Rotten Pope – Demo 2014

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Rotten Pope - Demo 2014Zehn Minuten mal so richtig durchgeföhnt werden? Das Gefühl bekommen, von einem Schnellzüg überrannt worden zu sein? Und dennoch musikalisch dabei gut unterhalten zu werden? Jenseits vom stumpfen Sumpf um Brutal und Slam Death Metal? Dann solltet ihr euch an ROTTEN POPE wenden. Und zwar schnell, denn deren Debüt ist auf 100 Exemplare im Digipak limitiert!

Underdogs werden die Band vielleicht bereits auf dem Schirm haben. Mit Leuten von Revel In Flesh, Mental Amputation, Bitterness oder Sucking Void, sind hier keine Neulinge am Werk. Doch mit den genannten Bands hat dieses Demo eher weniger zu tun. ROTTEN POPE spielen rasend schnellen Death-Grind. An den richtigen Stellen auf den Punkt reduziert, aber auch mit den nötigen Akzenten in Harmonie und Melodie, um immer noch im Ohr zu bleiben.

Der Anfang mag vielleicht irritieren. „Impressive FG_X“ leitet die Demo mit Techno/Elektro-Sounds ein. Doch das ist nur ein kurzes Intro, bevor es furios auf die Fresse gibt! Pausen kennen ROTTEN POPE genau so wenig, wie langsames Tempo. Selbst wenn die Snaredrum mal das Midtempo andeutet, ballert die Doublebass kontinuierlich im Affenzahn durch.

Wo sich der Opener vielleicht etwas wiederholt, sorgen im Verlauf der 10-minütigen EP interessante Gitarrenarbeiten für etwas mehr Abwechslung. Seien es die harmonischen Leads in „Infinite Violence“ oder die äußerst melodischen Riffs im Refrain von „Adrenochrome“ oder „Olympus Mons„. Richtig massenkompatibel oder gar soft wird die Musik dadurch noch lange nicht! Dafür sorgen die fixen Blastbeats alleine, die stellenweise sogar in Gravity-Blasts gifpeln.
Der variable Gesang zwischen Shouts, Keifen und Growls bietet weitere Abwechslung und ist deutlich angenehmer als dieses monotone Bree-Bree, das viele Brutal Death Metal Bands von sich geben. Viel mehr kommt dadurch etwas dieser klassische Grindcore-Vibe durch. Gerade, wenn das Riffing auch mal etwas einfacher wird.

Die Produktion setzt dieses Armageddon in das richtige Bild. Die Demo klingt einfach sehr dick, fast schon etwas zu überladen. Das Mastering im Unisound-Studio hat da ordentlich Wumms reingelegt. Entsprechend ist die knappe Spieldauer auch klug gewählt. Vier Lieder in 10 Minuten. Volle Suppe auf die Fresse. Das funktioniert und wirkt in sich stimmig.

Wer also noch mal rasanten Death-Grind mit etwas Melodie hören will, abseits von übertriebener Technik, prolligem Slam oder monotonem „Brutal“-Krempel, sollte mal flott auf Bandcamp reinhören und dann alsbald die Band kontaktieren. Sonst ist die EP nachher ausverkauft und das Gejammer groß…

https://soundcloud.com/grimschnitzer/rotten-pope-rotten-pope-04-olympus-mons

Infos:
Eigenproduktion – 2014
CD – 4 Lieder / 10:30 Min.

https://www.facebook.com/RottenPope