Minsk – The Crash and the Draw


Minsk - The Crash and the DrawMINSK, eine Band, die qualitativ wirklich eine Berg- und Talfahrt hinter sich hat, was ihre Alben angeht, hat wohl endlich und somit verdient nach mehrjähriger Releasepause zu ihrem Stil gefunden. Und wie! „The Crash & The Draw“ ist nicht nur mein bisher favorisiertes Album des Jahres – was ich gerade aus dieser Ecke NIE erwartet hätte, nicht nur das beste Album dieser Band (übrigens war der famose Sanford Parker einmal Teil dieses Reigens) bisher, nein, MINSK schaffen es sogar, mit nichts Neuem einem meiner Meinung nach völlig überlaufenen und totgespielten Genre tatsächlich wieder Leben einzuhauchen und das Feeling aufleben zu lassen, als dieses Genre noch quasi in der Teenagerschuhen steckte.

Wie KEINE andere Band die letzten 10 Jahre schaffen MINSK es tatsächlich, einerseits den harten, aggressiven, hardcore-affinen Doom Metal Mindrots mit der besten Phases Isis‚, nämlich „Oceanic“ und „Panopticon„, zu verbinden. Natürlich schweben über allem die Urväter Neurosis (speziell deren Phase ab „Souls At Zero„), deren Vorliebe für Noise- und Electronics-Element ebenfalls stets auf „The Crash & The Draw“ präsent ist, dennoch könnte man dieses neue Album aber genau zwischen der metallischen Heaviness und den aggressiven Ausbrüchen des Mindrot Debüts inklusive der heftigen Sangesleistung und der Isis’schen Filigranität (gibt’s dieses Wort überhaupt?) und Epik ansiedeln, alles wundervoll verpackt in ein natürliches, erdiges, lebendiges Soundgewandt.

Ohne Kack, ich hätte nicht mehr erwartet, dass mich nochmal ein Album aus dieser Ecke SO sehr fesselt. Hier spürt man förmlich den Spirit der späten 90er und frühen 2000er, als diese Art von Musik noch mutig und spannend war. Mutig sind MINSK allerdings nur bedingt, und am ehesten wohl bei dieser stringenten Rückbesinnung, aber dafür ist dieses Album unerwartet und unwahrscheinlich spannend, emotionsgeladen, facettenreich und zu tiefst atmosphärisch. Ich bin schwerst begeistert.

Infos:
Relapse Records – 06.04.2015
CD/DoLP – 75:36 Min.

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