Brujeria – Angel Chilango


Brujeria - Angel ChilangoJa, sie sind wieder zurück! Endlich kann ich nach Jahren wieder mal eine neue 7″EP von den alten Herren in den Händen halten, und das Teil hat es faustdick hinter den Ohren. Ich mach keinen Hehl draus, dass ich nach wie vor fast alles kaufen würde, wo irgendwo BRUJERIA drauf steht. Allerdings muss ich gestehen, dass ich in den letzten Jahren BRUJERIAs Aktivitäten etwas aus den Augen verlor und mir somit auch die „Debilador“ Single von 2008 durch die Lappen ging.

Ich war etwas skeptisch, ob die Amigos überhaupt noch an ihre dreckigen Bastardos-Songs aus jüngeren Tagen anknüpfen können. Ja, was soll ich sagen, enttäuschen tun BRUJERIA auch im Jahre 2014 keineswegs. Denn selbst wenn bei diesen Sickos mittlerweile die ein oder andere neuere Idee Einzug findet, spaltet das Teil so einige Schädel. Aber BRUJERIA können im Endeffekt eh machen, was sie wollen bzw. wonach ihnen ist, das haben sie schon mit ihrem im Jahr 2000 veröffentlichten Album „Brujerizmo“ als auch mit ihrem sehr gelungenen „Marijuana„-Song getan. BRUJERIA bleibt für mich nach wie vor eine Band mit einem ungewöhnlichen und eben unverwechselbaren, blutgetränkten Sound, der regelrecht zu einer Revolution aufruft. Auf „Angel Chilango“ gibt es zwei Songs, im Grunde genommen sind es eigentlich drei Songs, da es noch einen Hiddentrack der etwas anderen Art gibt.

Gleich nachdem die Nadel auf die grüne Scheibe aufsetzt, wirst du binnen weniger Sekunden akustisch nach Südamerika katapultiert und findest dich fast automatisch mit dieser Urgewalt konfrontiert. Über allem thront BRUJERIAs größtes Markenzeichen, nämlich der markante, garstige, wutschnaubende mehrstimmige Gesang. Während man auf der A-Seite in typischer BRUJERIA-Manier (Mischung aus Death Metal und leichten Grind-Einflüssen) drauflos bolzt, eröffnet die Seite B mit einem Coversong. Denn mit „California über alles„, hier in „California über Aztlan“ umgetextet, covert man Dead Kennedys. Und ich finde, im Vergleich zum Original haben die alten Herren hier was sehr eigenes draus gemacht, und das gute Stück ist nicht nur einen ganzen Zacken härter geworden, sondern hat zudem auch eine Runderneuerung in Sachen Stumpffaktor bekommen. Mir persönlich gefällt der Song sogar besser, alleine schon wegen der extrem rauen Bulldozerstimme.

Alles im allem können es BRUJERIA nach all den Jahren immer noch, denn sie sind kein Stück von ihrer Marschrichtung und Denkweise abgekommen. Obwohl der Preis (6,50 bis 8 Euro) für diesen 7-Zoller wirklich recht hoch ist, ist er jeden einzelnen Euro wert. Wer auf alte Asesino steht, der wird mit BRUJERIAs aktueller EP richtig gut und extrem unterhalten. Nach dem Coversong laden euch die Jungs auf eine „La Bamba“ (hier als „La Bomba„) Mexico Fete ein, mit der man regelrecht in Sangria ertränkt wird, hehe cooler Scheiß! Holt euch diesen Bastard nach Hause. Muchas gracias señores!

Infos
Golazo Records – 2014
7″ EP – 3 Lieder / Irgendwasminutenundeinpaarzerquetschte Min.

https://www.facebook.com/pages/brujeria/205396859850

https://www.facebook.com/golazorecords