Winds Of Genocide – Usurping The Throne Of Disease

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Winds Of Genocide - Ursuping The Throne Of DiseaseWas lange währt wird endlich gut. Die apokalyptischen Todeskrusten von WINDS OF GENOCIDE melden sich endlich mit ihrem lang angekündigtem Debüt-Album zurück! Bereits die erste EP „The Arrival Of Apokalyptic Armageddon hat mächtig bei mir eingeschlagen. Die Mischung aus Crustcore und Death Metal, zwischen Barney Greenway-Gesang, Wolfpack Melodien, Doom Aggression und schwedischer Morbidität lief gut ins Ohr und hatte eine Menge griffiger Melodien.

Etwas Ernüchterung brachte dann die Split mit Abigail aus Japan. WINDS OF GENOCIDE schienen etwas ruppiger, aber gleichzeitig auch etwas monotoner. Weniger Wolfpack, mehr Doom. Insgesamt zwar ein post-apokalyptisches Abrisskommando, aber mir fehlte doch etwas die Melodie auf der Scheibe. Entsprechend groß war auch meine Skepsis gegenüber „Usurping The Throne Of Disease„.

Doch sind WINDS OF GENOCIDE meiner Hoffnung nachgekommen, haben wieder mehr den Crustcore-Vibe und die griffigen Harmonien von der ersten EP mit der Brachialität der Split ausgewogen vermischt. Vom überaus gelungenem Artwork von Mark Riddick sollte man sich allerdings nicht täuschen lassen! Kat und ihre Mannen spielen nach wie vor mehr Death-Crust denn klassischen Death Metal!

Doch gerade der Todesblei kommt auf „Usurping The Throne Of Disease“ deutlicher den je hervor. Herausstechendster Moment ist da sicherlich „Swathed By The Black Wings Of Death„, das mit Blastbeats und seiner wütenden, rohen Herangehensweise stark an die wilden Anfangstage der Retro-Death Metal Welle erinnert. Aber auch „Millions Lie Slaughtered“ wendet sich nach dem Crust’n Roll Beginn schnell dem melancholischen Swedeath/Crust zu.
Von Uncoffined, der anderen Band von Sängerin Kat und Gitarrist Glynn, scheinen ein paar Ideen auf „Ursuping The Throne Of Disease“ gekommen zu sein. Gerade der Titeltrack eröffnet doomig zäh und entwickelt sich zum Ende fast episch.

Im Vordergrund steht aber nach wie vor der Crust! „The Howling Wolves Of Armageddon“ erinnert in seiner simplen, geradlinigen Art stark an die „The Arrival Of Apokalyptic Armageddon“-EP, hat genau so griffige Riffs und Harmonien. Wenn man nach dem eher simplen „Deathstrike Of The Scythe“ denkt, man habe auch das folgende „Venomous Warfare“ durchschaut, überrascht auf einmal die Leadgitarre. Spätestens aber der Mitte des Songs hat er einen unglaublich packenden Vibe. Fantastisches Lied!
Den Punk-Höhepunkt erreicht die gute halbe Stunde allerdings mit dem dreckig runtergeholzten „Till Graven„.

So roh und direkt WINDS OF GENOCIDE aber auch agieren, sollte man sie niemals unterschätzen! Gerade die Gitarren sind so brutal wie effektiv. Catchy Riffs, eingängige Melodien und düstere Atmosphäre zeigen deutlich, dass Glynn genau weiß, was er macht. Überragend ist allerdings wiedermal die Arbeit von Bassisten Dan, der mittlerweile auch bei Horrified spielt. Immer wieder haut er verdammt coole Bassläufe raus, die „Usurping The Throne Of Disease“ deutlich von anderen, stumpfen Crust/D-Beat Bands abheben und die man sich definitiv mehr im Metal wünscht! Ohne dass er sich zu sehr in den Vordergrund spielt oder übertriebenes Saitengewichse veranstaltet. Alles zielgerichtet und punktiert. Alleine seine Läufe im Opener „The Howling Wolves Of Armageddon“ sind der Hammer!

Noch dreckiger und brutaler als auf der ersten EP und wieder fassettenreicher als auf der Split mit Abigail, sind WINDS OF GENOCIDE gerade in Hochform! „Usurping The Throne Of Disease“ ist düster und roh, aber dennoch eingängig und griffig. Fans von Discharge, Wolfpack, Nuclear Death Terror, frühen Bolt Thrower, Anti Cimex, Doom, skandinavischem Punk und Death Metal werden hier definitiv Gefallen finden. Up The Punx!!!

Infos:
Pulverised Records – 26.01.2015
CD – 9 Lieder / 33:23 Min.

https://www.facebook.com/windsofgenocidecrust

https://pulverised.bandcamp.com/album/usurping-the-throne-of-disease
https://www.facebook.com/pulverisedrecords
http://www.pulverised.net/