Grind The Nazi Scum 2014


GTNS-2014-Special
Torgau, Brückenkopf, 20.-21.6.2014

R: Aaargh, was war das für ein geiles Festival! Aber fangen wir von vorne an. Nachdem ich mich letztes Jahr echt ärgerte, nicht auf dem Grind the Nazi Scum gewesen zu sein, war es spätestens Anfang 2014 an der Zeit, sich mal etwas zielstrebiger zu orientieren. Nachdem ich gesehen habe, dass dieses Jahr auch wieder ein paar interessante Metalbands spielen, war es gar nicht so schwer, Katja zu überreden mitzukommen. Der Brückenkopf war uns noch in guter Erinnerung von 2006, als dort das erste In Flammen Open Air stattfand, und von daher wussten wir, dass sich das Gelände bestens für ein Undergroundfestival eignet.
K: Praktischerweise war der Donnerstag, für den die Aufwärmparty zum Festival angesetzt war, bei uns in Baden-Württemberg ein Feiertag, so dass wir ganz stressfrei schon am 19.6. anreisen und die siebenstündige Fahrt hinter uns bringen konnten. Als wir donnerstags auf dem Gelände ankamen, herrschte dort noch gähnende Leere. Also bauten wir erst mal in Ruhe unser Zelt auf und starteten dann mit Grillen und ein paar Bier ins Geschehen. Unsere bayrischen Nachbarn machten ebenfalls einen sympathischen und lockeren Eindruck, so dass wir uns auf ein gediegenes grindiges und unterhaltsames Wochenende freuten.

Freitag

GTNS - Flyer 2014R: Da es am Freitag erst um 15:45 Uhr anfangen sollte, hatten wir noch genügend Zeit, unsere Bayrisch-Kenntnisse aufzufrischen (den Zeltnachbarn aus Regensburg und München sei Dank!), und das klappte sogar besser als zuerst angenommen. Los ging es dann mit den Holländern DIRTY EAST GODVERDOMME, die eine krude Mischung aus Schrumpel-Hardcore und godverdommischem Metal spielten. Obwohl die Mucke der Holländer nicht wirklich unser Ding war, machte die erste Band dennoch echt Laune, denn diese verstrahlten Holländer brachten jede Menge Enthusiasmus und Körperverrenkung mit nach Torgau, und so wurde eine halbe Stunde sehr flotter, dreckiger Hardcore-Metal dargeboten, der das Festival sehr gut anfangen ließ und einstimmte.
K: Musikalisch kam das Trio eher simpel rüber, aber das war eigentlich genau richtig, um sich mal ein bisschen locker zu machen. Außerdem sorgte das stumpfe Gepose auf der Bühne immer wieder für Unterhaltung. Gerade der Bassist bewies dabei gewisse Entertainer-Qualitäten.

R: Nahezu auf den Punkt genau fingen dann, wie angekündigt, um 16:30 die Schweizer INSOMNIA ISTERICA an zu lärmen. Und auf die hatte ich so richtig Bock, denn von den Jungs kenne ich bereits ein paar EPs, und die sind mal sowas von fett, also die EPs, ne! Für Schweizer spielten INSOMNIA ISTERICA verdammt schnellen und sehr ungezügelten, chaotischen Grindcore der alten Schule mit reichlich viel Stumpf-Faktor. Gerade der bärtige Sänger ließ mich immer an Äffchen-Grind (Affe schreit ins Mikro) denken, womit man bei mir immer punkten kann! Die Schweizer prügelten sich in einer halben Stunde dermaßen geil durchs Grindcore-Geäst, dass schon zu dieser recht frühen Stunde die Bude richtig voll war. War eine sehr geile und schweißtreibende Sache. Diese Band sollte man definitiv im Auge behalten! Wer auf Grindcore steht, sollte sich unbedingt deren Kram zulegen. Dafür, dass sich bei INSOMNIA ISTERICA rein textlich viel um Kinderkacke dreht (verarbeitet da etwa jemand seine Elternzeit??), war die heraushängende Buchse vom Grunzbarden zum Glück noch sauber.

02 WarfuckNach diesem gelungenen Auftritt war es an der Zeit, erst mal Bier nachzutanken. Als nächstes stand das französische Duo WARFUCK auf dem Plan, auf die wir beide erst gar nicht so recht Bock hatten, da uns der letztjährige Auftritt der Jungs in Trier irgendwie nicht so recht ansprach. Aber wir versuchten es dennoch und sollten echt positiv überrascht werden. Zugegeben, WARFUCKs Grindcore der neueren Schule ist schon recht stressig und hektisch, gerade der Gesang trifft nicht wirklich meinen Geschmacksnerv. Aber hey, was dieses Duo auf der Bühne bot, war echt bemerkenswert. Ich glaube, an Sänger Nico ist auch ein Sportlehrer verloren gegangen. Denn der hüpfte von einer Wand zur anderen, hoch und runter, war tierisch gut aufgelegt, und bei WARFUCK kannst du tatsächlich von Power-Grindcore sprechen, denn hier ging mal so richtig die Post ab. Von ihrem vor kurzem erschienen Album „Neantification“ hat man einige Berserker-Songs zum Besten gegeben, und man hat die Meute im Publikum mit dem harschen Grindcore regelrecht angesteckt. Cooler Scheiß!

K: Nachdem die letzten beiden Bands mich vor allem mit ihrer undergroundigen Grind-Attitüde und den geradezu wutschnaubenden Auftritten überzeugen konnten, war nun anscheinend Zeit für ein paar Selbstdarsteller. BROTCRUSTE waren uns gänzlich unbekannt, aber wir schauten mal rein und hofften auf ordentliches Crust-Geschrote. Was hier aber dargeboten wurde, sorgte dafür, dass wir es nicht lange vor der Bühne aushielten. Schon optisch kam das Trio reichlich prollig rüber und machte einen auf harte Jungs von der Straße. Anscheinend wollte man auch noch lustig sein und erzählte irgendwelche Geschichten von Postboten und kleinen Mädchen oder so. Allzu viel haben wir davon aber nicht mitbekommen, da wir ziemlich schnell wieder die Flucht ergriffen.
R: Was für eine Jauche!! Viel mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu erwähnen. Wer BROTCRUSTE bisher nicht kennt, der hat nichts verpasst und sollte dies am besten auch so belassen! Die Band beschreibt ihren Stil selbst als Esoteric Punkviolence. Hä, was? Genauso beschränkt, wie sich das liest, klang auch diese El Arenal Mallorca Mucke. Für meine Begriffe eine Band, die absolut fehlplatziert auf diesem Festival war. Für mich war es einfach nur Teeny-Spacko-Mucke.

03 Rogash-300xNach diesem akustischen Dünnschiss konnte es nur besser werden! Aber jetzt war es erst mal an der Zeit, eine Runde über den Platz zu drehen und zu schauen, was es für Labelstände gab und wo man sein Geld loswerden konnte. Zwischendurch noch ein wenig den Kopf geschüttelt, damit endlich diese ekelhafte BROTCRUSTE aus dem Ohr verschwindet. Mittlerweile war es gegen 19 Uhr, und die Jenaer ROGASH waren jetzt die erste Band am Tag, die Death Metal in den Raum schleuderte. ROGASH sollten ja mittlerweile über die Landesgrenzen hinaus schon recht bekannt sein, und so freuten wir uns beide auf diese Band. Wir vermuteten anfangs, dass man einer Death Metal Band nicht allzu viel Aufmerksamkeit zukommen lassen würde, aber die Sorge war unbegründet. Denn es fanden sich so einige Leute vor der Bühne ein. Und obwohl Sänger und Grimassenzieher Erik dieses Mal nicht ganz so redselig war, prügelten sie eine ziemlich geile Death Metal Kost daher, dass man einfach nur abgehen musste.
K: ROGASH sind auf jeden Fall eine Band, der man den Spaß am Livespielen deutlich ansieht, und das ist immer wieder ansteckend. Auch wenn die Grimassenschneiderei von Erik manchmal schon ein bisschen Kasper-mäßig rüberkommt, macht es irgendwie Laune, den Jungs beim Spielen zuzuschauen. Das präzise Gedresche von Schlagzeuger Mich kommt live wirklich cool rüber, auch wenn der dieses Mal zwischendurch ein bisschen mit dem Equipment zu kämpfen hatte.
R: Nichtsdestotrotz war es ein gelungener Auftritt für all die Metaller, die vor Ort waren. Denn ROGASH sind eine sehr versierte Death Metal Band, die auch das technische Know-how hat, um überzeugen zu können.

06 Primitive Man-300x

K: Die Amis PRIMITIVE MAN, die als nächstes auf dem Programm standen, waren mir bisher gar kein Begriff. In der gemütlichen Laberrunde draußen am Lagerfeuer hatte jemand aber dermaßen von der Band geschwärmt, dass ich doch neugierig wurde. Und für mich waren PRIMITIVE MAN dann ganz klar die Überraschung des Tages. Die drei Mann auf der Bühne entfachten hier einen wahren Höllenlärm, der alles plattwalzte. Sludge ist jetzt nicht gerade meine bevorzugte Stilrichtung, aber wenn er so dargeboten wird wie von diesen Amis, dann lasse ich mich gern eines Besseren belehren. Der Gitarrist und der Bassist brachten beide ein mehr als ordentliches Kampfgewicht auf die Bühne, und genauso fett und massiv war auch der Sound, der zwischen fies kriechendem Lärm und plötzlichen Hochgeschwindigkeits-Ausbrüchen pendelte. Das Ganze kam stellenweise schon etwas noisig und chaotisch rüber, aber das wuchtige Schlagzeugspiel sorgte dafür, dass man in all dem Dröhnen und Quietschen nicht komplett die Orientierung verlor. So fegten die Songs wie ein alles zerschmirgelnder Sandsturm über einen hinweg, was wirklich verdammt beeindruckend war.
R: Obwohl ich mit Sludgedoom nahezu nichts anfangen kann, war das Interesse für mich dennoch recht hoch, allein wegen der Tatsache, wie die zwei schwergewichtigen Frontmänner ihre Mucke rüberbringen. Während ich anfangs etwas gelangweilt und desinteressiert vor der Bühne herumgammelte, war ich doch zunehmend erstaunt, wie Schlagzeuger IS auf sein Drumkit regelrecht eindrosch, so dass öfters die GTNS Crew damit beschäftigt war, die Schrauben nachzuziehen. Aber nachdem ich merkte, dass die Jungs nicht nur zähen Doom mit extrem brülligem Gesang darbieten können, sondern auch dermaßen geschwindigkeitsmäßig und aggressiv abgehen können, war es dann doch um mich geschehen, und es war auf jeden Fall eine mehr als gute Entscheidung, PRIMITIVE MAN komplett anzuschauen.

07 Arroganz-300xAngestachelt von der Energie dieser Band war es uns schon klar, dass es die nächste Band nicht leicht haben würde mitzuhalten. Mit ARROGANZ stand nun die einzige Black Metal Band des ganzen Festivals auf der Bühne. Von ARROGANZ hat man ja in den letzten Monaten nahezu an jeder Ecke was gelesen, und scheinbar ist das eine der wenigen Black Metal Bands aus dem Osten, denen man noch trauen kann und sich nicht die Hände dabei braun macht. Na ja, wie dem auch sei, so richtig nachvollziehen konnte ich es nicht, warum eine Black Metal Band auf einem Grindcore-ausgerichteten Festival spielt. Obwohl wir uns beide nicht wirklich viel von ARROGANZ angeschaut haben, machten sie ihr Ding gut. Man merkte natürlich schon, dass das Publikum etwas verhaltener wirkte als bei den anderen Bands, und es war, wie man es sich schon denken kann, auch nicht so viel los.
K: Ich für meinen Teil war auf ARROGANZ eigentlich schon gespannt, da die Band doch von einigen Leuten ziemlich in den Himmel gelobt wird. Bisher hatte ich mich mit den Brandenburgern allerdings noch nicht näher befasst und wollte mich jetzt einfach mal live überzeugen lassen. So richtig wollte der Funke dann allerdings nicht überspringen. Hier wurde zwar gut gemachter Black Metal dargeboten, aber es fehlte so ein bisschen das gewisse Etwas. Auch wenn man sich Mühe gab, neben der musikalischen Darbietung zusätzlich mit Kerzen, Knochen und Kunstblut für eine gewisse Atmosphäre zu sorgen – irgendwie wollte sich die gewünschte Düsterstimmung nicht einstellen. Wahrscheinlich hatten es ARROGANZ aber auch deswegen so schwer, mich zu begeistern, weil der Auftritt von PRIMITIVE MAN eben kaum zu toppen war.

08 Keitzer-300xR: Als ich las, dass Incarceration absagen mussten und dafür KEITZER einsprangen, war die Freude gleich doppelt so groß, nach Torgau zu düsen. Nachdem mich die Jungs in Trier letztes Jahr schon dermaßen beeindrucken konnten, war klar, dass ich mir sie auch auf dem GTNS anschauen muss. KEITZER sind für ihren extrem schnellen Grindcore mit leichten Metaleinflüssen bekannt. Und so hielt man sich auch gar nicht allzu lange mit Geplauder auf und grindete sich mal fast eine Stunde durch den Brückenkopf, wo unter anderem auch fünf niegelnagelneue Songs von ihrem demnächst erscheinenden Album „The Last Defence“ dargeboten wurden, die mal sowas von geil waren, dass ich fast durchgedreht bin. Es war schon sehr beeindruckend zu sehen, wie auf dieser wirklich sehr kleinen Bühne fünf Leute dermaßen abgingen, obwohl da oben nun wirklich kaum Platz war. Und natürlich sprang auch dieses Mal wieder Sänger Christian in den Moshpit, um die Energie und die Power, die auch aufs Publikum übersprang, selbst mitzuerleben. KEITZER steht nach wie vor für 1A-Grindcore, und auch der Sound war dieses Mal wieder überragend genial. Ich freue mich schon auf das neue Album und sage schon mal Danke für diese Killer-Show.

K: Nach diesem Hammer-Auftritt von KEITZER, bei dem es auch im Publikum ordentlich abging, fühlten wir uns langsam etwas ausgepowert. Wir hofften also, dass die nächste Band uns nach der Umbaupause wieder ein bisschen aufwecken würde. Nach einer Verschnaufpause am Lagerfeuer, wo inzwischen Vogelhäuschen und DDR-Möbel vor sich hin qualmten, rafften wir uns also auf, um bei WEAK ASIDE zumindest mal reinzuschauen. Die Band sagte uns gar nichts, und so hatten wir auch keinen Plan, was uns erwarten würde. Na ja, letzten Endes war es Death Metal, der uns nicht wirklich vom Hocker reißen konnte. Die aufgemotzte Gitarre des Sängers sah auch ein bisschen albern aus und erinnerte eher an Kinderspielzeug, was unsere Begeisterung nicht gerade steigerte. So hielt es uns nicht allzu lange vor der Bühne, und da wir ohnehin ziemlich geplättet waren, schlurften wir langsam Richtung Zeltplatz.

R: Die letzte Band waren WAKE aus Kanada, auf die ich mich schon gefreut hätte, aber aus irgendeinem mittlerweile nicht mehr nachvollziehbaren Grund habe ich da etwas total verrafft, denn ich war der Meinung, dass jetzt Wadge spielen würden. Lag es jetzt an der Müdigkeit oder am Wodka-Cola? Keine Ahnung. Da ich Wadge als lärmigen Grindcore kenne und diese Kanadier für ihren Schrammel-Sound bekannt sind, machten wir uns dann wie gesagt blöderweise in Richtung Zeltplatz auf. Das, was man am Samstagmorgen von unseren Zeltnachbarn über WAKE hörte, klang ganz so, als hätten wir wirklich was verpasst. Schöne Scheiße!

Samstag

R: Am Samstag ging es dann zum Glück schon etwas früher los, genauer gesagt um 14 Uhr. Campingzeit ist ja bekanntlich Frühaufsteherzeit, und so quatschten wir noch eine Weile mit unseren Zeltnachbarn, die zwei Leute von FCH aus Regensburg waren. (Gruß an Jan und Schorsch.) Nachdem unsere Nachbarn ihre obskure Weinschorle leergeschlürft hatten, luden wir die Jungs kurzerhand noch zum Bier ein, denn Bier soll bekanntlich nicht warm werden. Dabei erfuhren wir, dass die Polen Herida Profunda, die die erste Band am Samstag sein sollten, ihr Auftritt aber absagen mussten. Mmh, shit, die Crusties hätten wir uns gerne angesehen. Später erfuhren wir, dass stattdessen die Hallenser ABJURED als Ersatz kamen. Na, wenn das mal keine gute Nachricht ist. Somit waren nun die Ostfriesen von EASTFRISIAN TERROR an der Reihe, den Tag zu eröffnen. Da uns aber die blökenden Deichkinder mit ihrer Mucke nicht interessierten, quatschten wir lieber noch ein wenig mit Jan weiter, das war weitaus spannender und interessanter.
K: Na ja, das ostfriesische Blödel-Interview, das EASTFRISIAN TERROR im Fatal Underground gegeben hatten, war eigentlich ganz witzig gewesen, darum wollten wir doch zumindest mal kurz reinschauen, was die Band so fabriziert. Geboten wurde brachialer, simpler Death Metal mit einer Portion flachem Humor, (passt zum Land) was uns nicht so recht überzeugen konnte. Gerade der typische Brutal Death Metal Schweinestall-Gesang war nicht so unsere Tasse Friesentee, so dass wir uns nur recht kurz der Beschallung aussetzten.

12 Maggot ShoesR: Das sah ich genauso, so dass wir schnurstracks den Schweinestall verließen und uns mal wieder Richtung Futtertrog begaben, aber auch ein wenig an den Ständen herumeierten, unter anderem bei End War Records aus Cottbus, wo wir über Old School Grindcore philosophierten und uns ständig ein paar CDs empfehlen ließen. So ging die Zeit auch ruckzuck vorbei, und es roch nach madigen Schuhen. Und voila, MAGGOT SHOES waren angerückt. Wer MAGGOT SHOES kennt, weiß, was ihn hier für eine Mucke erwartet: Auch MAGGOT SHOES spielen rabiaten, schnellen Grindcore mit teilweise Metal-Einflüssen im Gepäck. MAGGOT SHOES gefielen mir von der ersten Minute an sofort. Und auch der Sänger brachte ordentlich Schwung hinein. War auf jeden Fall ziemlich geiles Material, um mal den Schädel kreisen zu lassen und abzugehen.
K: Ich hatte ja aufgrund des Bandnamens befürchtet, dass MAGGOT SHOES uns mit drögen, madigen Brutalo Death Metal Einflüssen anöden würden, aber die Band klang dann doch weitaus grindiger und aggressiver als erwartet. Die Mucke kam ziemlich angriffslustig und brachial rüber, was mich doch positiv überraschte. Cooler Auftritt!

R: Nachdem das Bier mal wieder so gut schmeckte und wir uns für den Samstag vorgenommen hatten, uns mal etwas mehr abzuschießen, kamen wir dieser eigenen Verpflichtung sehr gerne nach. Also flugs noch das ein oder andere Getränk besorgt und noch ein wenig auf dem Gelände herumgetigert und nebenbei am Lagerfeuer herumgehockt, was ziemlich lässig war. So verplapperten wir uns und merkten erst ziemlich spät, dass KATATONIE schon eine Weile spielten. Und als wir dann endlich mitten im Geschehen waren, bemerkten wir, dass die Bude rappelvoll war. Hey, und dieses Mal gefielen selbst mir KATATONIE. Daniel und seine Crew machten auf jeden Fall einen mächtig coolen Job. Die Leute gingen ab wie Sau, und die jungen Burschen von KATATONIE zerhackten mal alles in schöner Grind- und Brutal-Death-Manier. Obwohl wir beide eigentlich nicht so auf diese Art von Mucke stehen, konnten uns KATATONIE positiv überraschen.

Nach dieser Menge an Grunzlauten, war es endlich mal wieder an der Zeit, dem Brückenkopf etwas Death Metal entgegen zu schleudern, und der hörte dieses Mal auf den Namen CRYPTIC BROOD. Auf die war ich schon echt gespannt, denn deren Demo „Morbid Rite“ hat mir echt gut gefallen, da sie eine sehr coole Mischung aus verrottendem altem Death Metal und leichten Thrash-Salven servieren, die ich erst durch Chris von Necroslaughter kennen lernte. Danke noch mal an dich, Chris! (Gerne geschehen – Anm. Chris) Während das Demo noch eher im mittleren Tempo eingehobelt wurde, zeigte man in Torgau, dass CRYPTIC BROOD auch schneller können. Und mit gleich drei Sängern am Start, die einmal querbeet die Vielfalt des Death Metal Gesangs aufzeigten, hat man auch eine ganze Menge Abwechslung zu bieten. Feine Sache, sag ich da nur.
K: Mir sagte der old schoolige, schwere Sound von CRYPTIC BROOD ebenfalls sehr zu, und zwischen all dem Grind-Geschrubbe war der traditionelle Todesstoff eine willkommene Abwechslung. Tempomäßig war mal für etwas mehr Variation gesorgt, und die gebremsten Passagen eigneten sich gut, um die Matte zu schütteln. Im Vergleich zu KATATONIE waren zwar nicht mehr so viele Leute da, aber direkt vor der Bühne gab es trotzdem ordentlich Bewegung im Publikum, und CRYPTIC BROOD kamen mit ihrer geradlinigen Traditionskost gut an.

14 Abjured

R: Nachdem es heute ein ziemliches Hin und Her in der Running Order gab, hoffen wir, dass wir noch auf dem Laufenden sind, denn jetzt wurde der Ersatz für Herida Profunda mit ABJURED eingeschoben. Ich denke, mit den Hallensern ABJURED hat man einen wirklich hochkarätigen Ersatz gefunden, und wenn man sich mal draußen auf dem Gelände so umgehört hat, waren einige richtig gespannt auf die Mucke. Schon ihr Album „Life… You Know?!“ ließ jede Menge Talent und Qualität aufblitzen, aber was die Jungs hier live enfachten, übertraf das noch einmal ein gutes Stück. Es erwartete einen von der ersten Sekunde an eine verdammt gut aufgelegte Band, die es versteht, den Grindcore würdig zu spielen und dir das gewisse Feeling der alten Klasse wieder zu geben. Der zweistimmige Gesang von ABJURED war ebenfalls eine sehr geile Sache. Denn hier wurde abwechselnd in typischer Grindcore-Manier geschrien und auf der anderen Seite auch tief gebrüllt, was verdammt gut rüberkam. ABJURED legten ein dermaßen geiles Höllenbrett vor, dass man echt beeindruckt sein konnte von so viel Klasse. Von dieser derartig geilen aggressiven Spielart angestachelt, ging es dann auch schnurstracks nach deren Gig zum Band-Merchandise-Stand, um sich beim Schlagzeuger Ron gleich mal ein Shirt einzutüten und sich für die saugeile Show zu bedanken. Also, wer die CD von den Jungs noch nicht hat, muss dies unbedingt nachholen und sollte demnächst auch mal nach ihrer in diesem Jahr erscheinenden Split-EP Ausschau halten.

18 EastwoodMit ein wenig Verspätung standen dann auch EASTWOOD auf der Matte, auf die ich mich natürlich ebenfalls sehr freute, habe ich doch mit den Jungs vor einiger Zeit ein Interview gemacht, was ihr auch auf der Necroslaughter-Seite hier lesen könnt. Das Demo der Jungs hat schon so einige Häuser zum Einstürzen gebracht, denn ihre wüste Mischung aus Grindcore der alten als auch neuen Schule sowie ein paar chaotischen Noise-Einflüssen machte echt Laune. Live tobte hier wahrlich der Mob und Sänger und Grunzbarde David zeigte den Torgauern, wer in der Eifel das Sagen hat. EASTWOOD wüteten sich mal ganz locker und entspannt durchs Grind-Geäst, dass es echt Freude machte, sich den jungen, wilden Haufen anzuschauen und ab ins Moshpit zu fliegen. Zum Glück war auch der Sound ganz gut, so dass man keinen Ohrenkrebs bekam. War ne Killer Sache, und ich hoffe, dass man EASTWOOD noch ein paarmal live zu Gesicht bekommt.
K: Ich hatte von EASTWOOD eigentlich gar nicht so viel erwartet, da deren Demo nicht unbedingt meinen Geschmack trifft. Reinschauen kann aber nie was schaden, und in diesem Fall wurde ich absolut positiv überrascht. Die energiegeladene Liveshow wusste echt zu gefallen und sammelte mehr als nur Sympathiepunkte. Gerade Sänger David tobte wirklich wie ein junger Barney über die kleine Bühne und war mit derart viel Power und Spaß bei der Sache, dass es eine wahre Freude war.

GENOCIDE GENERATOR, die als nächstes spielten, waren als Industrial Grind angekündigt, was uns schon im Vorfeld ziemlich abschreckte. So hatten wir es nicht unbedingt eilig, nach dem Soundcheck wieder vor die Bühne zurückzukehren, sondern quatschten uns lieber noch eine Weile draußen an den Verkaufs- und Merch-Ständen fest und schoben mal wieder ein bisschen feste Nahrung zwischen die Kiemen. Schließlich wagten wir dann aber doch mal einen Blick auf die Band. Na ja, die Industrial-Einflüsse hielten sich zwar in Grenzen, trotzdem klang der Grind von GENOCIDE GENERATOR eher neumodisch und konnte uns irgendwie überhaupt nicht begeistern.

16 Funeral WhoreR: Also flugs den Falter gemacht und gewartet, dass nun endlich FUNERAL WHORE spielen. Die Holländer zogen so einige Leute an. Das lag wohl auch daran, dass die Jungs nicht nur geilen Death Metal spielen, sondern mit Gitarristin Kellie auch optisch etwas zu bieten haben. Aber FUNERAL WHORE zeigten, dass sie auch musikalisch etwas was auf dem Kasten haben, was sogar beim Grindcore-Publikum verdammt gut ankam. Hehe, es war schon recht lustig mit anzusehen, dass die meisten Fotografen in der linken Ecke standen und möglichst viele Fotos von Kellie schossen. Aber auch sonst ging im Publikum megamäßig was ab. Die Bude war berstend voll, und neben einer hübschen Gitarristin gab’s natürlich auch noch reichlich viel alten Death Metal um die Ohren gebrezelt. Hat auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht, sich diesen Death Metal Reigen hier einzuverleiben. Sänger Roy, Fronttier der Band, war zwar mit Abstand der kleinste in der Band, dafür brüllte er aber auch wie ein Bär, und die Energie, die er auf der Bühne rüberbrachte, entfachte er aber auch zu 666% im tobenden Moshpit.
K: Roy war nämlich schon seit Freitagnachmittag dadurch aufgefallen, dass er bei praktisch jeder verdammten Band an vorderster Front im Publikum mitmischte und abging wie ein Bekloppter. Nach diesem Dauereinsatz war ich mal gespannt, wie viel Energie ihm wohl noch für den eigenen Auftritt bleiben würde. Aber jegliche Bedenken wurden hier im Nu hinweggefegt, denn es zeigte sich, dass der Mann an Mikro und Gitarre noch reichlich Puste übrig hatte, um dem Publikum ordentlich einzuheizen. So ließ man sich hier auch automatisch von der energischen Bühnenpräsenz und dem ruppigen Todessound mitreißen, und FUNERAL WHORE waren live mal ein richtiger Hammer. Hier wurde Death Metal ohne überflüssigen Schnickschnack geboten, der sich bestens zum Abgehen eignete. Sehr cooler Auftritt!
R: Also, wenn sich einer den goldenen Orden für tobenden Moshpit-Einsatz verdient hat, dann ist es auf jeden Fall Roy. Denn obwohl der Kollege nicht viel größer als ein Gartenzwerg ist, fegte er wie ein Derwisch von links nach rechts durch die Bude, ganz egal, wie groß oder wie breit auch sein Gegenüber war, hähä, coole Sache.

21 Slaughterday

Und es blieb auch gleich Death Metal lastig, denn es kam eine weitere Band aus dem Hause FDA Rekotz. Zu vorgerückter Stunde wurde es jetzt Zeit für SLAUGHTERDAY, und auf diese Jungs habe ich mich ebenfalls echt gefreut, denn deren Album „Nightmare Vortex“ zelebriert richtig fetten Death Metal der alten Schule, ohne aber auf technisches Know-how zu verzichten. Und so hämmerte man in einer knappen Dreiviertelstunde old schooligen Death Metal in die Meute, und man merkte SLAUGHTERDAY ihren Enthusiasmus deutlich an. SLAUGHTERDAYs Mucke eignete sich hervorragend zum Abmoshen und war nach den ganzen extrem schnellen Grindbands eine gelungene Abwechslung. Demnächst erscheint nun eine EP, und jeder, der auf guten Death Metal der alten Garde ohne neumodischen Firlefanz steht, sollte sich mal SLAUGHTERDAY ins Gedächtnis ritzen.

K: Nach dieser Band blieb man weiterhin im Old School Death Metal, als nächstes standen nämlich die Urgesteine MASTER auf dem Programm. Herr Speckmann hatte zuvor schon am Merch-Stand seinen brummigen Altherrencharme versprüht, und so war ich echt gespannt auf den Auftritt, zumal ich MASTER bisher noch nie live gesehen hatte. Die aktuelle Scheibe „The Witch Hunt“ läuft mir ebenfalls ziemlich gut rein, und so freute ich mich auf eine ordentliche todesmetallische Abrissbirne. Allerdings wurde die Geduld des Publikums noch arg auf die Probe gestellt, bis es endlich losging. Der Soundcheck dauerte gefühlte Stunden, irgendwas war wohl auch kaputt, aber was genau denn nun das Problem war, habe ich in meinem Suff nicht mehr mitbekommen. Irgendwann ging es dann aber endlich los, und man servierte der Meute gediegenen Death Metal, der sich bestens zum Bangen und Moshen eignete. So war auch trotz der vorgerückten Stunde und trotz Fußball (oder war das dämliche Deutschlandspiel inzwischen schon vorbei?!) die Hölle los. Der bärtige alte Mann und seine Kollegen bretterten uns eine geballte Ladung alte Schule und coole Riffs vor den Schädel und wurden dafür gebührend abgefeiert. Vor der Bühne wurde gebangt und geschubst, was das Zeug hielt, und ich ließ, wie ich am nächsten Morgen feststellen konnte, keine Gelegenheit aus, mir blaue Flecken einzuheimsen. Was für ein Spaß!
26 MasterR: Zu MASTER könnte man ganze Bücher schreiben, und obwohl ich nun auch schon über 20 Jahre Metal höre, habe ich es noch nicht auf die Reihe gekriegt, mir MASTER mal live anzuschauen, was daran liegt, dass ich nie so ein richtiger Speckmetal-Fan war und mir eher die uralten Sachen oder eben einige Nebenprojekte mehr zusagen. Natürlich war ich neugierig, wie so ein alter Haudegen noch live überzeugen kann, und obwohl ich wie gesagt kein MASTER-Fan bin, hat mich diese Show schon beeindruckt, denn es war so eine Mischung aus Metal und Sportunterricht. Allen voran war natürlich wieder Roy von FUNEARL WHORE mit von der Partie, und so war es eine wirklich sehr sportliche Angelegenheit, auf den Beinen stehen zu bleiben und sich aber nebenher trotzdem auf die Mucke einzulassen. Auch Paul Speckmann war sehr gut aufgelegt und brabbelte ständig in seinem Amijargon in seinen Gandalf-Bart hinein. Aber im Endeffekt ist es ja auch absolut wurscht, was er redete. Hier ging richtig die Post ab, und wenn mich meine Erinnerungen nicht ganz täuschen, hat der gute Paul sogar zweimal Zugabe gegeben, was ich natürlich sehr cool finde. War auf jeden Fall eine Bereicherung, diesen graubärtigen Kollegen endlich mal live zu sehen.

K: Dass man nach zwei Tagen Festival nicht mehr ganz fit ist, dürfte nachvollziehbar sein. Den Vogel schoss allerdings Rico von FDA Rekotz ab. Hatte man ihm anfangs seine Begeisterung über den MASTER-Auftritt noch deutlich angemerkt, schaffte er es dann gegen Ende des Gigs tatsächlich, am Rand der Bühne sitzend einzunicken. Es war schon ein Bild für die Götter, wie Rico scheinbar seelenruhig schlummerte, ohne sich durch die lautstarke Beschallung oder den tobendem Mob stören zu lassen.
R: Puh, wie oben schon angedeutet, hatten wir es uns ja zur Aufgabe gemacht, den Samstag mal so richtig schön einen einzulöten, und demnach waren wir eigentlich auch ständig am Trinken. Nachdem MASTER dann nach über einer Stunde Spielzeit fertig waren, war es für uns wie auch für die anderen Zuschauer erst mal wichtig, frische Luft zu schnappen und etwas runterzukommen. Dazu boten sich hervorragend die Sitzplätze und der Tresen an. Und als wir uns dann so ein bisschen in unserem alkoholgeschwängerten Zustand stumpf unterhielten und irgendwelche bescheuerten Fotos machten, kam dann passenderweise auch noch unser Zeltnachbar Schorsch um die Ecke, der uns jetzt mal Bier ausgab.

Die vorletzte Band des Abends und somit wohl auch die Band, die es am schwersten hatte, waren DISTASTE. Denn mittlerweile war es dann schon so um die Mitternachtszeit, und man war schon stark der Meinung, wie soll man gegen diesen guten Gig mit extrem viel Publikum noch anstinken können? Allerdings verlaberten wir uns eine ganze Zeit draußen am Lagerfeuer und bekamen erst relativ spät mit, dass da irgendwas am anderen Ende herumschrie. Also hieß es, schnell mal bei den Ösis reinschauen, denn DISTASTE habe ich schon ewig nicht mehr gesehen, und die haben mich schon etwas gereizt. Als wir hineinkamen, staunten wir nicht schlecht, denn von wegen wenig Publikum! Die Bude war rappelvoll und das erstaunte uns schon etwas. Leider konnten mich an dem Abend DISTASTE nicht richtig begeistern, und ich kann es gar nicht so recht an etwas festmachen, woran es lag. Was mir allerdings nicht so gut gefiel, war: zum einen hatten DISTASTE einen ziemlich kratzigen Sound abbekommen und zum anderen war der Gesang viel zu leise (oder hatte ich was auf den Ohren?), so dass dies für uns eine kurze Angelegenheit war und es schnurstracks zum Tresen ging. Jetzt hatte ich mal wieder richtig Bock auf Wodka-Cola, und ich hatte Glück, meine bessere Hälfte gab mir gleich mal einen aus. Hm, nur leider hatte ich nicht allzu viel von dem Getränk, denn aus Verpeiltheit und aufgrund eingeschränkter motorischer Fähigkeiten gab’s den ganzen Wodka-Cola einmal direkt auf die Hose. Toll gemacht!

27 Accion Mutante

Nun kamen als wirklich letzte Band unsere Fast-Nachbarn ACCION MUTANTE, und für die hieß es wieder fit zu sein und fit zu bleiben, denn ein ACCION MUTANTE Auftritt gilt es immer von Anfang bis zum Ende anzuschauen, alles andere ist Schwachsinn. Nachdem wir wieder ein wenig Lebensgeister in uns weckten, liefen wir schnurstracks schon zum Soundcheck von ACCION MUTANTE, und die Schwaben legten dann auch relativ schnell los, und man wird es nicht glauben, selbst zu dieser Zeit (es war schon nach ein Uhr) war die Bude berstend voll, und man merkte der ganzen Band, allen voran Karsten und Rossi, an, dass sie fit waren, ihren wütenden Crust der noch wachen Meute entgegen zu schreien.
K: Die zwei Tage Festival steckten einem zu dieser Zeit zwar schon ordentlich in den erschöpften Knochen, aber bei ACCION MUTANTE fiel es leicht, nochmal die letzten Kraftreserven zu mobilisieren. Es ist wirklich unglaublich, was für eine Energie diese Band auf der Bühne entfesselt. Gerade die beiden Schreihälse fegten wie wildgeworden über die Bühne und brüllten sich ihre Wut mit aller Kraft aus dem Leib, so dass man sich unweigerlich anstecken lässt, mit abzugehen. ACCION MUTANTE gleichen auf der Bühne einer nicht zu bändigenden Naturgewalt, die einfach mal die gesamte beschissene Menschheit unter Trümmern begräbt. Ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte, und das sahen offensichtlich nicht nur wir so. Auf vielen Festivals hat die letzte Band die totale Arschkarte, weil es kaum noch einer schafft, sich bis zum Ende auf den Beinen zu halten, aber auf dem GTNS wusste doch zumindest der harte Kern, dass es sich hier lohnt, bis zum Ende auszuharren.
32 Accion Mutante-300xR: Aber hallo! Das kann ich uneingeschränkt so stehen lassen. Um ehrlich zu sein, hatte ich anfangs vor, das Geschehen von etwas weiter hinten zu begutachten, aber nachdem ich merkte, dass auch das Herumstehen nicht wirklich viel brachte und der Mob vor der Bühne so richtig anfing, sich zu drehen und es auch ziemlich bunt da vorne an Katjas Ecke wurde, hatte ich mir gedacht, scheiß doch auf die blöde Leichenstarre, jetzt rein ins Geschehen. Und es hat sich gelohnt! ACCION MUTANTE stehen nun mittlerweile schon seit 20 Jahren für Underground, aber auch für 20 Jahre ehrlichen Crust, und ich finde, Torgau hat sie sehr gut empfangen, denn man hörte wirklich um einen herum ständig irgendwelche Lobpreisungen, Mitgröltexte, und sowas spricht doch schon mal für sich. Natürlich ließ es sich das Pitbull-Duo Karsten und Rossi nicht nehmen, sich selber ins herumtobende Publikum hineinzuschmeißen und sich von ihrer eigenen Energie, die sie verbreiteten, anstecken zu lassen. Man merkte den beiden an, dass sie verdammt viel Spaß an ihrer Sache hatten, und es wurden noch mal wirklich alle möglichen Lebensgeister geweckt, um mit ACCION MUTANTE ordentlich die Kuh fliegen zu lassen. Wer sich einen Crustie oder Grindcorefan nennt und immer noch nicht ihr Hammeralbum „Worse Than A Virus“ sein eigen nennt, der soll endlich jetzt mal in die Puschen kommen und sich dieses Teil zulegen. Es lohnt sich wirklich! Was ebenfalls ziemlich geil war, dass ACCION MUTANTE noch ein paar Zugaben gaben und die Leute auch nahezu alle von Anfang bis zum Ende mit von der Partie waren. Und somit haben ACCION MUTANTE ein ziemlich fettes, wenn auch etwas mager besuchtes Festival gebührend und ehrenvoll abgeschlossen. Danach ging es draußen noch an der Bar weiter, denn es passte nach so einem energiegeladenen Auftritt noch ein wenig Alkohol in den müden Körper rein. Und auch Schorsch lud uns noch mal auf eine coole Schnapsparty ein, der wir natürlich gerne nachgingen.

Am nächsten Tag kam natürlich das, was kommen musste. Während die Gattin ein wenig zu kämpfen hatte, schaute ich stattdessen meinem Zeltnachbarn zu, wie er eine neue Art entwickelte, sein Sekundenzelt in sage und schreibe einer Stunde abzubauen und auf sehr schmerzhafte Art zusammenzulegen. Während Jan und ich uns bekugelten vor Lachen, wie man so cool sein kann, trotz Vollsuff und der Ablehnung von Hilfsangeboten es dennoch zu schaffen, sein Zelt irgendwie so zu bearbeiten, dass es schlussendlich unfachmännisch verstaut war und die Jungs Richtung Regensburg aufbrechen konnten. Nachdem Katja noch mal den Elch rufen musste, um sich die Sachen vom Vorabend noch mal durch den Kopf gehen zu lassen, konnten wir dann auch endlich mal starten.

Wir bedanken uns bei allen Bands für die coole und sehr unterhaltsame, kurzweilige Zeit. Vielen Dank an Rico von FDA und an Mario, die eine wirklich gute Arbeit geleistet haben. Wir hoffen, dass im nächsten Jahr mehr Leute den Weg nach Torgau finden, denn dort ist auf jeden Fall noch genügend Platz.

Katja & Rayk (Bericht und Fotos)

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