Disturbance Project – Grita Mientras Puedas

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Disturbance Project - Grita Mientras PuedasAnfangs glaubte ich, es handelt sich endlich um das Debütalbum der umtriebigen Spanier, aber nichts da. Es handelt sich lediglich um eine Compilation von DISTURBANCE PROJECT. Die letzte Zusammenfassung ihrer zahlreichen Splits gab es erst im Jahr 2009. Über Sinn und Zweck solcher VÖ, gerade im Grindcore Bereich, lässt sich durchaus diskutieren. Keine Frage, DISTURBANCE PROJECT zählen zu den wenigen noch vorhandenen Grindcore-Horden aus Spanien, die echt was drauf haben und sich zum Glück nicht, wie in España sehr oft anzutreffen, im Gore-Schweinescheiße Grind Fäkalienmorast suhlen. Dafür schon mal Hut ab.

Aber zu den Fakten: Auf dieser Scheibe werden einem 25 Songs entgegen gefeuert, die in knapp 21 Minuten herunter gehämmert und gedroschen werden, was einen als Grindcore Fan natürlich frohlocken lässt und einem ein breites Grinsen ins Face meißelt. Leider gibt es so einige Überschneidungen mit der oben genannten 2009er Compilation, was ich, um es ganz offen zu sagen, „Mierda“ finde, nicht wahr Amigos? Wenn ich mich jetzt nicht total vertan habe, komme ich auf ca. 10 Tracks, die schon mal im Vorfeld verbraten wurden. Was DISTURBANCE PROJECT allerdings ausmacht, ist, dass man nicht nur rasend schnellen Grindcore der raubeinigen Bauart zockt, sondern auch Geschick an den Instrumenten ist vorhanden.

Die Produktion der Scheibe ist soweit geglückt, es gibt keine nennenswerten Ausfälle in Bezug auf Sound bzw. Unregelmäßigkeiten im Lautstärkebereich, was einem als Hörer zu Gute kommt. Die 25 rasend schnellen Beerdigungssongs prügeln einen regelrecht ins Nirvana und sie tun gut daran, gewisse Akzente zu setzen, damit der aggressive Mörtel auch länger im Ohr hängen bleibt, als die Songs kurz sind. Cooler Scheiß, das schafft nicht jede Grindcore-Band.

Neben den Hochgeschwindigkeitsattacken, die einen wichtigen Platz einnehmen, wird man mit sehr wütendem Gesang von Alvaro ordentlich malträtiert, der auch hier und da mal ins metallische abdriftet, was dem Gesamtwerk aber nicht schadet. Wer denkt, das bei DISTURBANCE PROJECT die Gitarre nur der Vollständigkeit halber um den Hals hängt, der irrt, denn auch hier wird nicht mit Knowhow gespart, sondern es befinden sich ein paar richtig interessante Gitarrenriffs auf der CD, die echt was hermachen (obwohl dies bei DISTURBANCE PROJECT nun wirklich nicht zur Hauptaufgabe zählt). Es gibt wie zu erwarten auch einige Filmsamples zu hören, aber die sind passenderweise auf die jeweiligen Songs zugeschnitten.

Zusammenfassend sei gesagt, diejenigen unter euch, die bereits die 2009er Scheibe namens „Mediocridad Extrema“ gekauft haben und nicht unbedingt alles von den Jungs brauchen, die können sich das Teil hier im Grunde genommen sparen. Wer erst dieser Tage auf die Jungs aufmerksam wird, für den ist diese Songauswahl ein guter Einstieg.

Infos:
Everydayhate – 2014
CD – 25 Lieder / 20:22 Min.

https://disturbanceproject.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/pages/Disturbance-Project/112049098881418

https://www.facebook.com/everydayhate
http://www.everydayhate.pl/