Thornafire – Magnaa


Thornafire - MagnaaTHORNAFIRE sind eigentlich keine Unbekannten in der Szene. Seit 1998 aktiv, veröffentlichten sie ihre ersten drei Alben über Ibex Moon, dem (mittlerweile scheinbar auf Eis gelegtem) Label von Incantation Frontmann John McEntee. Leider muss ich gestehen, dass mir die Band – bis auf den Namen und vereinzelte Songs, seinerzeit noch über Myspace – recht unbekannt ist.

Nun kommt aber das vierte Album über FDA Rekotz. Mit dem gutem Renomee des Labels, sollte die chilenische Band nun auch eine breitere Masse adressieren können. Das extrem gelungene Artwork von Misanthropic Art trägt dazu bei, das „Magnaa“ sehr ansprechend wirkt, beim Hörer Interesse weckt. Und irgendwo passt auch das stilvolle Cover zur irgendwie theatralischen Musik.

THORNAFIRE haben definitiv einen eigenen Kopf. Das macht es nicht sonderlich einfach, „Magnaa“ zu beschreiben. Sicherlich hört man einige Einflüsse raus. Mancher verortet frühe Morbid Angel. Die sehe ich zwar etwas weniger, genau wie die gelegentlich erkannten Dimmu Borgir. Gewisse Einschläge aus dem Black Metal sind aber definitiv nicht zu leugnen. Sei es die Harmonieführung, die zuweilen an Dark Funeral erinnert, oder die im späteren Albenverlauf wachsende Symbiose aus Black und Death Metal, die Behemoth nicht unähnlich ist.
Typisch für die südamerikanische Aggressivität kommt natürlich auch der Hang zum Highspeed heraus, der an manchen Stellen an der Schwelle zu Krisiun oder gar dem Death-Grind schabt. Aber diese Momente sind genau so selten, wie die Klargesang-Passage aus „La Voluntad De Los Autocrates“ mich an frühe Borknagar erinnert.
Da finde ich in der Mischung aus Melodie, verspielten und dennoch technischen Gitarren und schneller Doublebass, die Parallele zu Fleshgod Apocalypse fast am prägnantesten. Nicht ganz so schwülstig, vielleicht etwas aggressiver und mehr geschwängert mit Thrash Metal alter Schule, aber die erhabene Epik ist Definitiv vergleichbar.

In einem Wechselspiel aus thrashigen Momenten, furiosem Black/Death Geballer, Akzenten mit synthetischen Streichern, Cembalos, Klavier, instrumentalen Interludes und sogar Experimenten mit der deutschen Sprache in „Die Unaufhaltsame Stroemung„, ist „Magnaa“ ein durchwachsenes Album. Als reines Albumkonzept, ist es zu sprunghaft, zu durchwachsen. Betrachtet man es allerdings unter dem Aspekt, den auch Fleshgod Apocalypse als Verkaufsargument nutzen wollen, mit Bezug auf das Artwork des Albums, dann offenbart „Magnaa“ sicherlich eine künstlerische Seite, ein freigeistliches Verweben von verschiedenen Metalspielrichtungen (Black, Death, Thrash) mit theatralischen, genre-fremden Instrumenten.

Richtig rund läuft diese Mischung noch nicht ganz. THORNAFIRE dürften sich gerne etwas geradliniger und fokussierter zeigen, ihre Spieldauer von knapp 50 Minuten auf das nötigste runterkochen. Denn gute Songs sind vorhanden. „Vortevx De Sileo„, „Scorching Iron Thorns“ oder auch das instrumentale „Corvus Corax“ machen Spaß. Und auch die etwas kunstvolleren Konstruktionen wie „Die Unaufhaltsame Stroemung“ klingt interessant, abseits von gängigen Schablonen und ausgelutschten Ideen.
Nur im Gesamtbild kann „Magnaa“ leider die Spannung nicht permanent halten. Schade! Und was der „Hiddentrack“ nach dem „Outro“ soll, verstehe ich auch nach mehreren Hördurchläufen nicht. Soll das eine Impression vom Nachtleben Santiagos sein? Irgendwie unnütz….

Infos:
FDA Rekotz – 27.09.2014
CD – 14 Lieder / 49:29 Min.

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