Human Cull – Stillborn Nation


Human Cull - Stillborn NationMal ehrlich, heutzutage heißt viel zu oft, alles was irgendwie mit Krach und Lärm in Verbindung gebracht wird bzw. wo der Standard-Redakteur nicht mehr weiter weiß, gleich Grindcore, nur weil der Gesang unverständlich ist und keine Melodien herauszuhören sind. Lächerlich! In den meisten Fällen hat es mit diesem Genre nichts zu tun, sondern ist schlichtweg Brutal Death Metal. Zum Glück gibt es aber noch Bands, die wissen, wo diese Musik ihren Ursprung hat.

Obwohl diese Engländer schon die ein oder andere Split-Scheibe heraus feuerten, habe ich vorher leider noch nichts von ihnen gehört, und das, obwohl es die Jungs nun auch schon ganze 7 Jahre gibt. Mit „Stillborn Nation“ präsentiert man schnörkellosen Grindcore der alten und rauen Schule, der sich nicht nur gewaschen hat, sondern auch hören lassen kann. Aber hier sind keineswegs alte Hasen am Werk, sondern hier ist die jetzige Generation am Zug, dass man meinen könnte, sie würden diese Musik schon seit 20 Jahren spielen. Ich bin wirklich beeindruckt.

Das Album an sich, sprich ohne Bonus, beinhaltet 23 abgefahrene Klopfer, die wirklich mit jeder Menge Wut eingebolzt wurden, und somit gibt es hier auch fast keine Verschnaufpausen, wenn man mal vom letzten Titel namens „Echoing Silence“ absieht, aber der ist eh ein Outro und bringt schon aufgrund seines zähen Tempos gewisse Doom Elemente mit. Passt jetzt nicht wirklich zum restlichen Material, aber egal, dafür stellt es einen herrlichen Umbruch zum eigentlichen Hochgeschwindigkeits-Tempo dar. Höre dir nur mal den Übergang vom 23. zum 24. Song auf Kopfhörer an, halleluja!

Neben der perfekt gespielten, rasenden Schlagzeugarbeit gibt es noch richtig gute Riffs, was den Songs zusätzlich Pfeffer verleiht. Die beiden Sänger Sam und Edd duellieren bestens miteinander und machen zudem einen verdammt guten und abwechslungsreichen Job. „Stillborn Nation“ hat einen rotzigen Undergound-Sound gemixt bekommen, sprich, dieses rohe Feeling, gepaart mit ordentlich Druck und eben diesen Oldschool Touch, der für Grindcore genau der richtige ist.

Ab Song Nummer 24 gibt’s dann die Bonussachen zu hören. Die nun folgenden Songs, sprich, 24-29 stammen von ihrer aktuellen EP namens „The Persecuting Society„. Diese sechs Brecher sind kompromisslos ohne Ende, und ich habe das Gefühl, dass hier noch mal eine Schippe an Aggression und Rotzigkeit zugelegt wurde. Ich finde die EP-Songs einen Tick abwechslungsreicher (ist sicher Ansichtssache), denn es wird nicht nur permanent drauflos gedroschen, sondern auch mal das Tempo gedrosselt, wie z.B. Bei „Will to Submission„, was dem Song gut zu Gesicht steht. Aber gleich beim darauf folgenden Titel gibt’s wieder Hochgeschwindigkeitsattacken vor den Latz geknallt, dass dir nahezu die Ohren wegfliegen.

Weiter geht es dann mit ihren Songs von ihrer Split mit Oblivionized. Auch hier regieren ultraschnelle Songs alter Machart, hier und da ein paar eingeflochtene schmissige Riffs à la alte Rotten Sound. Hier kommt ein wenig mehr die Gitarre zum Einsatz, was eventuell auch Death Metallern gefallen könnte.

Alles im allem eine sinnvolle Ergänzung zu den eigentlichen Albumsongs. HUMAN CULL halten sich nicht mit sinnlosen Intros oder sonstigen Spielereien auf. Für Krachfetischisten wie meinereiner genau das richtige Futter. Coole Scheibe, die es verdammt nochmal Wert ist, von euch gekauft zu werden. „Stillborn Nation“ wird in allen möglichen und bekannten Tonträgerversionen veröffentlicht, das heißt, MC, CD, LP (auch in farbig!), ja selbst für die MP3-Generation ist gesorgt. Feine Sache, die es lohnt unterstützt zu werden. Zugreifen.

Infos:
Wooaaargh Rec. (inkl. Bonussongs) – 2014
CD/LP/Download -34 Lieder / 34:50 Min.

https://www.facebook.com/humancull
http://humancull.bandcamp.com/
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