Kadaverficker / Depression – Split EP

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Depression - Kadaverficker - split7EPKnapp zwei Jahre ist es her, dass DEPRESSION eine Split-EP veröffentlichten, und dieser Tage (für die ganz Genauen: am 1.11.) erscheint jetzt eine neue Split in Form eines Siebenzollers.

Den Anfang machen KADAVERFICKER, deren letztes Album bei mir sogar recht gut wegkam. Ja, was soll ich sagen, die ollen Leichenliebhaber bleiben ihrem Grobmörtel-Sound weiterhin treu und wildern sich in muffiger, rotzfrecher Death/Grind Manier durch vier Songs, wobei zwei davon Coversongs sind. Wer auf Underground-Sound abfährt, liegt hier schon mal in der richtigen Pissrinne. KADAVERFICKER sind eine gute Spur schneller unterwegs als DEPRESSION und spielen auch weniger den „uffta uffta“ Groove. Mit „Eroded Epitaph“ covern sie ihre Splitpartner DEPRESSION, ein Song, der meiner Meinung nach recht cool umgesetzt wurde und mit ihrem Leichensound gut harmoniert, da sich die Mucke an sich nicht soo viel nimmt und zudem was eigenes daraus gemacht wurde.

Mit dem Napalm Death Cover „The Kill“ überraschen mich die Jungs dann nochmal so richtig. Denn die werten Herren verhunzen den Song zum Glück nicht, ganz im Gegenteil, die ballern hier echt einen geilen Grindsong durch die Boxen, der selbst den Engländern durchaus gefallen könnte. Klar, schwer ist dieser Song nicht zu covern, aber KADAVERFICKER machen ihre eigene dreckige, abgefuckte Death/Grind Note draus und spielen ihn somit nicht blindlinks nach. Cooler Scheiß, genau so stellt man sich das vor.

Und bevor man sich auf der Couch breit gemacht hat, ist die Seite schon wieder zu Ende. Auf der B-Seite warten dann schon ungeduldig DEPRESSION darauf loszulegen. Die Lüdenscheider schießen gleich sechs Songs aus der Hüfte, davon sind fünf eigene Nummern plus ein Coversong. Der Eröffnungstrack „Meaninglessness“ ist eher ne langsame, tiefer getunte Groovenummer, die erst nach und nach Fahrt aufnimmt. Wer DEPRESSION kennt, weiß eh, was ihn erwartet. Die NRW Jungs denken gar nicht daran, anders zu klingen oder etwas an ihrer Marschroute zu ändern.

Schnorchelnder, räudiger, tief kehliger Krächz-Gesang, der des Öfteren auch mal heiser herausgeschrien wird, wechselt sich ab mit morbiden Melodien, tiefer gestimmten Gitarren, die definitiv aus der Gruft kommen. Ich kann es jetzt an nichts festmachen bzw. einen Grund nennen, aber mir sagt die KADAVERFICKER-Seite einen Tick besser zu. Liegt eventuell auch daran, dass ich die Mucke, die DEPRESSION nun schon seit Jahren spielen, nicht mehr so oft höre und wenn, dann eben ohne Gore-Anteil! Aber Musik ist und bleibt nun mal Geschmacksache.

Als letztes Stück gibt es noch mit „Down to the Swamp“ ein uraltes Blood-Cover vors Fressbrett gehämmert, was auf der damaligen Split zusammen mit den kultigen Impetigo vertreten war. Wenn es um die alten Recken von Blood geht, dann stellen sich meine Antennen von Natur aus auf Empfang, da Blood in meinen Augen eine wirklich geile Band ist, auch wenn sie seit Jahren überhaupt nicht aus den Puschen kommen. Allerdings muss man schon sehr genau hinhören, dass man Blood heraushört, denn DEPRESSION haben hier ganze Arbeit geleistet und meiner Meinung nach einen Tick zu viel DEPRESSION-Sound einfließen lassen. Ich find das Cover zwar ganz okay, aber es ist auch kein Knaller geworden, das muss man auch sagen.

Fazit: Wer auf groovigen Underground Gore Death Metal mit leichter Grindkante steht, der sollte hier gut beraten sein. Die Split Scheibe ist auf 300 Stück limitiert und gibt es zudem in verschiedenen Farbvarianten. PS: Danke an Marc von DEPRESSION, der so nett war und mir bei unserem Tausch die EP für eine Besprechung zukommen ließ. (Hm, ganz schön langes Review für so eine kleine Scheibe, oder?)

Infos:
Suffer Prod., Grind Block Rec., Rotten Roll Rex – 2014
7″ EP

https://www.facebook.com/DEPRESSIONGrind

https://www.facebook.com/Kadaverficker

http://www.rottenrollrex.com/
http://www.grindblockrecords.com/

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