Lobotomized – Norwegian Trash

 , , ,

Lobotomized - Norwegian TrashAn diesen Stumpfköpfen habe ich irgendwie den totalen Narren gefressen. Ganz egal, was ich mir von diesem versoffenen, asozialen Trupp auch zulegte, der Scheiß gefiel mir einfach. Punkt aus. Eine Band wie LOBOTOMIZED scheißt auf dieses ganze Genreschubladen-Denken, und die Jungs haben nicht ohne Grund das „h“ aus „T(h)rash“ raus gelassen. LOBOTOMIZED sind dreckig, unangepasst, rotzfrech, und dennoch hat der Sound aus Trunkenbold-Thrash der alten Garde, bratzigem Punk, Motörhead, GG Allin Fäkalien-Humor und schrägem, abgehalftertem Death Metal seinen Reiz.

Neben herrlich versoffenem, kratzigem Gesang, der mich teilweise an uralte Blizzard erinnert, womit man schon mal punkten kann, gibt’s natürlich noch ein paar fluffige Gitarrenriffs um die Löffel gedengelt, dass es einfach Spaß macht, sich diesen wilden Reigen hier zu geben. Obwohl ich alle vorherigen Schandtaten schon sehr cool fand und mir dachte, noch mehr Dreck, Schweiß und Pisse sind kaum noch in die Songs hinein zu pressen, zeigen mir die Bekloppten ihren Stinkefinger und sagen, hey, ihr könnt uns alle mal! Auf „Norwegian Trash“ geht es in einer ordentlichen Geschwindigkeit nach vorne ab, und jeder, der wie eine Luftpumpe ohne Bier in der Gegend herumsteht, wird niedergerempelt. Wenn ihr also beim nächsten Campen irgendwelche Penner neben euch liegen habt, deren Sprache euch an Elche erinnert, dann sind es bestimmt diese gutgelaunten Spinner.

Wer immer noch der Meinung ist, Norweger können nur Black Metal und Kirchen niederbrennen, der lässt sich spätestens nach dieser Scheibe eines Besseren und Schmerzhafteren belehren und tütet sich gefälligst diesen versauten Klumpen an Nieten behangenem Metalpunk ein. Die trinkfreudigen Norweger sind auf ihrem Debütalbum sehr abwechslungsreich unterwegs, denn gerade bei einem Song wie „I put a trekkspell on you“ baut man jede Menge an eigenartigen Melodien mit ein, grad so, als wäre man mit einem Sack voll Instrumenten vom Sperrmüll zurück gekehrt. Und das sind genau solche Aktivitäten, die die Platte zu etwas Besonderem machen, eben weil LOBOTOMIZED anecken und machen, was sie wollen.

Hier gibt es keine Vorschriften, außer eben saufen und dreckigen Metal spielen. Dass man hier auch mal ein obskures Akkordeon als Outro hört oder wie im Song „King of danseband“ ein furchtbares Saxophon wahrnimmt (wieso furchtbar? Das Teil fetzt ordentlich!!! – Anm. Chris), nimmt man den Typen genauso wenig übel wie alles andere. Die dürfen das, die wollen doch nur spielen. Wer diese Platte bei einer coolen Metal- oder Punkparty mitbringt, der braucht sich um sein Freibier an diesen Abend nicht zu sorgen. Und wer auf neuere(!!!) Darkthrone abfährt, für den ist LOBOTOMIZED ohnehin ein MUSS!!! Macht übelst Spaß, da diese Scheibe jenseits des normalen glattpolierten METAL ist. Skol, und beehrt uns in naher Zukunft mit ähnlichem Schmodder-Rödel-Camping-Metal bald wieder.

Infos:
No Posers Please / Hobo Tomized Rec. – 2013
LP – 14 Lieder / solangediescheibeebendauert min.

http://lobotomized.bandcamp.com/album/norwegian-trash
https://myspace.com/lobotomized
https://www.facebook.com/pages/Lobotomized/252290251617141