Origin – Omnipresent


Origin - OmnipresentDie Amis ORIGIN waren für mich mit ihrem technischen Death Metal nie so wirklich interessant, und somit habe ich ihren Werdegang auch nicht großartig weiter verfolgt. Das wird sich jetzt allerdings ändern, denn in der Besetzung hat sich jetzt etwas sehr Positives getan, denn als neuer Growl-Bär ist kein geringerer als Jason „Grizzly“ Keyser (ex Skinless) am Mikro, und das ruft natürlich ein großes Interesse meinerseits auf den Plan.

Gleich ihr erster Song „All things dead„, ist ein absolut geiler und wüster Einstieg in die nächste halbe Stunde, vollgepackt mit jeder Menge Death Metal Energie, Wut und handwerklicher Präzision. Während mir ihre älteren Alben teils zu technisch verfrickelt waren und der Gesang nicht meinen Geschmack traf, geht man anno 2014 ein gutes Stück aufgeräumter an die Songs heran, sprich, man besinnt sich aufs Wesentliche. Ihre interessante Akrobatik an der Gitarre, wo selbst Technikhasser und Frickelgegner den Daumen freiwillig nach oben bewegen, dann diese teilweise eingestreuten Stop and Go Geschichten, aber auch der tief brüllende, leicht röhrende Gesang von Jason, all das macht die neue Platte echt zu einem wahren Hörgenuss für jeden Death Metal Fan der harten Gangart.

Während sich die meisten Brutal Death Metal Bands nur durch ihren Frognoise Gurgelgesang profilieren müssen, haben die richtigen, guten Bands, nämlich die alteingesessenen, noch weit mehr zu bieten. Ja, hier herrscht trotz der enormen Raserei und der raubeinigen Herangehensweise immer eine klare Linie, und somit schaffen es ORIGIN auch, Atmosphäre aufzubauen.

Die Produktion ist wahrlich ein Hammer, sehr druckvoll, aber, und das ist der wichtigste Punkt, es klingt nicht überladen oder gar klinisch tot produziert. Man kann sich „Omnipresent“ in allen möglichen Reihenfolgen anhören, du findest ums Verrecken keinen einzigen Lückenfüller, noch nicht mal einen lahmen Song, und das finde ich wirklich erstaunlich. Klar gibt es ein paar Frickeleinlagen, wo man sich wieder an der Klampfe einen runterholt, nach dem Motto, schaut her, ich hab‘s drauf (haben sie ja auch!), aber im Vergleich zum alten Kram ist dies nicht mehr das alleinige Hauptaugenmerk, sprich, die Songs bleiben im Gedächtnis, eben weil sie verdammt viel zu bieten haben.

Ich könnte eigentlich jeden Song hier erwähnen und ins Detail gehen, aber weshalb? Mit dem letzten Song covert man noch die kultigen S.O.D. mit „Kill yourself„, und man hat echt das Gefühl, die Jungs machen daraus eine Grindcore-Nummer, cooler Scheiß. Hat echt was, da man diesen coolen Song nicht eins zu eins blindlinks kopiert. Selbst wenn ich meckern wöllte, ich habe einfach nichts auszusetzen, und somit werde ich mir diesen Brocken auch im Original nachkaufen.

Das Album hat zudem ein verdammt geiles Cover, was einen Kauf auf Platte regelrecht vorschreibt. Also, macht hin, kauft euch diesen Berserker an technischem Death Metal. Selbst wenn ORIGIN schon lange keine Underground Band im eigentlichen Sinne mehr sind, ihre Wurzeln haben sie nicht vergessen und sie blitzen bei dem ein oder anderen Song noch ordentlich durch. Wer auf die Skinless Scheibe „Trample the Weak, Hurdle the Dead“ steht, der wird sich mit diesem Album in der Hand einen runterholen können! Ich bin mehr als nur begeistert. DANKE Jungs für dieses Killeralbum! Saugeile Scheibe, auch wenn der Preis hierfür verdammt teurer Scheiß ist. Nützt aber nichts, braucht man trotzdem im Original!

Infos:
Agonia Records – 2014
CD/LP – 12 Lieder / 34:45 Min.

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https://agoniarecords.bandcamp.com/album/omnipresent

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