Pest Hole – Perdition


Pest Hole - PerditionDu willst auf die Fresse? Klar doch, dann bist du hier an der richtigen Adresse! Diese Debüt-Scheibe habe ich, mal wieder, bei Ralf von Kink Records gefunden, wie schon so viele Killerscheiben. Danke Alter.

PEST HOLE sind wirklich ganz tief im Underground und somit auch im DIY verwurzelt und spielen herrlich räudigen Thrash mit einer ordentlichen Portion Punk im Gepäck. Gleich nachdem die Nadel auf die Platte aufsetzt, ist es so, als wenn du eine geballte Faust ins Gesicht gestreckt bekommst, denn diese Mucke ist für alle, die auf Underground stehen und es gerne hart und schmutzig mögen. Yeahhh!! PEST HOLE geben ordentlich Vollgas, die Gitarre ist dermaßen tief, dass sie förmlich auf dem Boden schleift. Gerade der ölige Krächzgesang von Rupi sucht seinesgleichen. Ich habe selten so eine geile, rüpelhafte und abgefuckte „Ihr könnt uns alle mal kreuzweise!“-Stimme gehört. Wer immer noch der Meinung ist, nur Lemmy hätte als einziger so ein verrauchtes, versoffenes Organ, der hat definitiv noch nicht diesen heißen Shit gehört.

Diejenigen, denen der heutige Thrash oft zu zahm, nicht dreckig und assig genug ist, die ohnehin die nötige Underground Attitüde vermissen und die Schnauze voll haben von diesem aufgepimpten 100% Perfekt-Modesound, die sollten unbedingt mal PEST HOLE anchecken. Hier geht es wüst und ehrlich zur Sache, sprich, keine Spur von technischen Hilfsmitteln, nur damit man gut bei der Konkurrenz dasteht. All das ist sinnloser Firlefanz/Bullshit.

Was ebenfalls bei dem in Finsterwalde ansässigen Trio positiv auffällt, ist, dass sie was zu sagen haben und keine billigen ausgelatschten Klischees breittreten. Neben aller Rotzigkeit verzetteln sich Pest Hole zum Glück nie in wirrer Belanglosigkeit. Dass die Horde richtig was auf der Pfanne hat, zeigen aggressive Killernummern wie z.B. „Twisted Science“ oder auch das bratzige „Hells Hordes„, die tierischst nach vorne abgehen und höllisch Spaß machen und stets einen gewissen Grad an Melodie zulassen, so dass sie sich von den üblichen Stumpfköpfen unterscheiden. Coole Sache. Hier ist nichts auf Evil getrimmt, solche Songs spielst du nur, wenn du es auch im Blut hast.

Der Versuch, PEST HOLE mit ähnlichen Bands zu vergleichen, wird ein schwieriges Unterfangen, denn die Nordlichter bedienen sich nicht nur aus dem Thrash Topf der 90er, sondern auch beim fucking Rock’n‘Roll, derbem HC, hier und da höre ich auch etwas Death Metal heraus, das alles mit Gift und Galle verrührt ergibt diesen geilen PEST HOLE Sound. Als grobe Orientierung würde ich die Scheibe „Albion Thunder“ von Ravens Creed nennen, denn gerade auf dieser Scheibe haben die Engländer ein ähnliches heftiges Gerät abgeliefert.

Vergiss diese ganzen Heinis, die nur nach außen vorgeben, Underground zu sein, PEST HOLE pisst euch mal so richtig ans Bein. Und wem das noch nicht reicht, für den gibt es auf der B-Seite mit „666“ noch ein sehr leckeres Toxic Holocaust Cover dazu, was in schöner PEST HOLE Manier verwurstet wurde, das Ganze mit etwas mehr Speed als das Original eingezimmert und fertig ist ein kompromissloser Bastard.

Also nicht lange herum überlegen, reinhören, Scheibe kaufen und die Jungs bei ihrem näxten Konzerttermin aufsuchen. Die LP ist auf 100 Stück limitiert und kommt in Weiß. Also heißt es ranhalten, denn wenn weg, dann weg! Für Bierdosen-Fans, Nietengürtel-Thrasher, Metal-Punks sowie Speedfreaks bestens geeignet. Alle anderen lesen mal schön ihre parfümierten Metalheftchen vom Kiosk weiter.

Infos:
Angry Voice Rec. – 2014
LP – 10 Lieder / 27:10 Min.

http://pesthole.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/PestHole666