Bent Sea / Usurpress – Split 10″


Bent Sea - Usurpress - Split LP

Neben meinen Dauerfavoriten Napalm Death bin ich nebenbei stets interessiert, was die einzelnen Bandmitglieder neben ihrer Hauptband so treiben, und da Shane bekanntermaßen in geschätzten 100 Bands mitspielt, ist es nicht einfach, jede Band zu kennen. BENT SEA hat mich somit nur wegen Shane Emburys Mitwirken gereizt, da ich bis zu dieser Scheibe noch nichts von denen kannte, lediglich ein Review im Decibel Magazine gelesen habe. Wie dem auch sei, ich war gespannt, was BENT SEA so verzapfen, denn BENT SEA ist mal wieder so eine All Star Band, wo ich eigentlich so gar nicht drauf stehe.

Aber hey, schon gleich nach Auflegen der Platte geht’s ohne mit der Wimper zu zucken gleich straff zur Sache. Sänger und Kreischbarde Sven (Aborted) macht hier einen außerordentlich guten Job. Ich erwartete eher typischen Brutal DM Gesang, aber nix da, hier wird in herrlicher Grindcore-Art gebrüllt und geschrien, was sehr zu gefallen weiß, so dass die Songs allein vom Gesangsstil schon ihren Reiz entfachen.
Sowohl die Gitarre als auch das Schlagzeug wird von Dirk Verbeuren (Devin Townsend Project u.a.) bearbeitet, und der macht hier einen Bombenjob, was ich gar nicht so erwartet hätte.

Okay, dass BENT SEA nicht zu 100% in die Grindcore Ecke gestellt werden kann, leuchtet ein, allein schon wegen den Mitgliedern. Die drei spielen ein wirklich beachtliches brutales, aggressives Brett, was mit der heutigen massigen Konkurrenz locker mithalten kann. Auch wenn Gitarre und Schlagzeug, wie schon erwähnt, von ein und derselben Person eingespielt wurden, gibt es keine Abstriche zu vermelden. Acht gnadenlose Würger lässt man hier vom Stapel, die einen mörderischen Drive haben und regelrecht zum Abgehen animieren.

Weiter geht es dann mit fucking Old School Death Metal. USURPRESS aus Schweden, die ich von ihren Vorgängerscheiben schon kannte, spielen zwar ordentlich rödelnden alten, brachialen DM, aber so richtig überzeugen konnten sie mich bisher nie. Ob es jetzt an ihren Splitpartnern liegt, dass sie sich so richtig ins Zeug legten, weiß ich nicht, aber diese Songs sind nun um ein gutes Stück besser und rotziger und zum Glück auch abwechslungsreicher gespielt als das, was ich von denen kenne.

Im Großen und Ganzen geben auch die Schweden richtig Gas, nur mit dem Unterschied, dass sie auch ein richtig langsames Stück am Start haben, was schon einen gewissen Doom-Charakter mitbringt. Natürlich merkt man USURPRESS ihre Herkunft an, aber USURPRESS denken gar nicht daran, so wie Schwedens Death Metal Zugpferde zu klingen, denn sie spielen ihr ganz eigenes Ding, das addiert mit einer Menge Stumpffaktor und fertig ist ein Sound, der das Undergroundfeeling regelrecht aufsaugt und verinnerlicht.
Mit dem Gesang von Steffe Petterson bin ich ebenfalls sehr zufrieden, denn der brüllt mit seinem rauen Organ sehr eindrucksvoll daher. Bin ich sonst nicht so begeistert, wenn Labels der Meinung sind, man müsse unbedingt eine Death Metal Band mit einer Grindcore Band als Split herausbringen, funktioniert es hier sogar echt gut.

Für alldiejenigen, die sowohl auf aggressiven Death Metal ohne übertriebenen technischen Firlefanz als auch Grindcore der neueren Schiene stehen, sollte diese MLP interessant sein. Also, wenn ihr mich fragt, eine überaus gelungene Split, die uns hier kredenzt wird.

Infos:
Doomentia Records – 2013
10″-LP – 11 Lieder / 24:21 min.

http://www.bentsea.com/
http://usurpress.com/
http://www.doomentia.com/