Hexis – Abalam


Hexis - AbalamVor einem Jahr erschien endlich das Debütalbum von HEXIS. Und diese junge dänische Band zeigt auf „Abalam“ locker einem Großteil der traditionellen Metalwelt, wo der Hammer hängt. Angefangen vom erstklassigen Artwork der Scheibe über das umwerfend gut produzierte Video zu „Tenebris“ hin zur eigentlichen Musik, stimmt hier eigentlich alles. Obwohl, oder gerade WEIL HEXIS sich unterschiedlicher Zutaten bedienen. Aus Hardcore, Sludge, Doom und Black Metal entsteht einfach ein fieser und intensiver Hassklumpen, der in seiner Einheit von 35 Minuten vollends funktioniert!

Denn „Abalam“ zeigt gerade da unglaubliche Stärke, wo beispielsweise Celeste mit einem ähnlichen Rezept etwas schwächeln. Derweil die Italiener gleichermaßen einen verdammt dichte, pechschwarze Wand erzeugen, verlieren sich deren Songs leider etwas im permanent hohen Pegel der Doublebass. Da wissen HEXIS schon genau, wann man mal das Tempo drosselt und den unheilvollen Gitarren etwas mehr Spielraum gibt. Stellenweise sind es gerade die minimalistischen Akzente mit der Bassdrum, die als Einzelschlag noch brachialer wirken und den Song noch treibender machen.

Dazu erlaubt sich „Abalam“ auch schon mal kleine Verschnaufpausen, die nur aus Riffs, Feedback und Drones bestehen, oder instrumental gleichermaßen knallen, wie die „richtigen“ Songs. „Supplex“ oder der Titeltrack setzen eine kleine Zäsur im Album, derweil „Faciem“ nur mit Gitarren und Schreien das Album stimmungsvoll eröffnet.

Dazu präsentiert sich das Debüt als kohärente Einheit. Und dennoch funktionieren einzelnen Lieder wie „Sequax„, „Tenebris“ oder „Desolatum“ ebenso eigenständig. Die kompakte Spieldauer kommt diesen Hassklumpen zusätzlich zu Gute, denn der Pegel ist permanent am Limit und die Intensität aus mürbenden Riffs, brutalem Schlagzeug und hasserfüllten Schreien schabt immer knapp an der Grenze zur Überladenheit. Da sind Längen meist unter 3, oft auch unter 2 Minuten genau die richtige Portionierung. Doch summiert als Ganzes, funktionieren die 13 Lieder auf 35 Minuten so perfekt! Zumal die Entwicklung meist flüssig von einem Lied in das nächste entwächst.

Am Ende steht dann der wohl ungewöhnlichste Song, „Inferis„, der am meisten mit Doom und Sludge spielt, im infernalischen Downtempo so richtig mürbend ist. Ein Stilmittel, das zwar gelegentlich zuvor verwendet wurde, hier aber in krassen 9 Minuten episch ausgekostet wird.

Vermeintlich ist dieses homogene Bild etwas monoton. Aber nur auf den ersten Blick! Die intensive Wand von HEXIS ist einfach krass und wirkt eindimensional. Ja, vielleicht hat man bei „Timor“ sogar das Gefühl eines Dejavus. Doch dann passieren, trotz gelebtem Minimalismus, doch viele Dinge, der Gesang zeigt deutliche Variation und die Verschachtelung von dicker Doublebass und drückendem Midtempo zeigt neue Akzente.

Mürbender als Unru, abwechslungsreicher als Celeste und mindestens genau so schwarz wie Lucifyre, ist „Abalam“ einfach ein finsteres Brett. Erschienen auf allen gängigen Medien, als CD, LP, Tape und natürlich als Download über Bandcamp, macht das Teil auch optisch was her. Aktuell habe ich lediglich die Kassette via Narshardaa Records, die im schicker ausgestanzter Papphülle kommt, und schon die Bilder aus dem Video zu „Tenebre“ aufbereitet. Entsprechend sexy sollten auch CD und LP sein. Wer nun noch zweifelt, muss unbedingt den Stream auf Bandcamp anhören. HEXIS sind eine Wand!

Infos:
Halo of Flies (CD/LP) / Narshardaa Records (Tape) / – 2014
CD/LP/Tape – 13 Lieder / 35:04 Min.

https://www.facebook.com/Hexisband
https://hexisband.bandcamp.com/
http://www.hexisband.net/