Knüppel Aus Dem Sack Vol. III – 17.01.2015 im AZ Aachen

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2015-01-17 - Knüppel Aus Dem Sack Vol. IIIMittlerweile aus der dritten Runde, etabliert sich das KNÜPPEL AUS DEM SACK zu einer festen Institution in Aachen. Damit füllen es nicht nur eine Lücke, die durch das Wegfallen der bisherigen Konzertreihen Mosh It Up, Metallize oder Operation Bang Sensation entstanden ist, sondern bringt noch mal frischen und definitiv anderen Wind in die ansonsten eher verschlafene Kaiserstadt! Im Gegensatz zu vielen anderen Underground-Konzerten in den Bunkern Aachens, sind immer viele Leute anwesend und es herrscht eine partyfreudige Stimmung, wie man sie noch aus den 2000er Jahren in Wermelskirchen kennt.

Das Erfolgsrezept ist dabei sehr simpel: Egal ob angesagte Bands aus dem Untergrund oder gänzlich unbekannte Namen, hauptsache die Kapellen verbreiten die richtige Stimmung zum feiern. Der Schwerpunkt liegt zwar immer noch auf extremen Death Metal, aber das erlaubt auch ein bunt gemischtes Line-Up.

So durften die Veranstalter HUMAN WASTE abermals das Fest eröffnen und dieses Mal ihr Debütalbum vorstellen. Gleichermaßen aus Aachen gab es aber noch zwei andere Bands, die den musikalischen Rahmen um weitere Fassetten bereicherten: Die düsteren Tech-Deather UNBEGOTTEN und die Mathcore-Granate UNDER THE PLEDGE OF SECRECY. Zwischen den vornehmlich im Brutal Death Metal oder Goregrind beheimateten Kapellen, durchaus etwas Abwechslung.

Für den fairen Preis von 9 Euro gab es insgesamt 7 Bands. Diese Menge und das Ziel, dass das Konzert um Mitternacht beendet sein sollte, damit alle beteiligten noch mit dem ÖPNV nach Hause kommen, hat leider auch zur Folge, dass der Spaß bereits früh beginnen musste. Um 17 Uhr war Einlass und die erste Band stand bereits eine halbe Stunde später auf den Brettern. Für mich leider nicht machbar. So verpasste ich HUMAN WASTE, UNBEGOTTEN und EXSANGUINATION.

Erst pünktlich zu UNDER THE PLEDGE OF SECRECY, gegen 20 Uhr, betrat ich den Bunker. Gefühlt war die Band etwas „zahmer“, als noch bei ihrer Release-Show zur neuen Scheibe „Black Hole Mass Evolution„. Dennoch gaben Bassist und Sänger ordentlich Gas. Nachdem diese Kombination in der Vergangenheit bereits zu einem üblen Zusammenstoß zwischen Bass und Köpf des Frontmanns gesorgt hatte, war zumindest Schreihals Arthur immer darauf bedacht, rechtzeitig in Deckung zu gehen. Neben dem üblichen Wahnsinn zwischen Math- und Grindcore mit vielen Elementen aus dem technischen Death Metal, war „The First Light„, das in seiner schweren Atmosphäre live noch intensiver rüberkommt, als auf CD.

Nachdem DIAROE im Vorfeld wegen Krankheit absagen mussten, füllten OBSOLETE INCARNATION, die bereits bei der ersten Auflage der Reihe dabei waren, den freien Posten. Mit ihrem etwas geradlinigerem Brutal Death Metal mit dicken Slam-Breakdowns, war die Band etwas zugänglicher für das Publikum. Entsprechend war schnell ein Circle-Pit vor der Bühne eröffnet. Dicke Subbässe an den richtigen Stellen, sorgten für akkustische Überraschungen.

Doch erst 5 STABBED 4 CORPSES schufen die richtige Partystimmung. Klar, dafür eignet sich reduzierter Goregrind mit vielen Tanzrhythmen doch am besten. Und entsprechend war die Stimmung schnell sehr ausgelassen. Für „Bukkake Chicas“ wurden die Damen aus dem Publikum auf die Bühne gebeten, und Bassistin Melanie hat sogar ihr Instrument abgetreten (aber brav weiter die richtigen Töne aus dem Hintergrund gegriffen). Musikalisch zwar ultra-stumpf, aber überzeugend dargeboten, waren die Augsburger wohl die Gewinner des Abends.

Denn beim Headliner MAXIMIZE BESTIALITY war deutlich weniger vor der Bühne los. Ob bereits die ersten auf dem Heimweg waren? Die gute Feierlaune des Abends hatte ja auch genügend Alkoholkonsum als Begleiterscheinung. Und die Niedersachsen schütteten noch zusätzlichen Gerstensaft in die durstigen Kehlen; mit einer Gießkanne voll Freibier. Das nahmen die Leute in den vorderen Reihen natürlich gerne an und dankten mit exzessivem Circlepit.
Gerade die dicken Slam-Passagen luden da aber auch perfekt zu ein. Doch unbeirrt von Tempo-Wechseln, tanzte das Publikum auch bei den brutalen Blastbeats. Party Galore! Und trotz kleiner (!!) Verzögerungen im Ablauf, war pünktlich um Mitternacht Schluss. Zumindest mit Livemusik. Denn das ein oder andere Bier wurde sicherlich noch an der Theke des AZs getrunken.

Die Besucher hatten viel Spaß und den Veranstaltern hat es scheinbar auch voll Bock gemacht. Und am Ende sind alle zufrieden. Sonst wäre es nicht bereits das dritte KNÜPPEL AUS DEM SACK. Der vierte Streich folgt sicherlich auch noch. Und der Bunker des Autonomen Zentrums hat noch etwas Kapazitäten. Wer in NRW (und gerne auch darüber hinaus) Bock auf Brutal Death Metal Party hat, sollte bei der nächsten Auflage also mal einen Besuch in der Karlsstadt nachdenken. Und am besten seine Freunde gleich mitbringen. Der Untergrund dankt, und besonders die Veranstalter HUMAN WASTE!

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