Ass to Mouth – Degenerate

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Ass To Mouth - DegenerateAber hallo, hier geht sowas von dreckig die Post ab, dass es fast nicht wahr zu sein scheint! Diejenigen, die mein Geschmiere hier bei Necroslaughter hin und wieder verfolgen, werden sich mit Sicherheit denken können, dass ich auch dieses Mal keine langsame Mucke unter die Lupe nehme. Diese Band hat mich anfangs in die Irre geführt. Zum einen liegt es am Bandnamen, der zugegebenermaßen reichlich beschränkt und wirklich sehr einfallsreich ist und mich somit in die behinderte Porngrind-Ecke denken ließ, sprich, eben dieses Schwachmaten-Genre, was wirklich NIEMAND braucht und bei dem ohnehin jeder Kommentar zu viel ist. Und zum anderen hätte ich auf Teufel komm raus nicht erwartet, dass die Jungs zudem aus Polen kommen. Denn ihr Sound klingt sehr amerikanisch geprägt und ist zum anderen nicht so furchtbar klinisch tot produziert.

An alle aufgeschlosseneren Grindcore Fans der alten als auch neuen Schule und Death Metaller, die sich für Grindcore nicht zu fein sind: Aufgepasst und zugehört, ASS TO MOUTH ist eine wahrhaft fette, arschtretende Angelegenheit, die euch mal so richtig in die Mangel nimmt. „Degenerate“ bietet von der ersten Sekunde an killermäßigen, verdammt intensiven Death/Grind, der sich echt hören lassen kann, denn die Jungs beweisen echt Talent. Einige der Bandmitglieder sind schon seit ein paar Jahren in anderen Bands aktiv, so dass hier keine Anfänger am Start sind, was man den Songs anhört.

Auf insgesamt 20 Songs wird sich wütend wie ein Berserker durch die brutale Death Metal/Grind Landschaft gewütet, dass es eine wahre Freude ist, sich diesen wilden, abartigen Reigen hier reinzuziehen. Obwohl ASS TO MOUTH hier und da auch ein paar Brutal Death Metal Einflüsse in Form von müffelndem Schweinegesang der Marke „oink, oink“ mit ins Boot bringen, was aber zum Glück nicht permanent penetrant eingesetzt wird, gefällt die krude Mischung aus 70% Grindcore, was man allen voran am Schlagzeug und bei der Gitarre hört, und 30% brutalen DM Auswüchsen doch sehr gut. Was ebenfalls positiv zu bewerten ist, ist die Tatsache, dass bei den Songs, obwohl sie überwiegend im extremen Eiltempo runtergeputzt werden, stets eine klare Linie und Richtung vorherrscht und nicht so ein Kuddelmuddel, wie man es oft vorgesetzt bekommt.

Die Songs gehen verdammt dreckig und kantig nach vorne ab und überzeugen durch ihre enorme Energie, wo auch die kraftvolle Produktion ein Wörtchen mitzureden hat. Ich bin sehr erfreut, dass man sich nicht in Polens meistbesetztes Hertz Studio eingenistet hat, sondern sich fürs Soundscope Studio entschieden hat, denn genau dieser Sound unterscheidet ASS TO MOUTH von vielen ihrer Landsmännner.

Hier jagt ein Knallersong den nächsten, und man besinnt sich aufs Wesentliche. Dass die Jungs Amifans zu sein scheinen, hört man nicht nur am Sound, sondern auch daran, dass sie ein Faible für Intros haben, und obwohl ich nun überhaupt kein Freund von Intros bin, passt es hier wie die Faust auf Jesus Auge und stört mich nicht die Spur.

Degenerate“ nutzt sich auch nach mehrmaligen hintereinander Hören nicht ab, und Lückenfüller gibt es ebenfalls nicht zu vermelden, von daher gehen beide Daumen nach oben. Ein wahnsinnig intensives, brutales, aber auch qualitatives Abrisskommando, was einem hier geboten wird. Wer öfters mal polnischen Death/Grind hört und auch auf die sehr coolen Rabauken wie Ojciec Dyktator abfährt, muss sich das Dingens von Haus aus kaufen. Checkt das Teil mal an und holt euch diesen Bastard. Bereuen werdet ihr es nicht.

Infos:
Fat Ass Rec., Grindfather Prod., Grindmotion Rec., Addiction to War Rec. (LP) / Selfmade God (CD) – 2014
LP – 20 Lieder / 30:56 Min.

http://www.assgrindsystem.com/
https://assgrindsystem.bandcamp.com/
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http://selfmadegod.com/
https://selfmadegod.bandcamp.com/album/degenerate