Darkified – Cthulhu Riseth – The Complete Works of Darkified


Darkified - Cthulhu RisethBei Re-Releasen stellt sich zwangsläufig die Frage nach dem Sinn und Unsinn einer solchen Veröffentlichung. Relevanz, Zugang zu Originalen, etc.? – Natürlich freut man sich als Sammler immer, wenn gesuchtes Material neu veröffentlicht wird, hoffentlich ent- und ansprechend aufgearbeitet, qualitativ stimmend und stimmig zum Original und, wenn denn alles in Ordnung ist, dann auch wesentlich kostengünstiger als so manche Erstpressung. Ich selbst bin ja kein Erstpressungsfanatiker, halte den Kult darum von manchen Seiten her geradezu aufgesetzt und das Ganze als ein Symptom des Vinylhypes – neustes davon übrigens, dass man Labels beschimpft, weil sie ihre eigenen Releases bei Ausverkauf einer Auflage nachpressen. Ja, sagt mal, geht’s noch? (Amen – Chris)

Wohl wissend ob meiner Vorliebe für Schwedentod bis in die 90er hinein, meiner Liebe zu Vinyl und meiner Freude über gut gemachte Reissues von rarem Material, selbst wenn ich die Originale bereits mein Eigen nenne, war Jigs von Wolfsbane und Dawnbreed Records zum wiederholten Male so cool und nett, mir ein Exemplar der Discography-Veröffentlichung von DARKIFIED, übrigens feat. u.a. Roberth Karlsson, ehemals bei Edge Of Sanity, Pan.thy.monium, heuer vor allem relevant bei Tormented, zuzuschicken! Ein dickes Danke dafür!

DARKIFIED waren lediglich wenige Jahre zu beginn der 1990er Jahre aktiv, releasten dabei ein Demo namens „Dark“ und die grandiose „Sleep forever…“ 7″ via Dave Rottens Drowned Productions, beide vereint bereits zwei Mal auf CD veröffentlicht, einmal voll gepackt mit unnötigen Livesongs – die auf dieser Vinyl-Version zum Glück fehlen.

Cthulhu Riseth – The Complete Works of Darkified“ nennt sich nun diese Compilation und man kann unumwunden sagen, Wolfsbanes Arbeit stellt erstmal jedes bisherige Release in den Schatten (siehe Bild): ein schweres, schlicht, aber stimmig und passend gestaltetes Sleeve mit aufgeschäumtem Druck (!), 180g fein gepresstes Vinyl in je silber (100 Stück) oder schwarz (400 Stück), dazu ein fettes Booklet in Din A4 im guten, alten Cut-n‘-Paste-Fanzine-Stil mit massig Hintergrundinformationen, Linernotes der Band und anderen Szenehelden, Flyern, Interviews, ebengenau das, was man von einem ordentlichen Re-Release erwarten sollte. Kurzum: Herrlich passend, ein rundum gelungenes Paket, wie man es von Wolfsbande eben kennt (EucharistMirrorworlds“ LP oder von der Murder Squad 7″)! Ich persönlich bin ja schon bei der Ankündigung dieser LP verbal durch die Decke gegangen vor Vorfreude…

Darkified - Compilation

Aber gut, kommen wir zum wichtigsten, nämlich der Musik. Trotz des eindeutigen Gitarrensounds waren DARKIFIED nicht ganz so die typische Schwedentodkapelle. Im Gegensatz zum 1991 populären Stil integrierten DARKIFIED, ähnlich wie Crypt Of Kerberos oder Cemetary, bereits eine Menge atmosphärischer Keyboards und einige doomige Elemente, welche im krassen Gegensatz zur sonstigen überaus direkten, rohen Darbietung stehen. Mich persönlich erinnert das Songwriting der straighten, flotten Anteile etwas an den Stil von „Dark Endless„. Ohne DARKIFIED jetzt darüber hinaus mit Marduk vergleichen zu wollen, doch hat ihre rohe Art schon eine gewisse kompositorische Nähe zu eben dieser frühen Verquickung von Black und Death Metal, wie man sie in ähnlicher Weise auch auf den Demos von Dawn finden konnte. Aber auch die Vokalakrobatik gibt sich weniger dem typischen Growlen hin denn manischem Schreien und schräg herausgebrüllten Cleanvocals, die überaus gut zur zum Teil furiosen Darbietung passen!

Beide Aufnahmen wurden im damaligen Gorysounds Studio von Dan „Day Disyraah“ Swanö verbrochen, der sich wohl auch für das Remastering der Rereleases zuständig zeigte. Dabei hat „Sleep forever…“ den etwas besseren Sound und mit dem Titelstück einen richtigen Hit am Start, der wirklich alles zerlegt und großartigst zeigt, was DARKIFIED zu bieten hatten: furiose Vocals, mitreißende Riffs und wilde Drums, atmosphärische Zwischenspiele und eingängige, geil wimmernde Melodien! Dazu gibt es noch eine dem Original überlegene Neuinterpretation von „The Forgotten City“ vom „Dark“ Demo.

Und auch wenn das Demo bereits ein fettes Teil gewesen ist, hier kommt man nicht umhin, das frühe Ende dieser Band zu bedauern. Wer weiß, was da hätte noch kommen können! Aber: „That is not dead which can eternal lie yet with strange aeons even death may die.“ Also wer weiß? Manchmal kommen sie ja bekanntlich wieder…

Infos:
Wolfsbane Records – 2014
LP – 8 Tracks / 39:10 min.

http://wolfsbanerecords.com/
https://www.facebook.com/pages/Darkified-Sweden/184372048257750