Lavatory – Morbid Terror

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Lavatory - Morbid TerrorOldschool Death Metal over the world! Nationalität ist dabei nebensächlich, der Spirit zählt. Und da ist es auch nicht sonderlich ungewöhnlich, dass Pulverised Records, bekanntlich aus Singapur und mit sehr guten Veröffentlichungen im Backkatalog, nun pure fucking Swedeath aus Malaysia veröffentlicht. Nicht zuletzt durch Humiliation oder Wormrot, sollte die florierende Extrem-Szene aus Südostasien dem geneigten Underdog bekannt sein. Nun kommen LAVATORY mit ihrem Debütalbum und zelebrieren volle Suppe die alte Stockholm-Schule.

Dabei kann man „Morbid Terror“ als prototypisches Werk verstehen. Angefangen vom sinistren Artwork von Daniel „Devilish“ Johnsson (u.a. schon Cover für Torture Division, Sorcery oder Entrails), hin zum typischen Säge-Sound an den Gitarren. Dazu etwas Groove und ein paar morbide Melodien und der Fan von Entrails, Dismember, Carnage, Entombed, Nihilist und so weiter wird es mögen.
Dabei ist der Sound aber deutlich roher und ruppiger. Manch Fan von Centinex oder Diabolical wird vielleicht ihn vielleicht sogar inhomogen finden. Die Vocals etwas im Vordergrund, die Snare etwas zu laut und der Bass ist eher als Tieftonverstärker denn eigenständig agierendes Instrument präsent. Doch gerade dieser ungeschliffene Klang hebt LAVATORY positiv von vielen anderen Bands aus der New Wave Of Swedish Death Metal ab.

Dazu gibt es auch wütend gebrüllte Vocals, die gleichsam etwas atypisch im sonst genre-üblichen Gebelle und Gegrunze sind. Eher erinnert der Gesang von Muntah an frühe Bands wie Morbid oder Possessed. Das passt eigentlich auch ganz gut zur Musik und verleiht eine aggressivere Note.

Die beste Form haben LAVATORY im Midtempo. Gerade wenn das Tempo etwas gedrosselt ist, drücken „Death Is Imminent„, „Restless Souls“ oder der Titeltrack am meisten. Gerade in dieser Geschwindigkeit, lassen die Malaysen die erste Lifeless ziemlich langweilig aussehen. Und werden wohl dem Retro-Fan noch den meisten Spaß machen.
Schnellere Gangart ist hingegen nicht so die Stärke von „Morbid Terror„. Da wirkt das Ufta-Ufta oft etwas unbeholfen und wenig überzeugend.

Wer vom alten Schwedensound immer noch nicht übersättigt ist, hat hier ein angenehm morbides und aggressives Debüt. Allerdings muss man sich im Klaren sein, dass neben der nötigen Attitüde und solide umgesetzten Songs eben nur der generische Stockholm-Stiefel gefahren wird. Wer also langsam die Nase von der Oldschool-Schwemme voll hat, darf getrost einen Bogen um „Morbid Terror“ machen.

Infos:
Pulverised Records – 2014
CD – 10 Lieder / 38:45 Min.

https://www.facebook.com/lavatorydeath
https://pulverised.bandcamp.com/album/morbid-terror

https://www.facebook.com/pulverisedrecords
http://www.pulverised.net/