Trigger – Start our Revenge


Trigger - Start Our Revenge Grindcore ist eben nicht gleich Grindcore!
Die Überschrift bringt es im Grunde genommen auf den Punkt, dennoch will ich, zwecks des warum und weshalb, etwas mehr ins Detail gehen. Es ist wirklich ein Jammer, da spielen die Jungs schon Grindcore, ein Genre, dem ich sehr viel Aufmerksamkeit widme und das ich seit vielen Jahren schätze, und dann kredenzen uns TRIGGER ihre Art von schrulligem Grindcore/Powerviolence, und das, obwohl sie wirklich niemand darum gebeten/gefragt hat. Wahrscheinlich ist es ihre Art von Rache, wer weiß? Vor kurzem erreichte mich also ihr aktuelles Album, und ich war in der Tat gespannt, ob die Jungs aus Sachsen mich dieses Mal wenigstens einen Tick mehr überzeugen können. Denn die Chancen standen dieses Mal sogar recht gut, sprich, ohne direkten Vergleich zu einer anderen Band, so wie es bei der Split LP mit Abjured der Fall war. Denn gegen Abjured haben sie ziemlich abgekackt.

TRIGGER haben leider einen akuten Nervfaktor, der die Skala nach oben noch ausbaut. Sehr obskurer Kram! 20 Songs wird hier geblastet, hysterisch geschrien und nebenbei verbittert in das sich „leider“ nicht wehrende Mikro hinein geplärrt, dass ich mich permanent frage, mit was für einem nicht nachvollziehbaren Soundhaushalt ich hier meine Zeit verplempere.

Die guten Ideen und das Potential, was das Trio durchaus besitzt, werden des Öfteren schon im Keim erstickt. Hinzu kommt, dass die Songs in ein viel zu enges Korsett geschnürt sind, was den Songs nicht die geringste Chance gibt, sich zu entfalten, weil einfach kein Puffer vorhanden ist, der den Stücken das erforderliche Maß an Freiraum bietet, um eventuell im Ohr hängen zu bleiben. Stattdessen setzt man auf reine Geschwindigkeit, in der Hoffnung, sich damit aus der Affäre zu ziehen. Habt ihr super gemacht, fällt auch überhaupt nicht auf!

Dabei haben Trigger tatsächlich technisches Knowhow in der Hinterhand, sprich: Das Schlagzeug ist echt der Hammer, denn neben der massiven Höchstgeschwindigkeit gibt’s auch jede Menge Kreativität auszumachen. Auch bei den Texten sind keine Stumpfbeutel unterwegs, denn man liest, hier machen sich Leute Gedanken, und es werden nicht nur irgendwelche Phrasen gedroschen, was Hunderte vor ihnen schon gemacht haben. Aber selbst wenn die Arbeit hinterm Kessel von Kevin noch so genial ist, er spielt einfach in der falschen Band. Punkt aus.

Der Gesang, der echt NULL(!!!!) mit Grindcore zu tun hat, kotzt mich regelrecht an, klingt eher wie eine aufgescheuchte, tollwütige Katze, oder anders ausgedrückt, durch das heisere Fauchen und Kreischen klingt es eher nach einer garstigen Black Metal Band. Okay, vielleicht war der Sänger früher mal in einer BM Band, man hat ihn dann aber rausgemobbt, weil er nicht die erforderliche Ideologie eines Black Metallers inne hat, man weiß es nicht. Nee, echt, so einen Rotz habe ich selten gehört! Da hört sich selbst Frognoise noch interessanter an, und das will was hießen.

Der deutschsprachige Song „Eigentlich“ unterscheidet sich von den anderen Songs durchaus positiv, indem er ein gesundes Maß an Abwechslung mit einbringt, sprich, es wird nicht permanent durchgeblastet, und beim Gesang (sagte ich Gesang?) setzt man auf leichtes Growlen und variiert somit mehr, so dass sich der Song tatsächlich nach Musik anhört. Wow.

Live kann ich mir solch einen verstrahlten stressigen Mumpitz überhaupt nicht vorstellen. Sorry, aber „Start our Revenge“ stellt für mich das langweiligste, gesichtsloseste, aber vor allem nervtötendste Album 2014 in diesem Genre dar. Was nützen einem die aggressivsten, schnellsten Songs, wenn von all dem nichts, aber auch rein gar nichts hängen bleibt? Obwohl das bei TRIGGER ja positiv zu bewerten ist, he. Ich würde sagen, Ziel verfehlt.

Fazit: Wer sich wirklich jeden Kram kauft und nicht weiß wohin mit seiner Kohle, der soll sich das Dingens ruhig kaufen, umso schneller ist dieser Froschfurz vom Markt. So, mir reicht’s jetzt endgültig. Ich widme mich lieber richtig guten Alben, die dem Genre Grindcore würdig sind, als diesem hyperaktiven, pseudo-aggressiven Gehampel. Hier heißt es ganz klar Daumen nach unten! Bäh… Und ich muss mich doch sehr wundern über Everydayhate. Sagt mal, auf was für einem Entdeckungspfad seid ihr denn gerade? Ich geh dann mal zum HNO. Rechnung bezahlt TRIGGER??
Prädikat: verzichtbar.

Infos:
Everydayhate – 2014
CD – 20 Lieder / 23:57 Min.

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