Zombiefication – Procession Through Infestation

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Zombiefication - Procession Through InfestationIm Untergrund sind ZOMBIFICATION ja längst keine Unbekannten mehr. Fünf Jahre gibt es die Band mittlerweile, und bereits das Debüt „Midnight Stench“ hat in der Szene für einiges Interesse gesorgt. Nicht umsonst haben sich Aspyhxiate Records, Chaos Records und Osmose Productions gleichermaßen um eine Veröffentlichung auf CD und LP gekümmert. Und zugegebenermaßen, dieser Einstand hat ja auch durchaus Spaß gemacht! Mir persönlich fehlte hingegen noch etwas am letzten Pfiff, der Mr. Hitchcock und Mr. Jacko von der breiten Maße an Retro-Bands abhebt. Entsprechend verfolgte ich den Weg der mexikanischen Band nicht weiter…

Doch just erschien das mittlerweile dritte Full-Length. Und ZOMBIEFICATION haben inzwischen einen eigenen Stil gefunden, der sie von anderen Kapellen abhebt! Die Basis ist natürlich weiterhin Oldschool Death Metal. Dismember, Necronaut, Revolting, Entombed und so fort, mit einem kleinen Schuss US-Schule. Dazu kommen sehr viele morbide Leads und Soli, die „Procession Through Infestation“ zu einem sehr makabren Album machen. Alleine die verstärkte Atmosphäre, die teilweise leicht finnisch wirkt, gefällt mir sehr gut!

Das I-Tüpfelchen ist jedoch diese schrullige Verspieltheit, mit der das Duo aus Mittelamerika fluffig durch düstere Stimmung und brachiale Aggression flattert. Am extremsten fällt das vielleicht im epischen „Infestation“ auf. Sieben Minuten, viel Schwarzwurzelsuppe, exzessive Soli, Ufta-Ufta, überraschende Wendung und dann fast schon ruhige Momente mit melodieführendem Bass. Zum Schluss endet dann alles in einem Drum-Outro mit Flanger-Effekt. Ein sehr experimenteller Song, der deutlich die eigenwillige Herangehensweise von ZOMBIEFICATION unterstreicht. „Procession Through Infestation“ ist zwar ein Death Metal Album, aber nicht in das klassische Revival-Korsett gezwungen. Vielmehr dominiert diese Spielfreude, die den kreativen Köpfen aus der Ursprungsphase inne war!

So gibt es immer wieder was zu entdecken. Die atypischen Beats im Opener „Procession„, den ranzigen Crust-Uptempo-Part in „The Never Ending Quest„, die dezenten Schnörkel am Riff in „Possession, das furios reitende Uptempo in „The Divine Door“ oder die Unmenge an kreativen Breaks und überraschenden Wendungen auf dem Album. „Procession Through Infestation“ ist spannend, abwechslungsreich, direkt und atmosphärisch. Eine sehr gelungene Mischung!

Würde gegen Ende, mit „The Divine Door“ und „Oppression„, nicht etwas die Luft rausgehen, wäre die Scheibe ein richtiger Hammer! „The Blackest Light“ zieht dann zwar noch mal an, und ist ein richtig packender Wachrütteler zum Schluss, aber insgesamt hätten die knappen 45 Minuten gerne etwas gestrafft werden können. Nichtsdestotrotz sollten Fans von Entrapment, Stench, Nihilist, Demigod oder Funebre dennoch „Procession Through Infestation“ antesten – falls nicht eh schon geschehen. Zwei Lieder gibt es auf Bandcamp, sowohl bei der Band, als auch beim Label Doomentia Records.

Infos:
Doomentia Records – 2014
CD – 8 Lieder / 44:27 Min.

https://www.facebook.com/zombiefication666

https://www.facebook.com/DoomentiaRecords
http://www.doomentia.com/
https://doomentiarecords.bandcamp.com/album/procession-through-infestation