Violent Frustration – With Great Power Comes Great Mayhem

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Violent Frustration - With Great Power Comes Great MayhemYeah… Geilomat, VIOLENT FRUSTRATION sind sozusagen meine späte Neuentdeckung Ende 2014 im Bereich des rabiaten, schnellen Grindcores. Auch wenn ich auf ihre zwei Veröffentlichungen erst jetzt aufmerksam wurde und das mir hier vorliegende Material schon eineinhalb Jahre alt ist, ist es viel zu gut, um es unerwähnt zu lassen.

Schon mit ihrer sehr gelungenen EP namens „We live in Hell“ im coolen, mittlerweile fast vergessenen Mini CD Format präsentierten die Berliner nicht nur schnörkellosen Grindcore, sondern bewiesen auch ordentlich Potential und prügelten zwölf Songs in einer Affengeschwindigkeit durch die Boxen, dass es eine wahre Freude war und Bock auf mehr machte. Noch im selben Jahr, also irgendwann im Sommer 2013, kam dann genau diese Scheibe heraus, und die macht genau da weiter, wo man mit oben genannter Scheibe aufhörte.

Mittlerweile hat man seinen eigenen Stil gefestigt und gefunden, und man merkt deutlich, dass die Songs ein Stück runder geworden sind, will heißen, dass das, was noch auf der EP an manchen Stellen etwas holprig und abgehackt klang, jetzt nahezu verschwunden ist, ohne dabei irgendwelche Hilfsmittel von außen einzusetzen. Coole Sache. Hier jedenfalls werden einem 13 Songs aufs Fressbrett gehämmert, die einen regelrecht umblasen, denn das, was uns diese 4 Kollegen vorlegen, ist alles andere als mal so schnell dahin geschludert.

Neben der wirklich saugeilen Schlagzeugarbeit von Rob, der die Songs wie wild und dennoch mit einer Leichtigkeit eintrommelt und stets auf Abwechslung Wert legt, gibt es zudem auch richtig Schmackes an der Klampfe, was ebenfalls von Talent zeugt. Ja, man hört und spürt regelrecht den Enthusiasmus, der von VIOLENT FRUSTRATION ausgeht.

Die Produktion ist herrlich rau, atmet diesen typischen DIY, und dennoch gibt’s hier keinen Soundbrei. Ich würde sagen, die Songs haben einen sehr guten Grindcore Sound, mit dem man sich nicht zu verstecken braucht. Jeder Song ist ein richtiges Brett, und es gibt eigentlich keinen Ausfall zu verzeichnen.

Aber ganz ohne meckern geht’s dann doch nicht, denn mit dem etwas eigenartigen Song „Steubeville“ setzt man ein wenig auf diesen von mir gehassten Brie-Brie-Gesang, der gerade im Brutal Death Metal Genre oft zu hören ist. Und das passt meiner Meinung so gar nicht zu den restlichen guten Killer Songs. Ich hoffe nur, dass die Jungs in Zukunft nicht noch mehr von diesem Mist mit einbauen und ihren Grindcore vergewaltigen, bzw. ihren Sound nicht mit zu viel metallischem Sound füttern. Trotz dieses einen Mankos gibt es an der kurzen Scheibe im Grunde nichts auszusetzen.

In Sachen Grindcore hat Berlin jedenfalls eine verdammt gute Adresse, die den guten alten Grindcore Wurzeln in nichts nachsteht, ohne dass man den Stil einfach nur blind kopiert. Denn das Dargebotene ist ohne zu übertreiben mächtig gewaltig und hat ordentlich Zunder unterm Arsch. Ich bin wirklich begeistert. Eine klare Empfehlung für all diejenigen, die auf guten Underground Grindcore stehen, der ganz ohne bescheuerte Hilfsmittel auskommt. So soll es sein. Checkt die Jungs unbedingt mal an, es lohnt sich!!! PS: Schaut auch mal bei denen auf die Seite, denn diese Berliner spielen nicht nur Grindcore, sondern sie haben auch die richtige Einstellung und Denkweise. Was es damit auf sich hat, lest selbst.

Infos:
Eigenproduktion
CDr – 13 Lieder / 17:27 Min.

https://www.facebook.com/ViolentFrustration
https://violentfrustration.bandcamp.com/