Napalm Death . Apex Predator – Easy Meat

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Napalm Death - Apex Predator - Easy MeatDie ersten drei Frühwerke von NAPALM DEATH gehören wohl zu den Alben, die mich musikalisch am meisten beeinflusst und geprägt haben. Obwohl ich zugeben muss, dass mich Veröffentlichungen der Harris, Steer, Embury, Dorrian Besetzung am meisten beeindruckt haben. Trotzdem war auch „Harmony Corruption“ immer einen Griff ins Regal wert, vor Allem wegen der exzellenten Gitarrenarbeit der Herren Harris und Pintado.
An den darauf folgenden Alben war ich, vielleicht auch zu unrecht, nur mäßig interessiert, bis ich irgendwann in einem Umsonstladen die „Order Of The Leech“ ausgekramt hatte. Diese Scheibe beeindruckte mich auch nicht sonderlich, löste aber bei den „Aha, die machen also wieder Geballer“-Effekt aus, welcher mich dazu anhielt doch wieder ein Auge auf die Band zu werfen.

Nun gibt es nach „Utilitarian“ (2012) das nächste Album „Apex Predator – Easy Meat“ in den Läden. Erstmal ein Recht schwer deutbarer Titel, was?
Gut, laut Mr. Greenway bezieht sich der Titel auf eine Art „moderne Sklaverei“, in der die Industrie-/Wirtschaftsbosse die Apex Predator und die ausgebeuteten Arbeiter_innen das Easy Meat sind.
Realitätsbezug also. Für mich ein Punkt, der den Frontmann und die Mukke schon immer sehr sympathisch gemacht hat. Des weiteren halte ich, in einer Welt in der es tatsächlich Menschen geben soll, die noch glauben „hier geht alles mit rechten Dingen zu“, kritische realitätsbezogene Texte für wesentlich notwendiger als irgendwelchen „Blood For The Blood God„-Schwachsinn.

In den dreizehn Songs (plus Intro) geht es schwer voran, wobei mir auffällt, dass wieder eher auf Hardcore-Punk urtypisches Up-tempo und Blastbeats zurück gegriffen wird und übertriebenes highspeed Double-Bass-Gepolter sehr in den Hintergrund rückt. Für mich eine sehr begrüßenswerte Sache. In meinen Augen hat Mitch Harris auf dem Album wirklich Großartiges geleistet. Wirklich unglaublich innovativ was der Kerl da schreibt. Da macht wirklich fast jedes Riff Spaß, vorallem Subborn Stains sticht hier heraus.
Auch Greenways cleaner Gesang, den ich anfangs sehr gewöhnungsbedürftig fand, passt mir auf dem Album sehr gut in den Kram, da er eher dezent eingestreut ist.
Die Songs reichen von typischen grindlastigen Nummern („Cesspits„, „Smash A Single Digit„) über punkige Stücke („Beyond The Pale„, „Bloodless Coup„) hinzu epischeren Sachen, wie „Dear Slum Landlord„.

Das Cover fällt, vom Stil her, eher NAPALM DEATH untypisch aus, setzt aber einen netten Bezug zum Konsumverhalten der heutigen Gesellschaft oder eben der Apex Predator.

Danke, dass ihr es immer noch macht. Schönes Ding.

https://soundcloud.com/centurymedia/napalm-death-cesspits

https://soundcloud.com/centurymedia/napalm-death-how-the-years-condemn

Infos:
Century Media – Januar 2015
CD/LP/Download – 14 Lieder / 39:57 Min.

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