Eastwood / Captain Caveman – Split MC


Eastwood - Captain Caveman - SplitEigentlich wollte ich über diese Split Kassette schon längst was geschrieben haben, aber wie das halt so ist, kommt ständig was dazwischen und manchmal bin ich auch einfach nur eine faule Sau. Aber egal, dafür jetzt umso ausführlicher. EASTWOOD sind bei mir mittlerweile schon „alte Bekannte“ und so freute ich mich echt, als mir Necro-Chris vor einigen Wochen dieses Teil bei unserem gemeinsamen Tausch zuschickte.

Die EASTWOOD Seite kannte ich ja bereits, da mir der Schreihals von EASTWOOD auf dem GHRN in Trier letztes Jahr eine gebrannte CD-R zusteckte, wo unter anderem auch das Material dieser Veröffentlichung schon zu hören war. Und ich sag es ganz deutlich, dieses Tape rockt den Shit.

EASTWOOD macht den Anfang, und die Jungs bleiben sich und ihrem Stil aus schnellem Grindcore mit leichter Thrashcore-Kante treu. Aufgelockert wird das Ganze mit ein paar richtig coolen Filmintros und anderem schrägen Kram, was hier echt gut passt und man teils echt abfeiern kann. EASTWOOD kennen keine Pause und schon gar keine Kompromisse, und so geht es mit offenen Augen und teils ausgetrecktem Mittelfinger munter und wüst durch acht Songs nach vorne ab. Ein Blick auf die vorwiegend deutschen Songtitel zeigt, dass hier Leute am Start sind, die den ganzen Shit, der tagtäglich im eigenen Kreis aber auch in unserer Gesellschaft seinen Lauf nimmt, anprangern und eben nicht den Kopf einziehen, sondern mal so richtig auf den Tisch hauen und sagen: nicht mit uns, ihr Pisser! Mit „Bullshit Tradition“ gibt es noch ein oberamtliches Dropdead Cover vor den Latz gebrätzelt, dass mir schon vor lauter Freude das Pippi in die Augen läuft. Denn erstens ist Dropdead eine schweinegeile Band gewesen und zweitens machen EASTWOOD was Eigenes draus.

Auf der anderen Seite geht es dann mit den garstigen Höhlenmenschen aus Trier weiter. Obwohl hier zwar geschwindigkeitstechnisch etwas, die Betonung liegt auf etwas, gedrosselter zu Werke gegangen wird, rasselt es dennoch ordentlich, was heißt, dass hier mindestens genauso brutal und aggressiv gebellt und alles in Grund und Boden gestampft wird. CAPTAIN CAVEMAN ist ein wütender Berserker, der wild mit der Keule um sich schlägt, und es ist sowas wie der chaotische Soundtrack zu Planet der Affen, hehe. CAPTAIN CAVEMAN Stil ist auch streckenweise in der Grindecke zu verorten, aber ich würde sie eigentlich mehr als Powerviolence Truppe beschreiben, allerdings reden hier auch noch ein paar chaotische Noise Elemente ein Wörtchen mit. Während ich den Gesang auch live etwas schräg, allen voran krass fand, habe ich auf Kassette so meine Probleme damit. Es ist halt Geschmacksache, aber der Rest des Materials ist schneller, wütender Powerviolence von einer Band, die wie ihre Splitpartner ebenfalls nicht auf den Mund gefallen ist.
Das einzige, was ich an der CAPTAIN CAVEMAN Seite wirklich zu bemängeln habe, ist der etwas grottige Sound. Hey Mann, ich mag DIY und den damit verbundenen rohen Underground Sound, aber hier ist echt Nachholbedarf angesagt.
Demoklamotte, Underground-Einstellung, Grindcore Mucke hin oder her, aber wenn es beim Sound und der Produktion hapert, können die Songs noch so Killer sein, da springt halt einfach nicht so recht der Funke über, is klar, oder?
Also Jungs beim näxten Mal besseren Sound walten lassen und wenn möglich noch etwas mehr Druck an den Reglern, dann passt die Sache.

Trotz dieses einen Mankos ist und bleibt dieses Split Tape ein echtes Höllenteil in Sachen zügellosem, rabiatem Grindcore, der es in Zukunft noch weit bringen könnte. Für jeden Krachexperten stellt sich die Frage erst gar nicht nach dem, „soll ich, oder soll ich nicht bestellen?“ Natürlich, Mann! Fühlt sich an wie eine ordentliche Watschen mitten aufs Zifferblatt zentriert. Und da Grindcore-Bands umweltbewusste Menschen sind, gibt’s dieses Teil eben nicht mit Plastikmüll als Hülle, sondern es kommt in einer Stofftasche daher. Merke: Diese Hülle ist aus Stoff, damit sie nicht aus Plastik ist, klingt doch logisch, oder? Also, krachen lassen.

Infos:
Hackebeil Rec., BMX Outlow Rec. – 2014
Split-MC – 15 Lieder / 13:52 Min.

https://captaincaveman.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/cavelord

https://eastwoodgrind.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/eastwoodgrind