Killchain – Where Is Your Saviour


Killchain - Where Is Your SaviourDas „Severed Survival“ Artwork, mal eben durch unnötig explizite Gedärme und übertriebene CGI in bester Brutal Death Metal Manier verhunzt. Das ist der erste Eindruck, den KILLCHAIN mit ihrem dritten Album bei mir erwecken. Und ob diese künstliche Guts’n Gore Geschichte die richtige Zielgruppe anspricht? So ganz bin ich mir da auch noch nicht sicher. Klar, „Where Is Your Saviour“ geht ganz klar in die Richtung Brutal Death Metal. Aber es fehlt der Slam/Groove oder die letzte brachiale Konsequenz, um wirklich die Hörerschaft des Sektors anzusprechen…

Die Riffs und Songstrukturen sind zu ausgelutscht, zu häufig gehört. Hier klingt es mal etwas nach alten Cannibal Corpse, dort nach den kantigen Anfangstagen von Dying Fetus. Gerade die Wechsel zwischen schnellen Arpeggios und dicke-Hose-Riff, zwischen Hardcore-Groove und schnellen Blastbeats, erlaubt den letztgenannten Vergleich.
Doch spielen KILLCHAIN nicht so rotz-tight, dafür aber irgendwie über ihrem Niveau. Nicht immer, einige Blastbeats und gerade die etwas gedrosselteren Momente sitzen schon. Aber nicht selten klingen die Uptempo-Passagen hektisch, gehetzt, chaotisch. Man könnte ja diese furiose und ungezügelte Herangehensweise fast noch sympathisch finden.

Der Mangel an mitreißenden Ideen, prägnanten Gitarrenlinien oder packenden Rhythmus-Grooves langweilt aber zu schnell. Die Riffs sind allesamt gleichförmig und austauschbar. Als Resultat klingen dann auch die Lieder über die 29 Minuten Spieldauer immer wieder gleich. Da kann auch das ein oder andere Solo, oder die Besinnung auf geradlinigen Grindcore in „The Fury Of Us All“ nichts am Gesamtbild rütteln.

Dazu nervt der Gesang ziemlich. Zugegeben, Stano und Gabi (nein, Frauenbonus, der Onkel heißt halt so) geben sich sichtlich Mühe in Punkto Abwechslungsreichtum. Doch am Ende sind beide keine sonderlich guten Shouter, Growler, Death Metal Sänger. Dann doch lieber monotones Dying Fetus Gebelle oder den Devourment Staubsauger….

So ist das „Where Is Your Saviour“ gerade mal durchschnittliche Kost für den enthusiastischen Deathfest-Besucher. Für eine Runde im Circle-Pit taugt das Gebolze sicherlich. Aber daheim in der Anlage? Nein, aber Danke nein!

Infos:
Metal Age Productions – 2014
CD – 11 Lieder / 29:23 min.

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