Damage Source – Raise Hell

 , , ,

Damage Source - Raise HellSeit 2007 aktiv, haben DAMAGE SOURCE ihr erstes Debüt gerade erst letztes Jahr veröffentlicht. Scheinbar mit Erfolg, denn mittlerweile gibt es die zweite Auflage der professionell gepressten CD im Cardsleeve. Weswegen ein erstes Lebenszeichen als Tonträger erst sechs Jahre nach Bandgründung erschien, darüber kann ich selber nur mutmaßen. Vielleicht lag es am mangelnden Drummer? Zumindest wurde „Raise Hell“ noch von Session-Musiker Hannes Feder eingespielt. Auf der aktuellen Auflage des Demos steht aber schon Ulus Saglam als permanentes Mitglied – vielleicht kann man mit neuem Material also schon alsbald rechnen?

Denn größtes Manko an „Raise Hell“ ist die kurze Spieldauer. Wer sich die digitale Variante bei Bandcamp gegen einen Obolus runterläd, bekommt drei Lieder in guten 10 Minuten. Der physische Tonträger, den man für äußerst faire 2 Euro direkt bei der Band bestellen kann, kommt mit einem weiteren Lied und einer Gesamtspieldauer von dreizehn einhalb Minuten. So oder so, ziemlich wenig, das Ende der Demo hinterlässt Lust auf mehr!

Dabei sind DAMAGE SOURCE nicht sonderlich originell oder eigenständig. Es ist viel mehr ihre trockene Art, wie sie bedrohlich-aggresive Slayer mit punkigen Kreator mischen. Kein Skater-Thrash, keine Beer’n Pizza Party. Als Referenz mögen vielleicht die Aachener Scornage dienen. Etwas altbacken, dafür immer ordentlich Dampf auf dem Kessel.

Schön ist aber, dass „Raise Hell“ immer direkt auf den Punkt kommt – im Gegensatz zu Scornage, die gerne mal Überlänge zelebrieren. Die Riffs sind zwar gelegentlich stark reduziert, werden aber nie tot gespielt. Für Abnutzung oder Langeweile bleibt auch keine Zeit! Dafür sind die Spieldauer zu begrenzt und die Lieder zu Abwechslungsreich im Songwriting. Mit dem Titeltrack beginnt die EP recht zackig, erlaubt sich mit „On Your Knees“ aber auch etwas mehr Groove und böses Midtempo in „Ozymandias„. Ja, dieser Bonus-Track auf der gepressten CD ist der beste Song von DAMAGE SOURCE und somit auch definitiv den Kleinstbetrag für die Hardcopy wert!

Was natürlich besonders gefällt: DAMAGE SOURCE sind an einigen Stellen reduziert bis auf die Knochen. Aber beileibe nicht stumpf! Wie gesagt, die Songs sind auf den Punkt, lassen eher Lust auf mehr, alsdass sich Riffs und Strukturen abnutzen könnten. Die dezent angedeuteten Slayer-Walgesänge sind geschickt platziert, die Soli ordentlich. Subtil und dadurch hervorragend sind aber die Bassläufe, die in „The Disease“ sogar in ein Solo gipfeln. Auch eine sehr fesche Nummer, die gerne als Anspieltipp auf Bandcamp gesehen werden darf.

Nun bleibt zu hoffen, dass die Band mal aus den Puschen kommt und alsbald mal eine neue EP, oder besser noch: ein Album nachlegt!

Infos:
Eigenproduktion – 2013
CD – 4 Lieder / 13:29 Min.

https://www.facebook.com/damagesource
http://damagesource.bandcamp.com/