26.09.2014 – Ultha – Unru – Sun Worship


2014-09-26 - Sunrultha

Wow, was ein Line-Up! Die wohl beiden besten deutschen Black Metal Bands und die neuen Hopefuls, zusammen auf einem Konzert in einer intimen Underground-Bude! Kein Wunder, dass die Resonanz im Vorfeld bereits sehr gut war. Über 160 Leute hatten sich auf Facebook zu dem Event angekündigt. Und bereits ganz zu Beginn wurde darauf hingewiesen: Maximal 120 Leute passen in den „privaten“ Laden. Pünktlichkeit ward geraten!

Doch musste der Schreiber dieser Zeilen es natürlich wieder übertreiben. Direkt nach der Arbeit flott was futtern und dann mal die Lage der Lokalität auskundschaften. Immerhin war dies mein erste Besuch im „Privat“. Und so war ich bereits irgendwann vor 19 Uhr vor dem Laden, später, der netten Crew und Bands zum Dank, auch in der Bude. Für 20 Uhr war der offizielle Einlass veranschlagt. Aber wie man das kennt, verzögerte es sich um gut 15 Minuten. Entsprechend war auch schon eine gute Gruppe Leute vor der Türe. Auch wenn sich der Raum nach dem ersten Ansturm etwas gemächlicher füllte, war aber bald ausverkauft; der Platz spärliche Mangelware.

Unter großen Erwartungen, eröffneten ULTHA dann irgendwann nach 21 Uhr. Mit Mitgliedern von Goldust, Planks, Atka und einige weiten Kapellen, hat das Namedropping bereits im Vorfeld Interesse an der Band geschürt. Dazu dann die erste Proberaum-Aufnahme auf Soundcloud und die Ankündigung, dass das Album über Vendetta (LP) und Tartarus (MC) erscheinen wird. Nun war dies die Feuertaufe, der erste Auftritt, das erste Mal, dass es mehr als nur einen Song zu hören gab. Den Einstand haben ULTHA mit Bravour geschafft. Begonnen mit hyperschnellem Blast-Gewitter, zeigten sich die Songs episch lang und voller unterschiedlicher Momente. Mal kalt, mal atmosphärisch, mal mit prägnanter Harmonieführung, dann wieder bitterböse. Dazu wirklich fieser, nekrotischer Gesang von Bassist Chris mit so viel Hall, dass er beinahe etwas abseits von der restlichen Musik stand. Gelegentlich ergänzt durch die typischen Shouts von Ralph (Planks), die zwar genre-atypisch sind, aber ULTHA eine sehr eigene Fassette geben. Ein sehr gelungener Auftakt. Nur schade, dass es noch keine Tonträger zu kaufen gab. Naja, dann müssen es halt Shirts und Patches tun…

Nach etwas Umbaupause mit kleinen Verzögerungen, wurde die Location nun ein wenig eingeräuchert. Aber wirklich nur etwas, denn ich habe UNRU schon mit deutlich mehr Nebeleinsatz erlebt. Ob das mit dem Fehlen von Sänger Aal zusammenhängt? Dieser konnte leider krankheitsbedingt nicht an dem Auftritt teilnehmen. Vertretung übernahm Gitarrist Stephan, der ja auch bei Abest schon mal ins Mikro brüllt. Dennoch bin ich gespannt, ob und wie UNRU als Trio funktionieren. Drei neue Songs wurden für das Set angekündigt. Und so begann der Auftritt auch erstmal mit einem untypischen Song. Langsam, schleppend, Doom, Drone. Irgendwie wollte die Nummer nicht so recht bei mir zünden. Aber anschließend brach dann auch wieder die gewohnte Wand los; UNRU sind auch zu dritt einfach eine mörderische Walze! Stephan hat am Gesang einen guten Job gemacht, auch leicht verstörend, wenngleich natürlich nicht so wahnsinnig, wie Aal. Vielleicht war der Gesang auch etwas zu sehr im Hintergrund und verschwamm etwas stark mit der Musik. Dennoch hat spätestens der Hit „Die Welt In Der Wir Steben“ alles zerstört! UNRU sind schlicht und ergreifend immer wieder beeindruckend!

Mittlerweile war es spät geworden, und SUN WORSHIP begannen bereits unter Zeitdruck mit dem Aufbau. In 15 Minuten sollte es losgehen, um Mitternacht sollte der ganze Spuk beendet sein. Doch ließ sich das berliner Dreigespann nicht stressen. Zumindest sah man es ihnen nicht an. Souverän und erhaben ballerten SUN WORSHIP ihr Set in einem runter. Der konsequente Verzicht auf Pausen hatte wiedermal einige akrobatische Trink-Aktionen vom Schlagzeuger zur Folge. Respekt! Nach der pechschwarzen Wand von UNRU kam hier wieder etwas mehr Melodie und Atmosphäre zum Tragen, die vom Publikum direkt aufgesogen wurde. „Remembrance„, „Elder Giants“ oder „The Absolute Is Becoming“ zündeten sofort. Die heterogene Menge aus Hipstern, Crustpunks, Metalheads und sonstigen, vielleicht nicht unbedingt einer Szene zuzuschreibenden Musikfans, fanden alle gleichermaßen gefallen an der Musik. Ein intensiver Auftritt, der um 0:15 leider auch schon endete.

Der kleine intime Schuppen zeigte so manchen Trveness-Polizisten locker noch mal, was wirklich underground ist;  der Abend war ein absolutes Highlight. UNRU und SUN WORSHIP haben abermals ihre Qualität untermauert. ULTHA hat Lust auf mehr hinterlassen. Und das „Privat“ war mit seinem gemischten Publikum schlichtweg sympathisch! Ich komme gerne wieder. Spätestens im Dezember, wenn Planks, Paramnesia und Ortega hier spielen.