Albez Duz – The Coming Of Mictlan

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Albez Duz - The Coming Of MictlanEs vergeht in der Tat kein Monat, in dem nicht irgendwas saugeiles, außergewöhnliches oder auch einfach nur was total abgefucktes (was hier positiv gemeint ist) über Iron Bonehead herauskommt und weggeht wie warme Semmeln. Iron Patrik hat sich zum Glück nicht auf ein spezielles Metal-Genre spezialisiert, nein, Hauptsache ist, die Musik bringt das gewisse Etwas mit. Angefixt durch ein sehr geiles Review und ein kurzes Hineinhören bestellte ich diese LP rein interessehalber einfach mal mit. Ich gebe zu, dass ich anfangs einige Durchläufe brauchte, bis diese Mucke aus okkultem Doom bei mir zündete.

Seitdem es Klick gemacht hat, bin ich absolut begeistert von dieser Zwei-Mann-Band. ALBEZ DUZ Sound ist was absolut Neues für meine Gehörgänge, da ich es mit langsamer Musik eigentlich nicht so habe, aber ich mag es einfach immer wieder, von Musik überrascht zu werden. Als Peter Steele im Jahr 2010 plötzlich verstarb, glaubte wohl keiner daran, dass solch eine imposante Stimme jemals wieder zum Leben erweckt werden kann. Sänger Alfons hat eine so dermaßen ähnliche Stimmlage, dass man meinen könne, Peter wäre immer noch unter uns. RESPEKT! Während Type O Negative vermehrt von den weiblichen Fans gehört wurde, gibt es jetzt sozusagen die männliche Alternative mit ALBEZ DUZ, jedenfalls was den Gesang angeht.

Die Melodien, die hier auf „The Coming Of Mictlan“ dargeboten werden, sind einfach nur der dunkle Wahnsinn in Perfektion. Während das Intro eher etwas minimalistisch rüberkommt und man das Gefühl hat, beim Soundcheck dabei zu sein, eröffnet die Scheibe mit „Fire Wings“ eine sehr coole, lockere, rockige Nummer mit wirklich originellem, verdammt interessantem Klagegesang bis hin zu Ausbrüchen in die Dark Metal Gefilde. Ein Song, der es dennoch nicht eilig hat, da auch ihm eine ordentliche Portion Doom injiziert wurde. Der Song beamt einen in die 70er Jahre zurück, hier und da hört man auch Pink Floyd heraus, und besitzt dennoch einen sehr neuzeitlichen Soundcharakter. Cooler und sehr gelungener Einstieg.

Dann kommt mit „Mictlan“ mein Übersong. Verflucht, ist das eine irre geile Nummer. Hier heißt es, Raum abdunkeln, Alkohol in Reichweite (in diesem Fall eher Rotwein, oder Blut!) und dann abtauchen. Dieser Song ist für mich die Vertonung von Spiritualität. Wenn man sich dann noch auf einem Friedhof befindet, ist das Ritual perfekt. Ja, ich vergöttere diesen Song regelrecht, die getragenen Gitarren und die perfekt aufeinander abgestimmten Synthesizerklänge suchen ihres gleichen. Der Wahnsinn geht dann ab Minute 5:20 erst so richtig los, argggh, selten solch eine hammergeile, filigrane Melodie gehört. Das Teil zieht dich hinab in seinen Schlund und lässt dich nicht mehr los. Mein Gott, ich könnte glatt sterben für diesen Song. Jeder Ton stimmt hier, der dunkle, erhabene, zutiefst unter die Haut gehende Gesang nimmt einen mit in die tiefste Gruft. Lasst den Song am besten auf euch wirken, wenn ihr die Augen schließt, die Anlage aufschraubt, und ihr entflieht mit Leichtigkeit dem Alltag. Danke Albez Duz für diesen Trip. Sowas nenne ich musikalische Kunst in ihrer reinsten Form.

Gleich im Anschluss geht es mit dem großartigen „Feathered Snake“ atemberaubend weiter, einem Song, der anfangs ähnlich aufgebaut ist, allerdings einen Tick schneller und harscher daherkommt. Auch hier gibt es wieder schwere, düstere Melodik, wo sich übrigens sehr geil zu vögeln lässt! Das mal nur so nebenbei…

Auch auf der B-Seite wird man mit richtig geilen Songs bedient. Zum Abschluss covert man „Twist In My Sobriety“ von Tanita Tikaram, einen wirklich sehr schönen, melancholisch angehauchten Song aus dem Jahr 1988. Einfach atemberaubend metallisch/nostalgisch in Szene gesetzt. Aufgrund des variablen Gesangsstils von Alfons erinnert es manchmal sogar an Nick Cave, den ich sehr bewundere, da er einfach ein großartiger, extravaganter Sänger ist, der seinesgleichen sucht. Und der WOW-Effekt ist einfach überragend, denn ALBEZ DUZ covern diesen Song nicht blindlinks nach, sondern verpassen ihm eine ganz eigene Metal/Gotik-Note. Während das Original einen recht traurigen, nachdenklichen Touch innehat, haucht man ihm durch die dunkle, unheimliche Atmosphäre neues Leben ein, und schon klingt er wie ein erstklassiger, ganz laaaangsamer Metalsong.

Fazit, ein Album, was Grenzen und Ketten sprengt, ein Album, auf das man sich einlassen sollte und jedes noch so kleine Detail in sich aufsaugen sollte, um dieser Klasse gerecht zu werden. Dieser Scheibe ist es zu verdanken, dass ich mich fortan auch nach Doom umschauen werde. Ein Album, was ich jedem empfehlen kann, der sowohl auf Doom als auch auf 70er Jahre Rock steht. Also, wer jetzt angefixt wurde, rennt Iron Patrik die Homepage Bude ein, bestellt umgehend diese LP und fügt seiner Sammlung eine weitere sehr, sehr gute Scheibe hinzu. Selten, wirklich sehr selten bin ich von einem Album so angetan wie von diesem geilen Machtwerk. Absolut essentiell und ohne zu übertreiben eine wahre Lehrstunde an spiritueller, magischer Doommucke, die definitiv Suchtpotential hat.

Pflichtkauf! Ich ziehe den Hut vor Alfons und seinem Mitstreiter Impurus. Wenn es bei NecroSlaughter ein Punktesystem gäbe, würde das Album mit Recht die Höchstnote verdienen. Begeisterungsstürme, die kein Ende zu nehmen scheinen. Hammerscheibe!! Danke auch an Patrik von Iron Bonehead, der sich dieser großartigen Band angenommen hat. Die LP erscheint übrigens in schwarz/rotem Splattervinyl. Und somit gibt es auch noch was für die Optik.

Infos:
Iron Bonehead – 2014
LP – 7 Lieder / 48:21 Min.

https://albez-duz.bandcamp.com/
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