Party San Open Air XVII – 08.-10.08.2013


Party.San-Open-Air-2013-FlyerAlle Jahre wieder, und so weiter… jedoch in diesem Jahr nicht ohne kleine Kontroverse im Vorfeld wegen der Verpflichtung der Metalcore-Meister HEAVEN SHALL BURN. Von Sell Out wurde gejammert, davon, dass sich das Festival eines breiteren Publikums bemächtigen mögen würde – und am Ende? Am Ende war es super – wie immer! Im Ernst, als ob HEAVEN SHALL BURN, die nicht das erste Mal zu Gast waren und somit in guter Tradition stehen, irgendetwas am Charme dieses mit besten Festivals Deutschlands geändert hätten! Im Gegenteil, so fügten sich die Herren hervorragend, sympathisch und spielfreudig in das Billing, blieben dabei nicht frei von Ironie, und entsprachen in ihrer Art und Weise weitaus mehr dem Geiste des Party.Sans als es manch Hartwurstbrödler wahrhaben wollte! Nun denn, auf in die Schlacht! (Lobi)

Donnerstag, 08.08.2013

Zur Eröffnung des diesjährigen Party San bittet niemand geringer als Schweden-Tod-Legende Jonas Stahlhammer und seine BOMBS OF HADES zum Tanz. Mit Hauptaugenmerk auf dem doch mehr Tod als Crust angehauchten 2012er Langeisen „The Serpent’s Redemption“ wird fröhlich mit leider etwas minderem Sound auf die Zwölf geklöppelt. Wie das Publikum zu dieser Festival-Tages und Uhrzeit zeigt sich die Band ebenfalls etwas hüftsteif, was aber nicht desto trotz als adäquater Einstand in die wichtigsten drei Tage des Jahres abgerechnet werden kann. Die Hüftsteifigkeit geht dem Jonas dann die nächsten zwei Tage v.a. am VIP Tresen doch deutlich in ein lockeres Hüftschwingen über. Daumen Hoch. (Markus)

Den Party San Auftakt 2013 machten die Stockholmer Underground Kultkracher BOMBS OF HADES, vor allem bekannt durch Ihren umtriebigen Frontmann/Gitarristen Jonas Stalhammar, der auch schon in Truppen wie GOD MACABRE, UTUMNO, ABHOTH oder THE CROWN sein Unwesen getrieben hat. Bei Sammlern und „Die Hard“ Underground Lunatics haben BOMBS OF HADES Kultstatuts, aber auf der großen Bühne wirken sie phasenweise leider etwas verloren. Der Vierer rumpelt ordentlich vor sich hin, besticht durch Spielfreude & ohne große Extrawurst, aber der große Mitreißfaktor will leider noch nicht aufkommen. Ich bin mir sicher, dass sie auf der Zeltbühne besser gepunktet hätten, aber am Ende ist es vor allem für die Schweden-Sound-Freunde dennoch schön, diese Band überhaupt mal live erleben zu dürfen!!! (Hauber)

Heimspiel für die Thüringer FARSOT: der Black Avantgarde-Fünfer hat sich mit dem letzten Werk „Insects“ recht weit vom Debüt weg entwickelt und wartet mit vielen progressiven Klängen auf. So verwundert es kaum, dass die Band bis auf „Thema: Angst“ ausschließlich mit aktuellem Material aufwartet. Die Show ist routiniert gut, wenn auch alles andere als spektakulär. (Olly S.)

Allzu viel ist vor der Bühne noch nicht los als die Jungs von FARSOT die Bretter betreten und mit ihrem innovativen Post-Blackmetal loslegen. Mich persönlich haben immer die deutschen Texte ihrer angepissten und verzweifelten Art gereizt, wovon beim Opener leider aufgrund miserablen Sounds nichts zu spüren ist. Dazu bleibt es bei dem einzigen Song aus der Ära, auch der Sound wird nicht wesentlich besser, so dass die Restatmosphäre vom Wind verweht wird… schade, Zeltbühne wäre wohl passender gewesen, um die beklemmende Atmosphäre die die Band ausmacht rüberzubringen. (Ole)

Funeral… Funeraaaal… FUUUUUNEEEEERAAAAAL… jahaaa, bei den Dänen von DENIAL OF GOD hört sich alles viel besser an, es ist kein Manko auszumachen und die Band zeigt was sie seit über 20 Jahren zelebrieren kann: schön old schooliger, meist midtempolastiger Black Metal wie er damals klang, dazu eine Portion romantisch-kitschigen Gothictouch, manifestiert durch die Dekoration der Bühne zu einem Gräberfeld… leider geil! (Ole)

IMG_4920Was sich bei FARSOT schon andeutete, wird bei ALCEST noch schlimmer: Mit ihrem cleanen und choralem Singsang und feinem Gitarrengeplänkel haben sie keine Chance durch den abermals miserablen Mix durchzudringen. Nur mit den schnelleren Passagen schaffen die Franzosen etwas aufzubauen, was dem Grund des derzeitigen Hypes auf die Spur kommt; davon gibt es heute allerdings nur rudimentäre Augenblicke. Auch hier wäre die Zeltbühne besser gewesen, ganz sicher! (Ole)

Seit Ewigkeiten will ich mich schon näher mit dem Material der Franzosen auseinandersetzen, jedoch wirklich gemacht habe ich es bis zum heutigen Tage noch nicht. So möchte ich die Möglichkeit auf dem Party.San nutzen, um mich vorab von den Livequalitäten zu überzeugen. Leider komm ich ein wenig zu spät zum Auftritt, so dass die Band schon seit guten fünf Minuten ihr Set zum Besten gibt.
Was sich jedoch schnell herausstellt ist die Tatsache, dass ohne Kenntnis des Materials es ein recht schwieriges Unterfangen ist, einen vernünftigen Eindruck von der Musik zu dieser Tageszeit zu bekommen. Es ist selbstverständlich noch hell gegen 19.30 Uhr im August und so wirkt der düstere Postmetal von Neige und seinen Mannen für mein Empfinden etwas deplaziert. Den Fans scheint es aber zu gefallen und feiern den Auftritt doch anständig ab. Ich jedoch komme für mich zu dem Entschluss, dass ALCEST hier und jetzt nichts für mich ist , ich mich aber zu Hause doch endlich mal damit auseinandersetzen werde. (Manu)

So richtig kommt das Feuer der australischen Death-Thrasher DESTRÖYER 666 nicht ins lodern: die Band spielt sich zwar den Hintern ab, aber so richtig Feeling kommt nur beim Klassiker „I Am The Wargod“ auf. Auch die SLAYER Hommage „Black Magic“ (wir bekommen genau diesen Song Samstag noch einmal zu hören) weiß zu gefallen und lässt viele Fans demütig mit Tränen in den Augen die Haare schütteln. Durchgehend überzeugen können DESTRÖYER an diesem Abend jedoch nicht. (Olly S.)

Auf ALCEST folgten die meiner Meinung nach wesentlich besser auf dieses Festival passenden DESTRÖYER 666. Auf Tour mit WATAIN im Jahre 2010 hatten sie mich mit ihrem Black/Thrash Metal bereits mehr als überzeugt und mit dementsprechender Vorfreude habe ich den Auftritt erwartet. Allerdings kam zu diesem Zeitpunkt die Antragstellung von Asyl in Cuba-Librien dazwischen. Sehr schade, denn dieser zeitfressende Verwaltungsakt hat mich leider davon abgehalten, die Band aus nächster Nähe vor der Bühne zu betrachten. Doch auch aus einiger Entfernung ließ sich das infernalische Riffgewitter verfolgen und hinterließ einen sehr positiven Eindruck. Geradezu ironisch mutete der aufziehende Regenbogen an … als ob der Himmel noch versucht, den Australiern/Niederländern etwas entgegenzuhalten, allerdings ohne Erfolg! (Eva)

IMG_5004Nach genehmigtem Asyl und einem ersten kurzen Aufenthalt in Cuba Librien standen die Norweger CARPATHIAN FOREST auf der Bühne. Zu Beginn wirklich mitreißend, doch gegen Ende hin etwas eintönig werdend, ist mein Fazit insgesamt trotzdem positiv. Die Nordmänner rockten die Bühne mit einer soliden Show und ich freue mich schon auf das nächste Mal. Dann vielleicht doch nur mit einem Bier in der Hand statt dem Nationalgetränk Cuba Libriens. (Eva)
Erstaunlich groß zeigt sich die Menschansammlung vor der Bühne als – richtig! – der Knokkelmann, Meister der Morbid Fascination of Death und Bewohner der Frostbitten Woodlands of Norway lauthals „Shut up, there’s no excuse to live“ skandiert und prompt überzeugt. Ja, wirklich. Mit leichter punkrotzigen Attitude und dieser Musik geschuldeter Holprigkeit, aber dennoch gutem Sound, bieten die Karpaten-Holzfäller einen unterhaltsamen, mitreißenden Gig am frühen Abend. Das Publikum dankt es dem Herren der Kottinktur und feiert den Auftritt der Norweger entsprechend gebührend ab. Der eher im Midtempo angesiedelte Schwarzmetal sorgt für ordentlich Hüftschwingen, hochgereckte Fäuste und Crowdsurfer. Da stellt sich die Frage, darf man das bei dieser Musik? Vielleicht kann sich die Käsepolizei dazu mal äußern. Einen wirklich ordentlichen Gig, mit der Diskographie entsprechender, querschneidender Setlist darf man den Jungs attestieren und sie als schwarzmetallische Sieger des ersten Tages vom Feld lassen. Kot’n’Roll! (Markus)

Die Holländischen Groove-Deather LEGION OF THE DAMNED passen dann ganz gut ins Konzept – dürfen sie doch für die Vegan-Metalcorler von HEAVEN SHALL BURN die Meute in Mosh- und Springlaune bringen. Die Setlist ist cool und man hat viel kultiges Zeug für die Fans parat. Leider will der Funke nicht so recht überspringen und so wirkt der ganze Gig insgesamt etwas monoton und verkrampft statt groovig. Vielleicht war der Slot einfach zu spät für die Band oder die Fans einfach schon zu müde um hier einen echten War-Mospit anzuzetteln. Songs wie „Cult Of The Dead“ oder „Sons Of The Jackyl“ jedenfalls machen auch an diesem Abend Spaß, auch wenn weder Band noch die Meute so richtig in Fahrt kommen wollen. (Olly S.)

IMG_5288Metalcore! Und – für die hastig gestikulierenden Vertreter der Schnappatmung – gern noch einmal: Metalcore! Zu Gast beim diesjährigen Party.San Open Air geben sich am Donnerstagabend pünktlich um 23:55 Uhr die hierzulande wohl bekanntesten Flaggenträger des Genres die Ehre. HEAVEN SHALL BURN sind da, und sie haben bereits im Vorfeld rege Proteste unter der Festivalgemeinde ausgelöst. Der eine oder andere hätte allerdings ruhig einmal einen Blick in die Festivalhistorie werfen können, denn HSB hatten vor vielen Jahren bereits die heiligen Äcker Bad Berkas beschritten. Zu einer Zeit, als in Deutschland nicht einmal jemand daran dachte, es zu seiner Aufgabe zu machen, Metalcore zu bashen, wo es nur geht. Frei nach Shakespeare, mag man heute Abend „Viel Lärm um nichts!“ rufen, als der Bühnenvorplatz bereits Minuten vor Beginn des Gigs beachtlich gefüllt ist. Als die Thüringer dann loslegen, gibt’s auch kaum noch ein Halten und die Meute feiert amtlich. Da die Zeit für die Thüringer knapp bemessen ist, werden keine Gefangenen gemacht. So entsteht gleichzeitig eine angenehme Dichte, die so manch zappelnden Fan sicherlich schonungslos plattwalzt. Fronter Marcus und sein Quartett beweisen, wie knallharte Disziplin und Präzision mit ausgelassener Spielfreude einhergehen können. Beeindruckend, wie man bei so viel Uhrwerkspiel immer noch im Stande ist, die Masse mit jedem Takt anzufeuern. Dass die Kritik im Vorfeld an der Band nicht ganz vorüberging, wird selbstironisch angedeutet, als Bischoff sich einen andächtigen Moment schafft: „Wir möchten allen Supportern und Freunden danken, die heute hier vor der Bühne erschienen sind – und allen anderen, die sich mal dazugestellt haben. Ehrlich… wir meinen das Ernst!“ Und so spielt sich dieser Brecher durch das kurze Set, gespickt mit einer Vielzahl ihrer unverwechselbaren Hits irgendwo zwischen Metalcore und feinstem Melodic Death Metal, neuen Granaten wie „Hunters Will Be Hunted“ und selbstverständlich dem EDGE OF SANITY Dauerbrenner „Black Tears“. Auf „Valhalla“, die BLIND GUARDIAN Coverversion vom aktuellen Album, warten die Fans vergeblich, doch auch dies ist angesichts dieses einstündigen Bebens zu verkraften. Alles richtig gemacht, der Szenepolizei den dicken Finger gezeigt und verbrannte Erde hinterlassen. Kann man so machen. (Manu)

Freitag, 09.08.2013

MAINSTAGE

IMG_5323Mittlerweile eine liebgewordene (Wie bitte??? – Lobi) Tradition ist die Freitag-Mittag Slam Death Band, diesmal am Start GUTALAX. Ich muss gestehen, ich habe die tschechische Band vorher weder gekannt, geschweige denn gehört, wie auch bei der Schwemme an Bands. Gut gelaunt ging’s nun los, um mich herum, wie gewohnt Wasserbälle, Konfetti, Gymnastikbänder, laufende Bananen und natürlich auch selbsternannte Klobürsten-Könige. Die Band, stilgerecht gekleidet in Schutzanzügen, beschmiert mit „brauner Masse“ und der Sänger mit einer Klobrille um den Hals, gab von Anfang an alles. Vor allem der Sänger bestach durch seine superwitzige Gestik und seinen ausgefeilten Tanzstil. Die Ansagen in gebrochenem Englisch waren nicht immer zu verstehen – das tat allerdings auch nichts weiter zur Sache, solang die Songtitel zu verstehen waren. Eine nette Auswahl an nicht jugendfreien Titeln wie z.B. „Robocock“ oder „Dick – Dip“ luden zum Tanzen und Slamen ein. Jede Menge Spaß war mit von der Partie auch wenn ich dank des ausgedehnten Frog-Noise-Gebrauchs kein einziges Wort verstanden habe (vermutlich war das auch besser so). Alles in allem eine tolle Show, genau richtig zum wach werden. Natürlich haben sie das Rad nicht neu erfunden, aber haben das Genre für die Liebhaber dieses Musikstils mehr als nur würdig vertreten. Ich freu mich schon jetzt darauf, wenn ich die Jungs wieder mal live erleben darf. (Karo)

Freitag mittags, erste Band am Tag… GUTALAX, der Ersatz für JIG-AI. Die Jungs kommen aus Tschechien und was spielt man dort…richtig, Goregrind. An Hand der Songs („Asswolf““, „Anal Error“ oder auch „Anus Ice Cream“) vom ersten Studioalbum war ich vorgewarnt, hier geht’s gleich mächtig latrinenartig ab. So haben sich zu dieser frühen Stunde Massen (es war erst wieder zum Abend so voll) an Klobürsten und Toilettensitzträger vor der Bühne versammelt, um sich den Auftritt Band anzusehen. Pünktlich enterte man dann die Bühne, eingehüllt im weißen Outfit … äh nein, es waren doch eher mit braunen Flecken besudelte Ganzkörperanzüge. Als Intro wurde die Titelmusik von „Ghostbusters“ gewählt und dann ging das „Gefrogge“ los. Der Gig wurde souverän durchgezogen, gespickt mit netten Ansagen zu den einzelnen Songs („Robocock“, ha ha) und Toilettenbrillen umhängen. Das überwiegend sehr junge Publikum feierte die Band ordentlich ab, und wanderte nach einer guten halben Stunde klobürstenschwingend wieder Richtung Zeltplatz ab.

IMG_5339Die Leere vor der Bühne nach dem Auftritt von diese verschwand leider kaum beim Auftritt der Amerikaner MAGRUDERGRIND. Schade, denn die Truppe hat einiges zu bieten. Die Musik aus wütendem Grindcore, mit Anleihen aus dem Thrash, Crust- und Hardcore, ist wirklich hörenswert. Die kurzen, schmerzlos runtergeknüppelten Songs sowie die vom Frontmann „hervor gewürgten“ Vocals sind einfach Klasse. Leider hatten die Animationen der Vorband mich derart stimuliert, dass ich nach nur einigen Songs die Show verlassen musste, um umgehend eines der netten Dixis aufzusuchen, ha ha. (Hemmy)

Mit einem Ohrwurm der Vorband GUTALAX ging’s nun weiter mit MAGRUDERGRIND. Auf dem Plan stand Washington D.C. Grindcore mit Hardcore und Crust-Einschlag, dazu ein wenig Thrash (so wurde es mir angekündigt, da ich unwissende auch diese Band noch nicht gehört hatte), d.h. voller Aufmerksamkeit und Vorfreude widmete ich mich nun der Band. Nun ja, was soll ich sagen, aufgrund der Vielzahl der Eindrücke, die vorher auf mich einwirkten, konnten die Jungs aus Washington nicht auf ganzer Linie überzeugen. Das Set war toll gespielt, aggressiv wurde geknüppelt was das Zeug hielt. Avi, der Sänger, überzeugte durch sein Geschrei, sein ausdrucksstarkes Auftreten sowie seine förmlich heraussprudelnde Wut. Am Ende blieb für mich allerdings nicht soviel hängen, außer dem Eindruck, dass dem Auftritt ein bisschen mehr Freude und weniger Ernsthaftigkeit gut getan hätte, wobei die Band sich ja bewusst von den ganzen neumodischen Brutal Death Bands abgrenzt, indem sie sich eher in den gesellschaftskritischen Hardcore Themen widmet. Um aufgeregte Stimmen zu beruhigen, es war ein toller Auftritt, aber einfach nicht meine Band. (Karo)

graveyard

Mit dem irgendwie augenzwinkernd betitelten Machwerk „The Sea Grave“ lieferten die Spanier GRAVEYARD heuer eines der Death Metal Jahreshighlights ab, dass so mancher Alte-Helden-Truppe – reunioniert oder neu randomisiert zusammengefunden – ordentlich den Marsch blasen konnte. Nun durfte man gespannt sein, ob die Herren diese Power auch live umsetzen können, was ja leider vor einigen Jahren anderorts noch nicht der Fall war. Und siehe da: jain. Zum einen war der Sound, wie so oft an diesem Wochenende, eher mau, sprich laut und ultraverzerrt und deswegen arg matschig, zum anderen holperten die Songs teils recht untight aus den Boxenwänden. Schade eigentlich, denn mit diesen Songs kann man eigentlich kaum falsch liegen, und hätte dieses Gerumpel nicht einen gewissen Charme versprüht, dann wäre dieser Auftritt wohl eher nichts gewesen. So war es ok zum Mitwippen und Biertrinken, hat Spass gemacht, ohne zu begeistern. Schade eigentlich. (Lobi)

GRAVEYARD aus Barcelona haben sich von Veröffentlichung zu Veröffentlichung extrem gemausert und dieser PARTY SAN Auftritt stellt Ihren bisher verdienten Zenit da. Leider wirkt der Sound ein wenig zu verwaschen, was vor allem zum Leid der schnelleren Stücke geht. Insbesondere jedoch die doomigen Anleihen in den Songs von GRAVEYARD verhelfen der Band zu einer morbiden Stimmung, die auch live massiv rüber kommt und der Band zu einem eigenen Charme verhilft. Die Ergänzung von Fiar (LUX DIVINA, LUCIGUGUM) als Frontmann für Liveauftritte gibt dem Bühnenbild der Band einen zusätzlichen Aufwind. Daumen hoch & weitermachen!!! (Hauber)

IMG_5418Die Japaner COFFINS waren vor allem eines: heavy! Brutal, walzend, derbe. Völlig ohne Exotenbonus wegen Herkunft und Stil, so kann man einfach mal behaupten, dass COFFINS ein absolutes Highlight des diesjährigen Festes waren. Die angekrustete HELLHAMMER-trifft-WINTER-trifft-AUTOPSY-Mischung ging live – und das im Gegensatz zu manchem Studioausschuss der etwas überproduktiven Herren – voll auf, traf mit simpelster Wucht direkt ins Schwarze und macht im wahrsten Sinne des Wortes alles platt. Dagegen anzukommen vermochte kaum eine Kapelle an diesem Wochenende, selbst VOMITORY nicht und die Geriatrische um UNLEASHED schon ganz und gar nicht. Nein, DAS war die Definition von Heaviness des PSOA 2013 und bei all der Macht verzeiht man den Vieren gerne auch das etwas peinlich-prollige Bühnengehabe. (Lobi)

Am späten Freitag Nachmittag baten die schwedischen SHINING zum Suizidkränzchen. Musikalisch beziehungsweise gitarrentechnisch wirklich topp, wird doch der Eindruck der letzten Liveauftritte der Schweden wieder bestätigt: Kvarvorth ist leider nur noch peinlich und kann auf der Bühne krabbelnd und jammernd an frühere Tage nicht mehr anknüpfen. Nach einem überflüssigen Schlagzeugsolo wird zum Abschluss mit „Låt oss ta allt från varandra“ noch ein großartiger Song von „V – Halmstad“ ausgepackt. Das nächste Mal werde ich aber ein Kaffeekränzchen mit Sahnetorte bevorzugen. (Eva)

IMG_5580Bipolar. So wie Störung des Hauptprotagonisten dieser illustren Schwedentruppe zeigt sich die Darstellung derer. Während der Sänger sich lediglich in kriechen über die Bühne, spucken ins Publikum, beleidigen dessen, sowie alle Black Metal Fans und im Allen-Schläge-androhen übt, wundert man sich schon, dass es zum ersten mal an diesem Tag richtig voll vor der Bühne ist, da sich dem Anschein nach ungefähr alle, die was auf sich und ihren „ich bin Suicide- und Black Metal-Ruf“ geben vor derer versammelt haben. Erstaunlich wie populär die seelische Erkrankung anderer ist, und dann ritzt sich der gute Kerl nicht mal mehr. Und dabei werden sicherlich einige die bemerkenswerte musikalische Leistung der eigentlich Band übersehen haben, vor lauter gebannt auf den Sänger starren. Gerade die Saitenfraktion bietet beeindruckende Solierungen technisch kurz vor Yngwie M., ebenfalls ja ehemaliger schwedischer Staatsbürger, allerdings mit eher mit narzistischer Persönlichkeitsstörung, und bildet neben einer ebenfalls exzellenten Bass- und Rhythmusfraktion, einen herausragende musikalische-tighte Leistung bei klar differenziertem Sound, vor der es den Hut zu ziehen gilt. Die Setlist legte etwas mehr Gewicht auf die neueren CDs der Band um zum Abschluss noch das „Stairway“ des bipolaren Mannes, betitelt „Låt oss ta allt från varandra (Let Us Take Everything From Each Other)“ auszupacken. Bei soviel musikalischem Können bleibt einem ja nur Missverhalten um aufzufallen. (Markus)

Es geht weiter mit schlechtem Sound auf der Hauptbühne und zeitweise mit nur einer hörbaren Gitarre. Martin van Drunen hat eine neue Band, um nun wirklich jedes Jahr beim Party-San auf der Bühne stehen zu können. Andere Gründe kann ich mir nicht vorstellen, denn GRAND SUPREME BLOODCOURT klingt nach HAIL OF BULLETS wie ASPHYX 3.0 und leider nicht ansatzweise so gut wie letztere. Es sind schon ein paar geile Sachen dabei, denn alle Niederländer wissen was sie da tun, trotzdem, ich finde Herrn van Drunen grad überpräsent… sorry. (Ole)

Endlich… endlich komme ich in das Vergnügen, die Briten mal live zu sehen. Die eher rar gesäten Shows auf deutschem Grund haben in der Vergangenheit leider nie in meinen Terminkalender gepasst, umso glücklicher war ich, als die Bestätigung für das Part.San fest stand. Meiner Meinung nach war das längst überfällig, denn das vertonte Armageddon stellt doch wahrlich den richtigen Soundtrack für das Motto „HELL IS HERE“ dar. Somit waren meine Erwatungen groß und ANAAL NATHRAKH stellten für mich im Vorfeld eines der Highlights dar. Jedoch wird bereits nach kurzem Intro klar, dass meine hochgesteckten Erwatungen leider nicht erfüllt werden können, denn der Sound, den ANAAL NATHRAKH verpasst bekamen, ist wohl der grausamste des gesamten Festivals. Die Gitarren gehen in einem Soundbrei unter und einzig Vocals und Schlagzeug sind differenziert wahrzunehmen. In Folge dessen kommen die Songs vollkommen drucklos rüber und ohne die Ansagen von Frontmann Dave Hunt, wüsste man teilweise wirklich nicht, welcher Song gerade zum Besten gegeben wurde. Dabei ballert man sich eigentlich durch die komplette jüngere Discografie seit „Eschaton“. Von „Between Shit and Piss We Are Born“, „Der Hölle Rache Kocht In Meinem Herzen“, „More Of Fire Than Blood“, „Violenti Non Fit Iniuria“ oder „Todos Somos Humanos“, bei dem Kvarfoth von SHINING einen bizarren, Jim Beam-geschwängerten Gastauftritt ablieferte, wurde alles geboten. Einzig „Do Not Speak“ vom „Domine Non Es Dignus“ Album hätte mir persönlich noch gefehlt. Nein an der Songauswahl hätte es definitiv nicht gelegen, dem zu Folge hätten ANAAL NATHRAKH einen grandiosen Gig abliefern können. Die Bühnenperformance ließ auch nicht zu wünschen übrig und riss sicherlich das Publikum mit, aber die Soundprobleme waren zu gravierend, als dass die zahlreichen Pluspunkte des Auftritts darüber hinwegtäuschen konnten. Wirklich sehr schade, muss ich doch noch auf eine Clubshow hoffen, damit ich die Soundapokalypse der Briten vernünftig genießen kann. (Manu)

Auf Platte sind die Briten mit Abstand das Extremste, das die Szene aus dem Umkreis von Birmingham wohl je hervorgebracht hat. Leider schafft es die Band an diesem Nachmittag nur bedingt, die volle Breitseite ihrer unbändigen Energie auf die Bühne zu transferieren. Klar – es ist schon erstaunlich wie diese krude Mischung aus Death-, Blackmetal und Grindcore funktioniert und eigentlich alles zu Asche runterbrennt – leider ist der Sound trotz zweier Gitarren ähnlich miserabel wie bei SHINING und so lässt sich für den Fan nur im Ansatz erkennen, welche Urgewalt hier wirklich entfesselt wird. Nichts desto trotz dennoch beeindruckend wie Shouter Dave aka V.I.T.R.I.O.L. vor allem seine krassen cleanen Vocals auch live rüberbringt. (Olly S.)
Ein steter todmetallischer Begleiter der letzten 24 Jahre bittet zum Schwanengesang. Eine Diskographie gefüllt mit Alben, die immer blind erworben werden konnten, sicherlich gewisse musikalische Repetition und Intonation und eher Stagnation als große Progression boten, aber einfach nie zu enttäuschen wussten. So verlassen VOMITORY mit erhobenem Haupt den heiligen Acker des Party.Sans und bitten aber vorher zum finalen Delirium. In etwas undifferenziertem Soundgewand, aber bekannter musikalischer Routine und Fähigkeit, werden noch einmal alle Register gezogen. Ich bilde mir ein, sie würdigen jedes Album mit einem Song und verweisen damit auf eine beeindrucken und vermutlich zu wenig gewürdigte musikalische Schaffensphase. Nach 45 Minuten Grabrede ist ein für alle Mal Schluss. Das Vermächtnis wird sicherlich noch lange nachhallen und posthum vielleicht etwas mehr Anerkennung erhalten. (Sailer)

Der diesjährige Party.San -Auftritt dürfte wohl gemäß den Abschiedsplänen der letzte große Festivalauftritt von VOMITORY sein. Wer VOMITORY kennt und schätzt, weiß genau, was die Band über all die Jahre hinweg ausgezeichnet hat: Ein richtiges Brett, musikalische Konstanz und kein unnötiges „Tam-Tam“. Genau mit diesen Markenzeichen holzten VOMITORY auch Ihr Set herunter, ohne dabei sentimental zu werden!!! Gut zu wissen, dass auf jeden Fall Drummer Tobias Gustafsson der „Baller Metal“ Fraktion in Form von TORTURE DIVISION erhalten bleiben wird!!! (Hauber)

IMG_5916PRIMORDIAL schaffen es jedes Mal einen mitreißenden Auftritt mit Gänsehautgarantie aus der Tasche zu zaubern. So auch dieses Mal wieder. Was wäre diese Band nur ohne ihren großartigen Frontmann Nemtheanga. Sein Charisma prägt jeden PRIMORDIAL-Auftritt, begeistert das Publikum und lässt einem angenehm kalte Schauer über den Rücken laufen. Die Iren muss man einfach live erleben, in Worte fassen lässt sich das schwer… (Eva)

Eigentlich weiß man bei einer PRIMORDIAL Show schon vorher ziemlich genau was einen erwartet. Dass die Band dann doch mit dem Klassiker „Gods To The Godless“ beginnt, ist dann schon eine kleine gelungene Überraschung. Ansonsten zeigen sich Alan und seine Kollegen eher routiniert: altbewährte Posen, gute Performance – die Setlist ist Hitgespickt and man konnte dem Fan in dieser Spielzeit wohl nicht mehr bieten. Grandios auf jeden Fall immer wieder „Bloodied Yet Unbound“ und der Pflichtrausschmeißer „Empire Falls“. (Olly S.)

Je später der Abend, desto besser die Gäste? Allerdings, denn UNLEASHED standen als nächstes auf dem Programm. Da ich Johnny und Bandkollegen lang nicht mehr gesehen hatte, freute ich mich sehr auf den Auftritt. Los ging’s mit gigantischen Feuersäulen auf der Party.San Bühne, so dass ich kurz dachte die Bühne fackelt ab. Zum Glück wussten die Pyrotechniker aber was sie taten und unterstützen gekonnt an einigen Stellen das Set. Gespielt wurden nahezu alle Hits, um nur einige aufzuzählen: „Victims Of War“, „The Longships are Coming“, „To Asgard We Fly“, „Death Metal Victory“. Gibt es eigentlich einen Song von UNLEASHED, den man nicht mitgrölen kann? Ganz klar: nein! Auch dieser Auftritt überzeugte auf ganzer Linie, natürlich hat Johnny nicht gerade neue Elemente eingebaut, das Ganze wirkte insgesamt sehr rund, routiniert und überzeugend. Im Endeffekt eine tolle Show für Fans und auch für solche, die es noch werden wollten. Das Publikum schien anfangs ein wenig träge, dennoch schafften es die „alten Hasen“ jeden in ihren Bann zu reißen, so dass am Ende das gesamte Infield (zumindest gedanklich) Met aus Hörner trank und sich fühlte wie ein Wikinger auf einer langen, wilden, kämpferischen Reise. (Karo)

IMG_6103Es ist immer wieder ein Rätsel, wie DYING FETUS zu dritt einen derartigen Alarm machen können. In puncto Professionalität jedenfalls kann sich so manche Band eine Scheibe von den Amis abschneiden. Auch auf dem diesjährigen PSOA liefern John und Co. eine unglaublich intensive, tighte Show ab. Ihre unverkennbare Death Metal Mischung aus Frickel und Brutalo-Parts geht vom ersten Song an sofort nach vorne los und macht keine Gefangenen. DYING FETUS sind auch nach all den Jahren kein Stück leise geworden und im Gegensatz zu mancher Band aus diesem Sektor überraschen sie noch immer sowohl mit Spielfreude als auch mit Präzision. Die Setlist ist bunt gemischt und so gibt es neben Nummern wie „Second Skin“ vom letzten Album auch viele Klassiker: „Grotesque Impalement“ oder „Killing On Adrenaline“ sind nur einige an diesem Abend. Insgesamt beeindrucken DYING FETUS einmal mehr mit einer Mischung aus Brutalität und absoluter Bodenständigkeit. (Olly S.)

Die Freude auf den Headliner ist groß – umso größer die Enttäuschung als nach den ersten drei Songs klar wird, dass es an diesem Abend die gleiche Setlist zu hören gibt wie auf der „End Of Disclosure“ Tour. Also wieder nichts mit „Apocalypse“ oder gar „Pleasure Of Molestation“. Peter und Co. wirken etwas unmotiviert, spielen routiniert und ohne Ausfälle ihr Set durch. Neben aktuellem Material gib es erwartungsgemäß „Necronomicon“, „Left To Rot“ und auch „Rosewell 47“ darf natürlich nicht fehlen. Wer die seltsame Setlist bereits auf der Tour der Band zu hören bekam und sich schon damals wunderte, der wird sich auch an diesem Abend den Kopf zerbrochen haben, warum es sich die Band bei so einem Ereignis derart einfach machen muss. Für eine Headlinershow auf diesem Festival jedenfalls eine ganz schwache Leistung. (Olly S.) (Ist hier HYPOCRISY gemeint? – Anm. Chris)

TENTSTAGE

Schön zu sehen, wie sich diese junge Band aus Schwäbisch Gmünd innerhalb von wenigen Jahren extrem gemausert hat und vor allem durch viele Liveauftritte einiges an Erfahrung gesammelt hat. Allen voran Sänger und Gitarrist Timo strotzt vor Spielfreunde und macht sich in der Frontmann Rolle richtig gut! BLEEDING RED ballern die Song von Ihrem Debut „Evolution’s Crown“ präzise runter und servieren eine gute Schnittmenge an melodischem Death Metal mit vereinzelten Thrash Anleihen. BLEEDING RED sind auf dem Festival Billing vielleicht nicht die Band für die Hardliner-Fraktion, aber müssen sich mit Ihrer Mischung aus KREATOR, DISSECTION, CHILDREN OF BODOM & Co. Cocktail keinesfalls verstecken! Ich bin gespannt, wo Album Nr.2 hinführen wird? (Hauber)

Tag 2 und heute tritt auch die Zeltbühne in Aktion. So steht fast das komplette Billing der Undergroundstage für mich auf der To-Do-Liste, leider beginnt der Freitag für mich wie der Donnerstag und somit komme ich leider erst an, als BLEEDING RED schon am Zocken sind. Recht ärgerlich bei der schon so kurz bemessenen Stagetime von einer halben Stunde. Das Publikum füllt das Zelt bis zur Hälfte gut aus und der flotte Melo Death der Süddeutschen kommt gut an. Leider ist das Set für mich nach zwei Songs schon wieder zu Ende, da ANAAL NATHRAKH rufen, aber fürs nächste Mal stell ich mir einen Wecker, so viel ist gewiss, denn das was BLEEDING RED in der kurzen Zeit da abfeuern, lässt auf Großes hoffen. (Manu)

WOUND_Magge

WOUND gelten nicht umsonst als heißer Newcomer des deutschen Death Metal Untergrunds. Durch ihren crustigen, rotzig-direkten Stil, der eher in die Visage knallt, denn ein sonst noch was geartetes Ambiente zu verströmen, haben die Herren ohnehin schon ein kleines Alleinstellungsmerkmal gegenüber der unmittelbaren Konkurrenz, und dazu einen Haufen geiler Songs im Sack, die geradezu prädestiniert sind, live dargeboten zu werden. Und – so wage ich es einfach mal zu behaupten – der Zeltstageauftritt, gerade mal ein Jahr nach Release des Demos und knapp 3 Wochen nach Release des Debütalbums „Inhale The Void“, kann man getrost als Erfolg verbuchen. Zum einen, da die Hütte rammelvoll war, zum anderen, da die Bühnenleistung für eine bisher eher unerfahrene Liveband mehr als passabel war, anfangs etwas hölzern zwar, aber gegen Ende hin dann doch äußerst gut knallend. Gut gemacht, kann man da nur sagen, und das bitte in Kürze wieder und mit einem längeren Set! Diese Art von Death Metal gibt es heutzutage einfach zu selten… (Lobi)

Dass OSDM mit einer Gitarre gut und mächtig klingen kann zeigen daraufhin WOUND auf der Zeltbühne: Die Wiesbadener walzen alles nieder und klingen viel krasser als auf Scheibe, eine echte Wohltat nach den vielen Makeln der großen Bühne. Nur den viel beschriebenen Crust-Anteil kann ich nicht ausmachen… scheißegal, Nackengas! (Ole)

Nächster Programmpunkt auf der Zeltbühne: DESERTED FEAR. Das letztjährige Debüt der Mannen aus Eisenberg „My Empire“ stellte doch für mich eines der Highlights 2012 dar. Die Presseresonanz war durchweg positiv uns so schwimmen DESERTED FEAR nun seit gut einem Jahr auf einer ordentlichen Erfolgswelle dahin. Reichlich Clubgigs und Festivalauftritte satt folgten. Nur logisch, dass die Party.San Organisatoren das Trio auch für die Undergroundstage verpflichtet haben. Bereits Anfang des Jahres konnte ich mich auf der „3 Times Of Death“-Tour von den Livequalitäten überzeugen und diese sind wahrlich vorhanden, feuern DESERTED FEAR doch in aller Regelmäßigkeit on Stage ein gehöriges Feuerwerk ab. Das scheint sich auch bei den Festivalbesuchern rumgesprochen zu haben, ist das Zelt doch bereits zu Beginn sehr gut gefüllt. Nach bekanntem Intro vom Album geht’s dann auch gleich in die vollen mit „The Battalions Of Insanities“, dem Opener von „My Empire“. Satter Sound dröhnt ins Zelt und Fronter Mahne sorgt durch gewohnt souveränes Stageacting für ordentlich Stimmung vor der Bühne. Nachdem durch „Nocturnal Frags“ und „The Black Incantation“ das Zelt zusätzlich ordentlich eingeheizt wurde, wird mit dem aus den Boxen dröhnenden Fliegeralarm klar, dass es nun Zeit für „Field Of Death“, mit dem DESERTED FEAR beweisen, dass sie nicht nur aufs Gaspedal treten können. Der groovige Chorus sorgt für ordentliches Kopfnicken unter den Anwesenden. Gebührend wird der Gig besiegelt mit dem Titeltrack und dem fast schon epischen „Bury Your Dead“. Ja das war ein gehöriges Brett. Die im Anschluss der Show noch ausharrenden Fans, die noch einen Plausch mit der Band halten wollen, begrüßt der sichtlich zufriedene Gitarrist Fabian mit den Worten: „Was macht ihr denn noch hier? Da vorne spielen VOMITORY!“ Sympathisch…aber recht hat er und somit ab zur Mainstage. (Manu)

Wer letztes Jahr an gleicher Ort und Stelle VENENUM gesehen hat, weiß was möglich ist! Heute bitten ALCHEMYST zur dunklen Messe und hier zeigt sich erneut, dass die Zeltbühne eine Bereicherung für das Festival ist. Die Thüringer schaffen mit Hilfe der Location, die durch mächtigen Sound, statisches Licht und nicht schwinden wollendem Nebel besticht, eine dichte Atmosphäre zu erzeugen, die der Vorstellung einer Unterwelt gleicht und dem okkultem Image der Band nur gut tut. Ansagen wären auch hier fehl am Platz, aber genug der Parallelen zu oben genannten, denn musikalisch ist es doch was ganz anderes. Bestechend sind oft ruhige Passagen, die durch vereinzelte Töne gestört werden und die in dem Moment, wo man einen Gewittersturm erwartet genau noch einen Tick verzögert werden, um dann sintflutartig loszubrechen. Dazu noch geiles Gekeife… aaahaaahhhrg! (Ole)

Neben ANAAL NATHRAKH waren auch FRAGMENTS OF UNBECOMING eine der wichtigsten Bands für mich auf dem diesjährigen PARTY SAN OPEN AIR, da ich die Jungs schon seit der ersten Mini CD, sie aber zuletzt vor fast zehn Jahren live gesehen habe. Einerseits lag das an der Livepräsenz der nicht gerade umtriebigen Süddeutschen, andererseits kam bei den letzten Möglichkeiten sie wirklich anzuschauen mir persönlich immer wieder was dazwischen. Umso erfreuter war ich, dass es hier und jetzt dann doch noch mal wieder klappte, ist doch das letzte Album für mich persönlich das beste, härteste und eingängigste Album. Der Headlinerposten auf der Tentstage am Freitag versprach auch einiges, jedoch verwunderte die geplante Spielzeit von nur 30 Minuten trotz vorgerückter Stunde. Nun gut, man wird sich was dabei gedacht haben… Mit „Hours Of Suffering“ ging es aber dann auch recht kompromisslos in die Vollen und die Tontechniker der Bühne bewiesen abermals, dass es scheinbar ein dankbarer Job ist, hier für den Sound zuständig zu sein, als auf der großen Bühne, denn Ausfälle waren auch hier wiederum nicht zu verzeichnen. Sänger Sam hüpft wie ein kleines Rumpelstilzchen über die Bühne und animiert das Publikum mit seiner extrovertierten Tanzweise. Es folgen „A Voice Says: ‚Destroy!'“ und „The Art Of Coming Apart“ von den letzten beiden Releases und man erkennt, dass die Band mit Basser Christopher einen echten Zugewinn gemacht hat, übernimmt er doch neben Stefan ebenfalls einige Backingvocals, was den Songs gewaltig gut tut. „Bloodred Tales“ folgt und animiert zum ordentlichen Abschädeln in den ersten Reihen. Nachdem „Sterling Black Icon“ und „Dear Floating River“ zwei der besten Tracks vom zweiten Album folgen und für ein breites Grinsen in meinem Gesicht sorgen, bin ich sehr gespannt was denn noch folgen mag. Jedoch ist der Gig damit doch schon viel zu schnell vorbei. Lautes skandieren des anwesenden Publikums nach einer Zugabe scheitert nicht an der Band, die wohl noch gerne weiter gezockt hätte. Somit bleibt es ein viel zu kurzes Gastspiel der Crimson Melodic Deather und mir bleibt nichts anderes übrig auf ein anderes Mal zu hoffen, fehlte mir doch noch der ein oder andere Hit. Aber das, was geboten wurde war alles andere als enttäuschend. (Manu)

Samstag, 10.08.2013

MAINSTAGE

IMG_6254Da hatte es mich nach dem letztjährigen PSOA und dem Erwerb dieser potthässlich gelb-blauen Kassette noch Wochen danach dazu verleitet, mit aus dem Fenster gereckter Faust Auto fahren zu müssen. Das ging beim Erlauschen dieser Ode an die gute alte Zeit nicht anders. Eine selten so mitreißende Melange aus PESTILENCE. AASPHYX. DEATH. Und darauf drapiert dieses Organ. Diese Stimme!!!! Dann der Longplayer, der genauso die begeisternde Timeshift-Funktion erfüllte. Dementsprechend boten die Amis SKELETAL REMAINS am Samstag in Opener-Position genügend Anlass die Faust gen sonnigen Himmel zu recken und diese Hommage zu feiern. Dass es sich bei den vier sympathisch Verrückten um exzellente Bediener ihrer Instrumente handelt, soll hoffentlich nur nebensächlich erwähnt werden müssen. Voller Spielfreude und beim „Body Count“-Cover durch Kontaktlinse-Grewe himself unterstützt ein topp Beginn des letzten Tages. Stellt sich nur die Frage, wer stimmlich näher am Originalsound war… (Markus)

IMG_6318Es hat schon Seltenheitswert, wenn man auf dem PSOA eine waschechte Klassik-Doom Band auf der großen Bühne zu Gesicht bekommt. PROCESSION sind echter Doom und kein Hippie-Gesäusel – Sänger Filipe weist jedenfalls zweimal darauf hin. Trotz maßgeblicher Death- und Black Metal Affinität des Festivals hat sich doch eine recht große Meute angefunden, um den doomigen Klängen an diesem frühen Nachmittag zu lauschen. Enttäuscht wird jedenfalls keiner – bereits nach dem Intro gibt es den Opener von der aktuellen Platte „Conjurer“ – grandioser Song, der auch in der Live-Umsetzung nichts zu wünschen übrig lässt und für echte Gänsehaut sorgt. Auch die nachfolgenden Songs „To Reap Heavens Apart“ und „Chants To The Nameless“ überzeugen durchgehend und bestätigen den Veranstaltern klar, hier eine exzellent Entscheidung getroffen zu haben – gelegentliche Doom-Einstreuer können jedenfalls auch in Zukunft nicht schaden. (Olly S.)

 
 
 

IMG_6369HOODED MENACE am hellichten Mittag und auch noch auf der großen Bühne aufspielen zu lassen, das kann man getrost als Fehler vermerken. Nicht auszumalen, was für ein Inferno die Finnen hätten zu später Stunde auf der Zeltbühne entfachen können, so verpuffte die ganze Power des etwas ungelenken Auftritts im Sonnenschein, stimmungslos, außer in den rockigen Uptempoteilen eher schleppend und zäh – in doppeltem Sinne -, denn mitreißend. Dass die Band dabei aus Zeitgründen nicht mal ein ganzes Set spielen durfte, fiel dann dabei auch nicht mehr besonders negativ ins Gewicht, und man hatte das Gefühl, dass die Finnen einfach irgendwie als Running-Order-Kanonenfutter verfeuert wurde… schade für die Band, schade für die Fans. Wenn man schon Klasse auf der Bühne hat, kann man doch wirklich auch an Masse etwas sparen… (Lobi)

Mit HOODED MENACE wird es dann zwar wieder death-metallisch – allerdings auch mit klarer Doom-Schlagseite. Die Finnen machen ihren Namen alle Ehre und betreten bis auf Drummer Pekka allesamt mit Kapuzen die Bühne. So gut wie die kriechende, bösartige Mischung auf Platte zur Geltung kommt – live wirkt das Ganze ziemlich ziel- und spannungslos. Die Bösartigkeit jedenfalls bleibt unter den Kapuzen verborgen. (Olly S.)

IMG_6402Jävla svensk dödsmetall! Ein ordentliches Schwedenbrett boten die Jungs von DEMONICAL. Das 2012 und 2013 stark umgekrempelte Lineup konnte live überzeugen und lieferte das, was man erwartet: stumpfen, brachialen Old School Schwedentod, der einem ein Grinsen vom einen Ohr zum anderen zaubert. Wo ist das Bier? Mist, schon wieder leer… Da ich mich noch über „Slaughter of all Hope“ gefreut hätte, zieht sich ein kleiner Gesichtsmuskel minimal wieder zurück, doch das Grinsen bleibt bei dieser großartigen, soliden Darbietung erhalten. Ein Manko, für das die Band aber nichts konnte, war die viel zu frühe Spielzeit am Nachmittag. (Eva)

Nachdem es im Line-Up Stall der Schweden DEMONICAL ordentlich gekracht hat, war ich auf diesen Auftritt enorm gespannt. Die Neuzugänge in der Saitenfraktion und hinter der Schießbude (allesamt Legionäre der Landsleute TORMENTION) haben jedenfalls DEMONICAL im Alterdurchschnitt um einige Jährchen verjüngt. Was die musikalischen Qualitäten betrifft, so hat Mastermind Martin Schulman seine Neuzugänge ordentlich geschliffen. Die Performance passt, auch wenn man vielleicht stillschweigend einen alten Haudegen wie Johan Jansson vermisst. In Sachen Setlist ballern sich DEMONICAL angefangen vom Demomaterial bis hin zu einem kurzen „Appetizer“ vom bald erscheinenden neuen Album „Darkness Unbound“ durch die gesamte Discographie. Sänger Sverker gibt sich heute enorm redselig und versteht es die Menge anzuheizen. Leider wirkt der Sound, wie bei vielen Bands auf der Hauptbühne zur Mittagszeit, abermals verwaschen. (Hauber)

IMG_6446Mittagshitze und kaum einen Fleck Schatten vor der Bühne sind sicherlich nicht die besten Rahmenbedingungen für eine kantige Dosis „Old School“ Norge Black Metal, aber TSJUDER aus Oslo ziehen Ihre Show knallhart runter. Der Dreier besticht durch viel Bewegung, Spielfreunde und dem klassischen Spirit, welchen man mit den 90er Jahre Referenzwerken des norwegischen Black Metals verbindet. Verdammt coole Show, insbesondere auch der Herr hinter der Schießbude. Für meinen Geschmack bestechen TSJUDER mit mehr Erfolg als wenige Tage zuvor deren Landsleute von CARPATHIAN FOREST. (Hauber)

Tja. Toll, nah. Songs mit dem Kommentar, „…dies is für all die Gitarristen unter Euch“ zu beginnen und dann in einem Song soviel Riffs und Töne zu verwenden, wie es in der Summe alle restlichen Bands des Festvials für all ihre Songs benötigt haben, deutet nur auf eins hin. Ja genau: Technik. OBSCURA. Leider mal wieder mit, ja bei so filigraner Musik nicht unbedingt wichtig, gutem Sound bedacht wurde ein Querschnitt der beiden Alben der Jungens um Saiten-Tausendsassa Steffen Kummerer geboten. Songdienlich ist Technik bei 30 Grad in der Sonne nur bei Skalennerds und ewig NECROPHAGIST-Gestrigen. Rocken tut da vorerst das kühle Bier in meiner Linken mehr. Eine Werkschau herausragendem musikalischem Genius, Chapeau!, aber bitte,…Rock’n’Roll ist gesünder bei der Witterung. Vielleicht versteht das ja einer. (Markus)

Spätestens mit ihrem letzten Album „Sol“ haben HELRUNAR mit ihrer deutschsprachigen naturbezogenen Black Metal-Variante sicher auch den letzten Zweifler eines Besseren belehrt. Dieser Auftritt soll nach eigener Aussage auch erst einmal einer der letzten sein, bevor man sich ganz dem neuen Album widmen will. HELRUNAR sind nicht ohne Grund eine der individuellsten Bands ihrer Spielrichtung und der Gig macht wieder einmal klar, dass man die man nicht nur ein wenig mögen kann – „love it or hate it“ heißt das Motto und bei aller Sympathie scheint doch auch klar warum sie nicht jede Zielgruppe erreichen können – die Musik ist extravagant, manchmal sogar pathetisch – die Performance dazu noch stolz und sicher nicht jedermanns Ding. Wie auch immer die „Nebelspinne“ überzeugt wieder einmal, auch „Grátr“ vom gleichnamigen Demo weiß zu gefallen und auch der Band-Song überhaupt – „Älter Als Das Kreuz“ beendet eine gelungene Show. (Olly S.)

IMG_6588Bisschen Blasphemie schadet nie! Getreu dem Motto wird mit DESASTER abgetrasht und mit niemandem macht es so viel Spaß dem Satan zu huldigen wie mit den Koblenzern. Das scheint auch auf Gegenseitigkeit zu beruhen, denn was „Infernal“ an Spielfreude (und mit endlich hörbarer Gitarre) an den späten Tag legt stellt selbst den PROCESSION-Drummer in den Schatten, aber der konnte ja auch nicht während seiner Show hinter den Boxenwänden langrennen… großartiger Scheiß, es wird gepost was das zerfetzte Zeug hält, die dürfen das… die müssen das! (Ole)

Was soll man zu DESTRUCTION noch sagen. Hinlänglich bekannt sollten sie sein und was man zu erwarten hat auch, nämlich Thrash Metal aus Deutschland. Bekannt als Bestandteil der sogenannten TEUTONIC FOUR sind sie für Fans und Anhänger sicherlich Pflicht, doch nicht für mich heute. So beiläufig plätschert das Material an mir vorbei, dass ich mich dazu entschließe nach „Mad Butcher“ meine Aufmerksamkeit anderen Dingen zu widmen. Ne heute kein „Thrash till Death“ für mich. (Manu)

WAHNSINN! Wie vom Gehörnten getrieben knüppelten sich die britische LEGENDE durch ihr viel zu kurzes, undankbares Co-Headliner-Set – wohl vor allem Dank der durch IMPALED NAZARENE verursachten Verspätung. Aber der Reihe nach:

Setlist:
Inpropagation
Incarnated Solvent Abuse
Symposium of Sickness / Pedigree Butchery
Carneous Cacoffiny
Lavaging Expectorate of Lysergide Composition
Corporal Jigsore Quandary
Genital Grinder
Reek of Putrefaction
Exhume to Consume
Ruptured in Purulence (intro)
Heartwork

Na, reicht das um als Abwesender zu heulen? Sechsmal am Stück Songs der „Necroticism“, bis auf einige wenige Patzer des Neuklampfers nahezu perfekt dargeboten, „Genital Grinder“ vom Debütalbum „Reek Of Putrefaction“ nach einer wirklich putzigen Ansage Walkers: „We have a new Album coming out this September… no, we don’t play one of that… this one is from 1987!!!“, zwei Songs vom der akustischen Pathologenbibel „Symphonies Of Sickness“, inklusive dem Übersong „Exhume To Consume“, den Bill Steer voller Inbrunst originalgetreu vokalisierte, und abschließend etwas gehetzt noch den Titelsong des Hitalbums „Heartwork“. Gehetzt, ja, wohl um den Fans möglichst viel bieten zu können, leider damit auch etwas befremdlich, da so nahezu null Interaktion zwischen dem Sympath Walker und dem Publikum entstehen konnte. Man könnte nun schlich sagen: „Sie kamen, spielten und siegten!“ – oder auch: Warum zum Teufel gibt man dieser Band nicht den Headlinerslot und lässt stattdessen Totallangweiler wie HYPOCRISY oder die etwas fehl am Platze wirkenden HEAVEN SHALL BURN ihre Omnipräsenz weiter ausbauen? Für mich ein absolutes – und nicht das einzige! – Running-Order-Rätsel dieses Jahres. Dennoch: CARCASS waren DAS Highlight des Wochenendes und konnten trotz aller Defizite eindrucksvoll zeigen, wer im Stall der geriatrischen Reunionbands mit die dicksten Eier hat. (Lobi)

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Dass Lobi über mir die richtigen Worte zu diesem Monument von Auftritt inklusive Sound und Songauswahl getroffen hat, weiß ich, bzw. geh ich einfach mal blind von aus. Aber angesichts der Angelegenheit sollte eine Doppelrezi nicht schaden. Einen einstündigen Monolog hatte ich vorbereitet, um die Tragweite dieser Band auf die musikalische Entwicklung und das Leben des Rezensenten im Vorfeld der Reisegesellschaft zu veranschaulichen. Halten konnte ich ihn nicht, mir wurde jedes mal eine Kaltschale gereich. Vielleicht wollt ihn ja auch keiner hören,… Ihr wart dennoch großartig. Abende lange Diskussionen in den letzten 18 Jahren über die Vorstellung, diese Musik noch einmal live erleben zu dürfen, waren Nährboden für eine fast nicht zu erfüllende (erneute) Erwartungshaltung gegenüber der unglaublichen Tatsache CARCASS live erleben zu dürfen. Die Aufregung gefühlter 33 Weihnachten dazu addiert. Erstarkt mit neuem Line-Up, welches v.a. die den Reuniongigs anhaftende Trägheit, gerade was den guten Bill betrifft und die daher das Gefühl eines Darbietens mit angezogener Handbremse hinterließ, schon bei ersten YT-Handy-Clips der Triple Konzerte zu London wie wegwischt. Steer mit Begeisterung am Mikro, tänzelnd, agil und befreit. Wielding, der die Tightness des Erlandsson weiterspinnt, aber gefühlsmäßig viel näher an Empathie des ursprünglichen, leicht immer etwas holprigen Owens ist. Der bis dato völlig unbeschriebene Ben Ash, der als beeindruckend agil-verlässlich wirkendes Fundament Steer endlich die Freiheit gibt sich frei als Gitarrist zu entfalten und nicht durch die Schenker-Schwülstigkeit eines Amott permanent erdrückt. Und über allem dröhnend der Mann am Bass. Mit einem Organ, der sicherlich neben Lindberg zu den letzten Großen einer aussterbenden Gilde charismatischer Frontmänner gehört, bitten also als je nach definitionem Co- oder Headliner zum pathologischen Konzil. Und somit die Grundlage Großes zu bieten. Was dann folgt, ist in Worten nur schwer zu fassen. Episch umschreibt nur in vagen Zügen das Ausmaß dieses Moments völliger musikalischer Erfüllung. Eingebettet in eine kristallklare Soundwand wird ohne große Ansagen, aber mit entsprechenden „SpokenWords“-Intro mehr oder weniger am Stück „Inpropagation“, „Incarnated Solvent Abuse“, „Symposium of Sickness/Pedigree Butchery“, „Carneous Cacoffiny“, „Lavaging Expecorate of Lysergie Composition“ und „Corporal Jigsore Quandary“ geboten. Mit den Worten „We have a new Album coming out this September… no, we don´t play one of that… this one is from 1987!!!“ (wie geil is das denn bitte?!) erfolgt der feuchte Traum eines jeden Hobbyforensikers vertont in „Reek of Putrefaction“ und „Exhume to Consume“ und abschließend dem nahtlos in „Heartwork“ übergehende „Ruptured in Purulence“. Was bleibt ist Sprachlosigkeit und oder bodenlose Begeisterung über das gerade erlebte. Danke. In dieser Form seine Vormachtstellung im Königreich Death Metal zu demonstrieren und es wird gemunkelt das ja auch in Form eines herausragenden, neuen Albums auch noch zu bestätigen, ist mit Worten nicht ausreichend zu beschreiben. Außer nochmal Danke zu sagen. (Markus)

Nicht nur für mich hatte es sich nach CARCASS erledigt, fairerweise muss man VENOM attestieren, einen ordentlichen, spielfreudigen Gig abgezogen zu haben. Natürlich ist es streitbar, ob es nach CARCASS oder statt CARCASS tatsächlich noch eines Headliners aus der Geriatrischen bedürfe, aber gut, sie spielten, sie rockten und sie wurden würdig gefeiert! An Klassikern konnte diese Setlist an diesem Wochenende ohnehin nicht getoppt werden (Lobi):

Setlist:
Witching Hour
Welcome to Hell
Schizo
Live Like an Angel (Die Like a Devil)
1000 Days in Sodom
Bloodlust
Leave Me in Hell
Don’t Burn the Witch
Buried Alive
Countess Bathory
The Seven Gates of Hell
Warhead
Black Metal
In League with Satan
Pedal to the Metal

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TENTSTAGE

Das Nürnberger Quartet DEATHRONATION fährt amtliche Bühnenaccessoires auf und lässt in Sachen Erscheinungsbild keine Zweifel daran, dass es bei richtigem (!) Death Metal nicht um Blumen und gute Laune geht. Die Wurzeln der Band liegt mehr im klassischen US Style der Marke SADISTIC INTENT, MORBID ANGEL & Co., wobei mir DEATHRONATION am besten gefallen, wenn sie etwas vom Gas gehen und mehr auf Feeling setzen. Zum Teil habe ich auch das Gefühl, dass die Blastbeats den Kompositionen gelegentlich eher den „Flow“ rauben. Imposant kommt der Wechselgesang verteilt auf drei Köpfe – derbe Schiene! (Hauber)

Im Underground sind DEATHRONATION schon lange keine Unbekannten mehr – kein Wunder also, dass man die Band hier für das Zelt verpflichtete. Das Nürnberger Death Metal-Schlachtschiff macht keine Gefangenen – hier werden unverhohlen alte MORBID ANGEL, ANGEL CORPSE abgefeiert und zelebriert. Dabei hat die Band klar ihren eigenen Anspruch dieser Spielart und ihre Interpretation von klassischem Black/Death Metal überzeugt auf ganzer Linie. Kompromisse gib es keine und man darf als Fan dieser Kost nur hoffen, dass es demnächst endlich neuen Stoff dieser Truppe zu hören gibt. An diesem frühen Abend jedenfalls ziehen DEATHRONATION alle Register, machen alles richtig und haben so sicher den ein oder anderen neuen Fan gewonnen. (Olly S.)
SULPHUR AEON haben zu Beginn des Jahres mit der VÖ von „Swallowed By The Oceans Tide“ einen gehörigen Eindruck in der Szene hinterlassen. Der atmosphärische Death/Black, welcher deutlich von Lovecraft inspiriert ist, konnte viele Fans begeistern und somit ist es auch kein Wunder, dass die Zeltbühne fast bis zum Thekenbereich hinten gefüllt ist. Erwartungsvoll wird ausharrt bis die ersten Introklänge ertönen. Bis vor einem Jahr wäre es überhaupt nicht denkbar, dass es zu so einem Auftritt hier kommen könnte, war SULPHUR AEON doch ursprünglich als reine Studioband initiiert worden. Mittlerweile hat man sich dazu durchgerungen, ausgewählte Liveauftritte wahrzunehmen. Somit stellt der Auftritt hier beim Party.San auch erst den zweiten in der Livehistorie der Band dar. Nach cthulluidem Intro, in dem schon lauthals nach dem großen Alten aus R’lyeh gerufen wird, folgt mit „Incantation“ die eigentliche Anrufung. Der Sound im Zelt ist wie gewohnt sehr gut und lässt wenig zu wünschen übrig. Die Atmosphäre der Songs springt unweigerlich aufs Publikum über und schon mit darauf folgendem „Inexorable Spririts“ steht das gesamte Zelt im Bann des Fünfers. Die kurze Spielzeit geht ohne große Kommunikation mit den Zuschauern über die Bühne, sehr vorteilhaft für das gesamte Erscheinungsbild auf der Bühne, jedoch schleicht sich mit der Ansage „Wir sind SULPHUR AEON aus Dortmund“ ein kleiner Stilbruch ein, der aber mit einem Schmunzeln gesehen werden kann. Es folgen „Those who dwell in stellar Void“, der Titeltrack „Swallowed by the Ocean’s Tide“ und „Where black Ships Sail“ vom Album welche mit kurzen instrumentalen Spielen und Soundeffekten verknüpft sind. Was den Mannen zum Vorteil gereicht ist die Tatsache, dass IMPALED NAZARENE scheinbar eine Autopanne hatten und sich deren Auftritt verzögert. Somit ist auch beim abschließenden „Ruins Underneath The Waves“ von der 7″, einer meiner Favoriten, das Zelt sehr gut gefüllt und leidet nicht unter der sonst üblichen frühzeitigen Abwanderungswelle zur Hauptbühne. Somit werden SULPHUR AEON von einem begeisterten Publikum zu den Outroklängen des Fabio Frizzi Covers „Zombi“ entlassen und hinterlassen einige offene Münder. (Manu)

Letzter Festivaltag, die letzten Kraftreserven werden mobilisiert und der Schlaf versucht sein Recht einzufordern. „Geweckt wurde ich durch das Erklingen einer geisterhaften lyrischen Melodie. Akkorde, Vibrationen und harmonische Ekstasen hallten von überall her.“ (H. P. Lovecraft: Jenseits der Mauer des Schlafs). Dieses Lovecraft-Zitat könnte eine literarisch-geschwollene Umschreibung meines Zustandes zu Beginn des insgesamt erst zweiten Liveauftritts der Deutschen sein, der von mir sehnsuchtsvoll erwartet wurde. Am frühen Samstagabend war es endlich so weit und es war kurz und knapp einfach der Hammer! Nicht genug, dass Gitarrist Torsten Horstmann und Schlagzeuger Daniel Dickmann bereits mit DECEMBER FLOWER ein großartiges Debüt eingezimmert haben, mit SULPHUR AEONs „Swallowed by the Ocean’s Tide“ haben sie dieses meiner Meinung nach sogar noch weit übertroffen. Lovecraft’sche Atmosphäre machte sich breit und die in Nebel und grünes sowie blaues Licht getauchte Bühne unterstrich die beklemmende Besessenheit der musikalischen Beschwörungen. Ein großartiges Brett, das die Jungs hier abliefern! Nach der viel zu kurzen, halbstündigen Spielzeit mit Krachern wie „Incantation“ und dem Titeltrack „Swallowed by the Ocean’s Tide“ wurde ich wieder in irdische Gefilde ausgespuckt. Tyrannisch, galaktisch, gut und mein Highlight auf dem PSOA 2013! (Eva)

Smaken är som baken – delad (wörtlich übersetzt: Der Geschmack ist wie das Hinterteil – geteilt). Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, weshalb dieses schwedische Sprichwort wunderbar zur deutschen Band ATTIC passt: Entweder man liebt sie oder man hasst sie. Dazwischen ist vermutlich nur Leere zu finden. Natürlich wurde viel nach Dänemark geschielt, da es aber einfach gut gemacht ist, hat mich das Debüt-Album „The Invocation“ von den Socken gehauen. Damit gehöre ich zur oben zuerst genannten Gruppe und war sehr gespannt auf die Liveperformance auf der Zeltbühne. Bierzeltatmosphäre passt nicht wirklich zum okkult angehauchten Image, doch etwas Nebel, rotes Licht und Kerzenständer holten das Beste aus der Situation heraus. Etwas erschreckt vom dünnen Sound im hinteren Zeltbereich, kam ich nach Erreichen der endgültigen Parkposition in der Nähe des Mischpults in den Genuss eines richtig guten Sounds. Auch meine Befürchtungen, dass der Live-Gesang von Meister Cagliostro die Erwartungen vom Album nicht erfüllen könnte, wurden schnellstens eliminiert. Eine fantastische Darbietung der Songs von „The Invocation“, allen voran „Funeral in the Woods“ und „Satan’s Bride“, ließen meinerseits keine Wünsche offen. Neben SULPHUR AEON  mein Highlight auf dem diesjährigen Party San! (Eva)

Eines vorweg, ich hätte PURGATORY einen amtlichen Platz auf der Hauptbühne gewünscht, denn die Band hätte es nach all den Jahren endlich verdient! Sachsens Death Metal Urgestein lässt jedenfalls nix, absolut nix anbrennen. Die Band ist wie ein Orkan und fegt die Meute durch das Zelt. Ordentliche Power und Spielfreude im Bühnenbild. Ganz ungewohnt war, dass Sänger Dreier mittlerweile ordentlich Haare auf der Rübe schiebt und bangt was das Zeug hält. Wenn ich mich recht entsinne, hat er die Ansagen sogar auf Englisch gemacht, tut das wirklich Not!?! Wie dem auch sei; gelungener Auftritt! PURGATORY sind und bleiben eine Bank! (Hauber)


Live-Bericht mit freundlicher Genehmigung von AncientSpirit.de
Die AncientSpirit.de-Crew und Autoren anno 2013: Berichte: Eva Richter, Karo und Manu Siewert, Markus Sailer, Ole, Olly S., Ralf Hauber, Hemmy und Lobi
Layout, Bearbeitung (AncientSpirit): Lobi // Chris (Transponierung nach NecroSlaughter.de)
Bilder: Sabine Langner (Fettes Danke!), Magge (BLEEDING RED, WOUND – Danke!), Rebecca (GRAVEYARD, VOMITORY, CARCASS, SULPHUR AEON)