erinnert, über „The Infinite Flesh„, wo auch die Einflüsse aus dem klassischen Blues Rock schnell dadurch überdeckt werden, zu „Scorpio Moon“ oder „All My Fears„, das im Auftakt vom Riffing her beinahe an The Darkness oder Rival Sons aneckt. Nur weniger rockig, mehr doomig.

So plätschert „Void“ vornehmlich belanglos vor sich hin. Ja, nette Twin-Guitars gibt es häufig zu hören. Einige Steigerungen deuten eine gewissen Dunkelheit an. Doch so richtig aus den Puschen kommen eigentlich erst die letzen beiden Songs „Shelter“ und „Season Of Fire„, die ein wenig Baroness-Touch haben. Hier experimentieren OMEGA SOUL etwas mehr und brechen aus dem Proto-Schema aus. Zumindest stellenweise. Aber genau DAS macht diese beiden Lieder interessanter als den Rest der knappen dreiviertel Stunde von „Void„.

Infos:
FDA Rekotz – 2015
CD – 8 Lieder / 44:41 Min.

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