Sektor – Alpha


Sektor - AlphaAlpha“ ist das Debüt-Album von SEKTOR. Gegründet wurde die Band 2012 im bayrischen Landshut. Die Mitglieder haben allesamt bereits Erfahrungen in anderen Kapellen gesammelt. Davon sagt mir allerdings keine Einzige auch nur annähernd etwas; deswegen erspare ich mir auch das obligatorische Name-Dropping von Metal-Archives.com.
Diesen Hintergrund merkt man „Alpha“ auch an. Und wenn man bedenkt, dass dieses Full-Length gerade mal ein Jahr nach Bandgründung aufgenommen wurde, ist die Darbietung auch sehr solide. Mehr aber auch nicht.

Hybrid Blackened Death – so die vollmundige neue Schublade, die SEKTOR selber eröffnen. Am Ende ist es nur generischer Death-Thrash. Ja, sicherlich gibt es hier und dort mal eine kurze Passage, die vom Black Metal inspiriert wurde. Und ab und an darf der Thrash auch schon mal grooven. Ob das aber direkt ein Hybrid mit dem „Groove Metal“ ist, oder einfach aus einem Mid-90er Verständnis des Genres stammt, sei an dieser Stelle den Musiktheoretikern überlassen. „Moderneren“ Passen sind SEKTOR nämlich durchaus nicht abgeneigt. Lediglich auf trendy Sperenzchen wie Breakdowns oder Neo-Thrash verzichtet man glücklicherweise…

SEKTOR limitieren sich also mitnichten. „Alpha“ hat dennoch einen etwas altbackenen Beigeschmack. Die Riffs klingen größtenteils bekannt, die Songs folgen – allen Tempo- und Rhythmuswechseln zum Trotz – ausgelatschten Pfaden. Klar, diese Rezeptur mit donnernder Doublebass und scharfen Gitarren, treibenden Blastbeats und drückenden Midtempo-Grooves läuft entsprechend leicht ins Ohr. Gerade live sollten die Lieder schnell zünden und für Vergnügen vor der Bühne sorgen.

Für den Genuss auf CD fehlt es allerdings an herausragenden Momenten. Dafür hat man diese Interpretation des Genres schon zu oft in den Bürger- und Jugendzentren dieser Republik gehört, um noch den gleichen Enthusiasmus für „Alpha“ aufzubringen, wie man es noch mit 15 oder 16 konnte. Ja, mittlerweile stört man sich schon eher an den Kleinigkeiten. In der Produktion ist der Gesang viel zu prominent platziert. Und er ist schlecht. Patrick gibt sich alle Mühe und versucht sich in Variation. Aber am Ende ist er einfach kein guter Sänger. Selbst im extremen Metal genügt ein bisschen Schreien, Kreifen, Brüllen und Grunzen nicht. Auch wirken manche Blastbeats und Doublebass-Attacken noch etwas untight, einige Wechsel und Uptempo-Passagen chaotisch. Mich persönlich ärgert zusätzlich, dass der hervorragende Bass von Session-Musiker Jonas Fischer zu inhomogen platziert wurde: Einige Töne stechen unangenehm raus, an anderer Stelle würde ich mir etwas mehr Präsenz wünschen.
Am Ende ist es die Summe dieser kleinen Details, die deutlich an „Alpha“ nagen. Zusätzlich zur immensen Konkurrenz.

Für Fans von Bands wie Sabiendas, Deathstar, Skum, Bloodspot, Hate Force One, o.ä. dürfte „Alpha“ durchaus brauchbar sein. Da lohnt sich das Anhören des kompletten Albums auf Youtube. Wer hingegen etwas mit mehr Eigenständigkeit, Prägnanz oder Profil sucht, macht am besten einen großen Bogen um die Scheibe…

Infos:
Rebirth The Metal / Satanath Records – 2014
CD – 10 Lieder – 38:26 Min.

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https://rebirththemetalproductions.bandcamp.com/album/sektor-alpha