Under The Pledge Of Secrecy – Black Hole Mass Evolution


Under The Pledge Of Secrecy - Black Mass EvolutionEs wart eine lange Geburt! Nach der ersten EP „The Convuluted Line“ brauchte das erste Full-Length schlussendlich 6 Jahre. Die Band bekam im Verlauf dieses Prozesses sicherlich das ein oder andere graue Haar. Doch am Ende wart alles gut. UNDER THE PLEDGE OF SECRECY haben endlich ihr Debüt draußen. Auf CD, LP in verschiedenen Farben und als Download über Bandcamp. Deutlich weiterentwickelt vom ersten Lebenszeichen, ist „Black Hole Mass Evolution“ verdammt eigenständig und trotzt jedweder Genre-Schublade.

Kurzer Rückblick, denn The Convuluted Line“ war eigentlich gänzlich anders. Damals waren UTPOS eine gewaltige Wand des Lärms. Hardcore, Mathcore, Grindcore, pures Chaos. Das Teil war richtig anstrengend. Dafür aber auch eine kleine Delikatesse für den Fan von technisch überdrehtem Krach. „Black Mass Evolution“ ist da etwas gesitteter. Aber nur ein bisserl, nur bedingt. Denn obwohl die Songs deutlich mehr Struktur haben, sich mehr Zeit zur Entfaltung und gar prägnanten Momenten nehmen, sind die Aachener immer noch meilenweit von straighten Abläufen und Riffs entfernt.

Im einfachsten Fall, kann man die halbe Stunde umschreiben, wenn man Dillinger Escape Plan, The Number 12 Looks Like You, Cephalic Carnage, See You Next Tuesday, The Boy Will Drown, Sons Of Aurelius und Crowpath in einen Mixer wirft und beim Durchlauf auf Stufe 12 aufnimmt. Doch selbst diese weitreichenden Vergleiche umfassen nicht vollends das Bild von „Black Hole Mass Evolution„!

Immer wieder, wenn man meint, man hat den wilden Mix aus Hard-, Math- und etwas modernem Grindcore verstanden, kommen neue Ideen und Wendungen, die abseits von abgefahrenen Beats und vertrackten Riffs funktionieren. Das erste Mal lässt wohl „One Eyed Prophecy“ überraschend aufhorchen, wenn Dark Funeral Melodieverständnis auf Sons Of Aurelius Umsetzung und modernem Deathcore/Metalcore Vibe trifft – natürlich ohne dabei zu trendy oder poliert zu sein. Dafür sind UNDER THE PLEDGE OF SECRECY schlichtweg zu unangepasst, extrem und dreckig, um auch nur annähernd die nervigen Aspekte der moderneren Genre zu streifen! Auch wenn „Smith Island“ ein wenig von The Black Dahlia Murder hat. Nein, es sind immer nur Reminiszenzen, denn die Mischung ist schier zu sperrig, abgedreht und einmalig, um einen wirklichen Vergleich zu erlauben. Zumindest mit den großen Namen. Denn das unglaublich gute „The First Light“ hat in seiner kalten Geradlinigkeit schon viel von neueren Blank. Bis dann wieder Arpeggios den typischen UTPOS-Stempel aufdrücken.

Kleinere Details erweitern den Sound dann abermals. So was, wie das Interlude „The Breakeven„, einfach hammer in Harmonieführung und Komposition. Oder wie der Titeltrack sich immer weiter in seiner Brutalität steigert, dicke Klangteppiche und Emotionen aufbaut, um dann wieder im furiosen Geballer zu gipfeln. Der gesamte Aufbau bis hin zum Grand Final ist einfach nur unglaublich gut durchdacht. Kleine Anspieler, häufig unter 2 Sekunden, aus Jazz oder atmosphärische Shoegaze Wände sind dann zusätzlich das Salz in der Suppe.

Auf „Black Hole Mass Evolution“ passiert viel. Viel in kurzer Zeit. Das klingt aber anstrengender, als es schlussendlich ist. Natürlich ist die Scheibe vielschichtig und anspruchsvoll. Gleichzeitig gibt es immer wieder Momente, die prägnant und griffig sind, dass der Hörer sich schnell zurechtfindet und Zugang zur Musik bekommt. UNDER THE PLEDGE OF SECRECY haben hier definitiv gelernt und sich von ihrer ersten EP weiterentwickelt. Ohne jedoch irgendwie ruhiger, angepasster oder trendiger zu werden. „Black Hole Mass Evolution“ ist ein abwechslungsreiches und intensives Album. Alles richtig gemacht!

Wie gesagt, es gibt Download und Stream auf Bandcamp, CD im sehr stimmigen Digipak und Vinyl in rot, weiß, blau, alles direkt von der Band. Im Bigcartel-Shop sogar in netten Kombi-Angeboten. Ein Blick lohnt sich. Und wer immer noch unschlüssig ist, ob ihm dieser eigenständige Stilmix gefällt, der sollte schlicht in das Album reinhören. Bandcamp sei dank!

Infos:
Eigenproduktion – 2014
CD / LP – 9 Lieder / 31:29 Min.

https://www.facebook.com/pages/UNDER-THE-PLEDGE-OF-SECRECY/108423782560915
http://utposstore.bigcartel.com/
https://underthepledgeofsecrecy1.bandcamp.com/