Entrapment / Massive Assault – Split 7″


Entrapment - Massive Assault - SplitDass die holländische Death Metal Undergroundszene quicklebendig ist, muss man, glaube ich, nur jenen erzählen, die gerne ihr Dasein unter Steinen fristen. Die letzten Jahre haben sich nicht nur massig klassische Bands wieder zum Musizieren zusammengefunden, sei es, um alte Zeiten wieder aufleben zu lassen, sei es, um neue Werke abzuliefern – mal mehr, mal weniger gelungen -, auch der Underground blüht wie seit 20 Jahren nicht mehr. Dabei hat das ehemals als Ein-Mann-Projekt gegründete Himmelfahrtskommando ENTRAPMENT durchaus eine Vorreiterrolle inne, denn Michels Demotapes gehörten zu den ersten, die trotz dem damals noch nicht wieder so salonfähigen Formats und extremen Limitierungen, international Verbreitung fanden. Völlig zu Recht, den ENTRAPMENTs rotzige, punkige Interpretation von Autopsy, alten Death, Master und schwedischen Sounds war wie ein rabiater Schlag in die Visage des geleckten Death Metals der 2000er.

Auch MASSIVE ASSAULT gehören zu jenen nicht mehr ganz so neuen Bands, die schon einige Zeit vor der letzten Death Metal Welle am Lärmen waren, sehr schwedenlastig, jedoch immer mit einem latenten, aber eben nicht untypisch schwedischen Crust-Einfluss versehen. Dass nun beide Band sich einen Tonträger teilen, finde ich daher als nur noch konsequent, zumal MASSIVE ASSAULT hierbei ihren musikalischen Höhepunkt bestreiten: Zweimal straighter, direkter, treibender, HM2-geschwängerter Dismember Metal, direkt und schnörkellos auf den Punkt, nicht unmelodiös, d-beat-dreschend-groovig und überaus packend. „Like An Everflowing Stream“ läuft bei diesen Herren mindesten einmal am Tag! Hier wünscht man sich wahrlich mehr und ich hoffe, MASSIVE ASSAULT können diese Energie dieser beiden Songs auch endlich einmal auf Albumlänge zustande bringen. Vor allem „Staring Back“ macht Lust auf mehr, viel mehr!

Von ENTRAPMENT gibt es zwei bisher unveröffentlichte Songs, von denen der zweite, „Predatory Conduct„, ein typischer, flotter und rotziger, mit schön schwedischem Zentralriff versehener Zweiminüter ist, wie man ihn von Michel und Co. ebenso kennt. Direkt und ungekünstelt. „The Wrath Of Dawn“ aber ist ein ganz anderes Kaliber und vielleicht der kränkste und heavieste ENTRAPMENT Song bisher! Das Autopsy-artige Openerriff macht mich jedes Mal kaputt. Von Tempo eher schleppend kommt dieser Song richtig ranzig-fies und böse und dennoch schwer treibend daher, mit geil wimmernden, bösen Leadgitarren, evil-heißeren Vocals und immer wieder diesem garstig-wetzenden, drückenden Riff, das so klingt, als hätten sich Entombed zu „Inferno“ Zeiten einen alten, holländischen Death/Doom Demosong von Pentacle, Mourning oder Swazafix oder aus der frühesten Asphyx Phase zur Brust genommen. ENTRAPMENT können also auch langsam und rockig und – ganz ehrlich! – das verdammt gut! Killersong, ein richtiger Banger, der das Zeug zum Klassiker hat. Aber, Leute, das Openerriff…

Der Siebenzöller kommt in gewohnter bester Wolfsbane Qualität im schicken Foldoutcover mit coolem Motiv, zu je 100 in blau und 400 in klassisch schwarz. Zu beziehen ist das Ding u.a. bei www.dawnbreed.com. Bei dieser Gelegenheit lohnt es sich, gleich auch die anderen Releases von Wolfsbane Records anzuchecken, allen voraus die grandiose Incinerator 7″! Support!

Infos:
Wolvesbane Records – 2014
7″ EP – 4 Lieder, zwei je Band

http://entrapment2.bandcamp.com/
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