Keitzer – The Last Defence


Keitzer - The Last DefenceKEITZER ziehen konsequent ihr Ding durch. Und sind damit erfrischend eigenständig. Nicht nur spielen sie wider der Retrowelle modernen Death-Grind mit Einflüssen aus dem Hardcore. Sie interpretieren das Genre mit ihrem starken Melodieeinfluss und Harmonieverständnis auch sehr eigenständig. „The Last Defence“ ist dabei mittlerweile das fünfte Album der Münsteraner und das zweite über FDA Rekotz.

Verglichen zum direkten Vorgänger „Descend Into Heresy, haben KEITZER nochmal einen Satz nach vorne gemacht; „The Last Defence“ gefällt mir einen Ticken besser. Obwohl die Trademarks eigentlich immer noch die gleichen sind: Richtig coole Riffs, die immer locker aus der Hüfte geschossen werden und direkt im Ohr hängen bleiben, ein ausgefuchstes Gespür für die richtige Balance zwischen Melodie und Brutalität sowie einfach ein unglaublich flüssiges Songwriting. Die Lieder wirken immer stimmig und wie aus einem Fluss. Selbst so abrupte Wechsel zwischen schleppendem Tempo und furiosen Blastbeats, wie beispielsweise „Glorious Dead„, gelingen KEITZER nahtlos und schlüssig. Solch intelligente Strukturen und Wendungen spicken „The Last Defence“ an allen Ecken und Enden.

Entsprechend ist die Hitdichte auf dem Album wieder immens hoch. „Todgeweiht„, „Glorious Dead„, „Crusade“ und „… Before Annihilation“ sind alleine Grund genug, um die Scheibe zu kaufen. Die restlichen Songs stehen in der Qualität aber nur knapp dahinter. Einen mittelmäßigen oder gar schlechten Track sucht man hingegen vergebens. No Filler, just Killer!

Oberflächlich betrachtet, mögen die Lieder aller Qualität und Durchschlagskraft zum Trotz vielleicht ein wenig gleichförmig wirken. Doch das täuscht! Es sind die kleinen Details, die jedem Song einen eigenen Charakter geben. Beispielsweise wenn dieser Hardcore/Sludge-Touch „Next Offensive“ oder den Titeltrack leichte Erinnerungen an Serpent Eater aufkommen lässt. Oder der Bolt Thrower-mäßige Panzer-Vibe „Marching Forward To Victory“ und „Crusade“ aufs Schlachtfeld ruft. Und irgendwie erinnern mich „… Before Annihilation“ oder „Forever War“ an die „All You Need Is Love„, als DIE APOKALYPTISCHEN REITER noch brauchbar waren.

14 Lieder, 37 Minuten, voll auf die Fresse, dennoch griffig und mit dem gewissen Etwas. KEITZER legen die Messlatte für sich selber damit richtig hoch und lassen Genrekollegen und oft als Vergleich rangezogene Misery Index ziemlich bieder aussehen. Garniert wird alles mit dem wohl besten Artwork der Band – abgesehen von dem geilen Cover der Split mit Das Krill! -, das mit dem Skelettritter an die Sensemänner vom Vorgänger anknüpft, qualitativ eine deutlich Steigerung ist. Sieht auf LP-Größe sicherlich richtig geil aus. Die Schallplatte gibt es übrigens über das Label von Bassisten Simon, 7 Degrees Records. Die CD macht bekanntlich wieder FDA Rekotz.

Infos:
FDA Rekotz (CD) / 7Degrees Records – 2014
CD/LP 14 Lieder – 37:05 Min.

http://keitzer.bandcamp.com/
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http://www.fda-rekotz.com/
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http://7degreesrecords.bandcamp.com/
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