G.U.C – Nr. 30 / 2014

 

GUC - Nr 30Ein weiteres Heft aus unserem Lande geht und schließt seine Pforten. Die Gründe, warum man sich zum Aufhören entschlossen hat, kann ich gut nachvollziehen. Rüdiger und sein Team bringen mit der 30. Ausgabe somit ihre letzte Ausgabe heraus, was wirklich schade ist, denn gerade in den letzten 10 Ausgaben waren für mich immer wieder Artikel und Interviews dabei, die mein Interesse geweckt haben. Und mit ihrem letzten Auftritt lassen sie es noch mal richtig krachen und verabschieden sich mit einem sehr starken Heft.

Ich selbst habe das Magazin erst relativ spät (es war Ausgabe 12) kennen gelernt. Im neuen Heft gibt es wieder so einige interessante und lässige Interviews zu lesen. Zu meinen persönlichen Favoriten zählt die Befragung mit My Cold Embrace (coole, lockere und entspannte Leute, die nicht nur einen Plan haben von dem, was sie reden, sondern auch eine korrekte Einstellung zum Metal und dem ganzen Szene-Tamtam haben). Ein Interview, was vom ersten bis zum letzten Satz einfach nur Spaß macht, da es einfach eine Menge zu erzählen gab. Auch das Protector-Interview mit Martin Missi liest sich echt klasse, da der Kollege eh eine unterhaltsame, lesenswerte Art und Weise hat, Interviews zu beantworten. Allerdings stellt es kein Interview im herkömmlichen Sinne dar, denn Martin spricht über den Werdegang der Band von früher bis heute und nimmt die Protector-Alben mal genauer unter die Lupe.

Mit Macbeth kommt gleich der nächste Knaller um die Ecke, denn hier nimmt euch Macbeth mit auf eine Zeitreise, und zwar zurück in den tiefen Osten, und diese Anekdoten sind selbst für mich als Ossi echt lesenswert, und ich ertappe mich oft beim Kopfschütteln, was es damals für ein K(r)ampf gewesen sein muss, eine Metal Band zu DDR-Zeiten aufrecht zu halten. Halleluja! Manchmal mag man es kaum glauben, aber es war die pure Realität. Danke, Jungs, für diesen Einblick.

Dann gibt es mit Patrick Engel ein überaus geiles und sehr, sehr informatives Spezial zu seiner Tätigkeit als Produzent und Studiomensch. Eine sehr aufschlussreiche Geschichte, was auch für Nicht-Bandmitglieder einen sehr interessanten Blick hinter die Kulissen bedeutet. Und hier darf man wirklich von einem „Spezial“ reden.

Des Weiteren gesellen sich als Interviewkandidaten noch Deadlock, Deathrite (cooles Gebräu aus Metal und Crust), Hypnos, Nick Helfort, Deathstorm, Fyrnask, Träumen von Aurora und Possessed hinzu. Zwar sind nicht alle Interviews der Knüller bzw. qualitativ gleich gut, da manche wirklich sehr kurz und nicht ganz so interessant ausfallen. Ob und inwiefern es Sinn macht, so kurze Interviews zu führen wie im Falle bei Träumen von Aurora, ist fraglich, aber gut, das ist halt Ansichtssache. Ich finde, dieses Interview geht mehr als Lückenfüller durch, auch wenn es sicher keiner sein soll.

Natürlich darf auch dieses Mal das Panoptikum des Grauens nicht fehlen, und dieses Mal geht es um das Thema „Folterung und Sadisten“, eine wirklich kranke Welt, aber stets sehr gut recherchiert, so dass es sich wie immer packend lesen lässt. Dann gibt es noch eine Kleinlabel-Vorstellung mit Defying Danger Records, allerdings ist das so übertrieben aufgeplustert geschrieben, dass man beim Lesen das Gefühl hat, der Macher hinterm Label macht um sich selbst Werbung, oder der Schreiberling bekommt einen Extra Bonus für diesen Artikel. Sehr merkwürdig das Ganze und somit im Grunde genommen eher überflüssig. Dieser Artikel ist im Grunde der einzige im Heft, der mich stört. Werbung geht auch besser, Kollege!!

Auch wenn mir beileibe nicht alles zusagt, finde ich wieder Gefallen an dem aktuellen G.U.C. Neben zahlreichen Reviews gibt es auch dieses Mal wieder eine beiliegende CD, wo einige der Bands vertreten sind, die auch interviewt wurden. Bei Interesse gibt es das Heft wie immer bei Rüdiger Grasse, Hochstr. 2, 93354 Biburg, oder eben via Email anfordern unter: info@guc-area.de. Viel Spaß beim Lesen. Mit Ausgabe 30. geht das G.U.C. zum Glück nicht sang- und klanglos aus der Szene, und somit behält man den Namen G.U.C. in guter Erinnerung. Rüdiger bleibt natürlich mit seinem G.U.C. Label/Distro nach wie vor am Ball. Ein Gruß ans gesamte G.U.C.-Schreiberteam, es war ein sehr coole Zeit mit euch!

Infos:
Sprache: deutsch
inkl. Heft-CD
Veröffentlichung: April 2014

Kontakt: info@guc-area.de
http://guc-area.de/