Exit Humanity – Undead Saviour


Exit Humanity - Undead SaviourDer ein oder andere hat vielleicht mitbekommen, dass Gitarrist Stefan kurz nach dem Release des Debüt-Albums „Cadaver Christi“ bei den Harm ausgestiegen ist. Lange konnte er aber nicht ohne Musik bleiben, und so entstand EXIT HUMANITY. Dort macht Stefan Gitarre, Bass und Gesang, derweil Kumpel Jan die Felle drischt.

Undead Saviour“ ist das erste – und hoffentlich nicht letzte – Lebenszeichen des Duos und erschien stilecht als Kassette. Rausgebracht auf 166 handnummerierten Tapes über Weed Hunter Records. Wie immer, ist der Tonträger professionell bedruckt (grün auf weiß) und hat ein ordentliches Inlay; ein J-Card mit Double-Flap, wo sich allerlei schicke Bilder finden. Das Cover stammt von Art Wars Media-Design, gleiches mutmaße ich nun über die „Bilder der Musiker“ und die andere Grafik.

Bereits hier ist klar, dass Stefan die Idee von Harm weiter gesponnen hat und konsequenter durchzieht. Das Cover sagt unmissverständlich: Hier gibt es rohen, ungehobelten Death Metal! Da war das „Cadaver Christi„-Artwork fast schon zu „sauber“ für die Musik. Passend dazu ist der Sound auch sehr dreckig. Dumpf, aber dennoch differenziert genugt, dass man die einzelnen Instrumente gut auseinanderhalten kann.

Doch das alles ist nur zierendes Beiwerk zur Musik, die Harm fast schon geleckt erscheinen lässt. EXIT HUMANITY sind downtuned and dirty. Die Riffs sind reduziert auf ein Minimum. Mal brutal-kantig, mal eher eingängig und direkt zündend. Dazu meist ein schön grobschlächtiger Hardcore-Beat und geradlinige Growls.

Exit Humanity - Demo Tapes

Dabei ist „Undead Saviour“ in seiner Spieldauer von knapp 18 Minuten aber keinesfalls Stumpf. Dafür ist die Abwechslung zwischen den einzelnen Songs gut genug. Der Opener und Titeltrack ist recht derbes Geholze mit richtig prägnantem Refrain. Danach trägt eine dicke Bolt Thrower Dampfwalze „If Humanity Dies„. Das Wha-Solo ist zwar sehr minimalistisch, aber ungewöhnlich und passt sehr gut in den Kontext.
Der brutalste und puristische Song ist „Figment Of Violence„, hektisches Solo und mürbender Doom-Part inklusive. Bevor „Plague Of The Undead“ den Bogen zum Anfang schlägt, steht „Only Darkness Remains“ recht exponiert auf der Demo. Das konsequent schleppende Tempo mit dem rockigen Vibe macht den Track ziemlich brutal.

Vielleicht fehlt es EXIT HUMANITY noch am besonderen Etwas. Und vielleicht ist es der Band auch zum Nachteil, dass die Swedeath-Welle gerade wieder etwas abflaut. Doch „Undead Saviour“ ist ein richtig gutes Demo, das sicherlich mit etwas Schliff (nein, kein Feinschliff, der Style soll schon weiterhin so schön archaisch bleiben!) auch ein gutes Album in Aussicht stellt!

Einen Song gibt es auf Bandcamp. Das Tape beim Weed Hunter. Wie immer zum fairen Preis von vier Euronen.

Infos:
Weedhunter Records – 2014
Demo-Tape – 5 Lieder / 17:34 Min.
https://www.facebook.com/Exit.Humanity.Death.Metal
https://exithumanity.bandcamp.com/
http://weed-hunter-records.blogspot.de