Myrkur – Myrkur


Myrkur - MyrkurOne-Woman Black Metal. Na, wenn das nicht für jeden Promomenschen ein gefundenes Schlagwort ist! Bei uns spielt das allerdings keine Rolle, hier zählt nur die Musik. Und die ist ganz in Ordnung.

2nd Wave Black Metal der eher melodischen Art trifft auf ätherischen Schwulst und betörend-elfenhaften Frauengesang sowie minimale Shoegaze- und Postrock-Elemente. Das war es schon und ist ungefähr so spannend, wie es sich anhört. Generische, ziemlich weichgespülte, geschepperunterlegte Riffs, die unentwegt frühen Borknagar, Enslaved oder frühen Ulver „entlehnt“ sein könnten, zum Teil etwas arg pathetische, hymnenhafte Arrangements, dann und wann durchsetzt von schwülstigen, etwas an The Angelic Process erinnernde, jene aber niemals in Brachialität und gleichzeitiger Fragilität nur in Ansätzen erreichende Ambientpartikeln. Über vielem thront die engelsgleiche Stimme der dänischen Protagonistin, die neben ihrem zum Glück einigermaßen spartanisch eingesetzten, recht nervigen, verzerrten Krächzen dabei so unschuldig daherträllern kann, dass man ihr Debüt kaum verreißen will.

Alles in allem ist das auch nicht nötig, denn „Myrkur“ bekommt im Gesamtbild ganz gut die Kurve, setzt sich auch angenehm von allerlei Post- und „Cascadian“ und was weiß ich für modernen Black Metal ab durch diese schon recht fokussierte Rückbesinnung auf Skandinavien der frühen und mittleren 90er. Spannender macht dies die Scheibe zwar nicht unbedingt, dennoch bleibt „Myrkur“ gut hörbar, vor allem für ein Debüt. Allerdings eben auch meilenweit von dieser einen Sensation entfernt, die uns Relapse hier verkaufen möchten. Dass nämlich Soloprojekte wesentlich mehr leisten können, dass wissen wir alle nicht erst seit Lurker Of Chalice.

Infos:
Relapse – September 2014
CD – 7 Tracks / 24:10 Min.

http://myrkur.bandcamp.com/
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