PERVERSITY – düsterer als zuvor!


Perversity - Logo

Auch wenn wir nun das zweite Quartal von 2014 beschreiten, ist das Jahr dennoch vergleichsweise frisch. Und bereits im Januar haben PERVERSITY ein leckeres Fressen für Freunde von blasphemischen, bösartigen und dissonanten Death Metal losgelassen. Wer auf Immolation, Hate Eternal und Südamerikanische Schule steht und noch etwas eigenen Vibe in der Mucke zu schätzen weiß, der sollte „Infamy Divine“ definitiv anhören! Die EP erschien bei Lavadome Productions im schicken Digipak mit ungewöhnlichem Formfaktor. Dazu und natürlich auch über die stilistische Entwicklung der Band, gibt Sänger Juraj Auskunft…


1. Hey Juraj! Wie geht es Dir? Danke, dass Du Dir etwas Zeit für meine bescheidenen Fragen nimmst! Ich hoffe, Du hast ein kaltes Bier zur Hand und gute Musik in der Anlage, damit Du in die richtige Stimmung kommst, ugh yeah!

– Hi Chris. Danke, mir geht es gut. Und auch vielen Dank für Dein Review zu „Infamy Divine“. Du liegst verdammt richtig.
Ich trinke gerade gutes kaltes Bier und schüttele mein Haupt zum neuen Zeug von Teitanblood.

2. Dieses Jahr ist noch recht jung, aber für mich ist „Infamy Divine“ bereits ein kleines Highlight. Großartige Songs, wunderschöne Verpackung, einfach ein perfektes Gesamtbild! Mit ungefähr einem Monat Abstand (oder mittlerweile auch zwei, haha), seid ihr immer noch zufrieden mit der EP? Wie waren die Reaktionen der Medien bisher? Habt ihr eine Menge guter Reviews und ein paar Interviews bekommen?

– Danke Dir für Deine netten Worte. Ich sehe Du magst die Scheibe und yeah, Ich bin richtig stolz auf die EP.
Das Feedback war bisher überwältigend, sowohl von Webzines als auch von den Fans. Was uns sehr glücklich macht ist der Umstand, dass jeder einen eigenen Lieblingssong hat. Das ist uns sehr wichtig, denn es zeigt, dass wir gute Songs schreiben können, die nicht alle gleich klingen.
Wir haben viele Reviews bekommen, die meisten waren sehr positiv und wir haben ein Interview (auf slovakisch für MetalExpress) gegeben. Wie bereits gesagt, ich bin sehr zufrieden mit den Rückmeldungen, die wir bisher auf die EP bekommen haben.

3. Wie man sieht, habt ihr euch ein paar Gedanken um die Präsentation von „Infamy Divine“ gemacht. Die hat ein großartiges Artwork, ist stimmig in allen Aspekten und bietet neue Ideen um das Format wie die Verpackung selber. Da gibt es so viele Details, über die ich gerne mehr wissen würde, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, haha! Lass uns einfach beginnen, wie wichtig ist der Gesamteindruck einer Veröffentlichung für euch?

– Das ist uns sehr wichtig…

4. Ihr habt euch für eine besondere Verpackungsform für die CD entschieden. Es ist nicht das typische Digipak und erst recht kein langweiliges Jewelcase. Warum habt ihr euch für das ungewöhnliche Konzept entschieden und statt eines Trays einen Einschub für die CD in den Karton gewählt? Sollte das zur Kostenreduktion beitragen? Und warum präsentiert ihr das Artwork im Hochformat und nicht wie üblich quer? Das ist schon irgendwie besonders und verleiht dem Motiv interessante neue Dimensionen…

– Wir haben diese besondere Verpackung zusammen mit unserem Label ausgesucht. Ich weiß nicht ob das Tray aus Karton die Kosten geringer hält, aber es sieht schon sehr cool aus. Wie Du bereits sagtest, es ist ungewöhnlich.
Und wie Du sagst, ist das Artwork im Hochformat und nicht im gewöhnlichen Querformat. Wir entschieden uns dazu, um die ursprünglichen Dimensionen zu wahren, in denen das Bild entstand. Wir haben auch versucht, es zu strecken, aber das sah ziemlich kaputt aus.

5. Jon Zig hat einen phantastischen Job mit dem Artwork abgeliefert! Es erinnert mich irgendwie an Seagrave, Beksinski und den Biomech-Kram von Giger. Hattet ihr die Idee für das Bild oder habt ihr ein bereits existentes Werk gekauft? Hat das Motiv irgendeine Verbindung zu euren Texten oder den Themen von „Infamy Divine“?

– Nun, eigentlich sollte das Cover wieder von meinem jüngsten Bruder Peter gemacht werden. Er ist bekannt unter dem Namen Digital – Wortex und hat bereits zuvor mit uns zusammengearbeitet, bei unseren letzten beiden Veröffentlichungen („Beneath The Reach Of Heaven“ und „Ablaze“). Aber wir wurden von Jan (Besitzer von Lavadome Productions) angeschrieben und er teilte uns mit, dass er jemand anderes für den Job hätte. Wir willigten ein, aber nur unter der Bedingung, dass mein Bruder das Artwork macht, wenn uns die andere Arbeit nicht gefällt. Dann hat Jan uns damit überrascht, dass Jon Zig das Cover machen wird. Wir haben nicht eine Minute gezögert.
Nach der Feinabstimmung der Details, Farben und so weiter, hat er das Artwork an Jan und dann zu uns geschickt, Wir waren sprachlos von seiner Arbeit. Nachdem das Bild fertig war, hat mein Bruder den Rest vom Layout gemacht. Ich persönlich denke, dass beide sehr gute Arbeit geliefert haben.
(Keine Frage, das Gesamtbild ist der Hammer. – Anm. Chris)

Perversity - Infamy Divine

6. Im Vergleich zu eurem letzten Album „Ablaze“, hat sich euer Style ein wenig geändert. Euer letztes Full-Length war deutlich stärker von Suffocation, und weniger von Immolation geprägt. Aber das Verhältnis hat sich auf „Infamy Divine“ deutlich verschoben. Natürlich gibt es immer noch brutale und straighte Riffs, aber da sind wesentlich mehr morbide und dissonante Harmonien. Ich erkenne neben Immolation auch etwas Hate Eternal und deutlichen Einschlag von südamerikanischen Bands. Wie würdest Du eure Entwicklung beschreiben? Würdest Du meiner Beobachtung zustimmen oder siehst Du die Dinge komplett anders?

– Oh, ich verstehe. Das ist für uns ein Kompliment. All die Bands die Du erwähnst, sind unter unseren Favoriten. Wir sind von ihrer Musik beeinflusst, aber wir wollen nicht als eine verdammte Kopie angesehen werden. Wir mögen ihren blasphemischen Death Metal Style und natürlich den Sound der irritiert und die Hörgewohnheiten stört. Ich habe Meinungen gelesen und gehört, dass unsere Musik nicht vergleichbar ist.
Jan hat auch lange gepuzzelt, bis er eine vernünftige Beschreibung für den Promo-Zettel fertig hatte. Wir haben uns in diesen Fahrwassern wiedergefunden und denken, dass wir gut auf diese Karte setzen können.

7. Denkst Du, dass diese Änderung irgendeinen Einfluss auf eure Popularität haben wird? Ich meine, Suffocation sind zwar brutal wie Bolle, aber immer noch ziemlich angesagt in der Szene. Hingegen sind die düsteren und dissonanten Bands wie Immolation oder Incantation zwar mit einer loyalen Fanbasis gesegnet, haben den großen Durchbruch aber nie geschafft. Denkst Du, dass PERVERSITY ihre potentielle Hörerschaft nun verkleinert haben?

– Yeah, das siehst Du richtig. Diese Bands sind in der Tat ziemlich brutal, und sie haben weltweit loyale Fans. Ich denke aber nicht, dass unser Ansatz so wesentlich anders ist als zuvor. Es ist eine Weiterentwicklung für uns und wir entwickeln uns immer und immer weiter. Wie ich bereits zuvor sagte, wir finden uns in den entsprechenden Gewässern wieder. Entsprechend werden Zeit und Fans entscheiden, ob wir den richtigen Pfad eingeschlagen haben.

Perversity - Band 2014

8. Neben der Entwicklung in euren Harmonien, bemerkt man auch euren neuen Drummer als eine positive Veränderung. Jakubik spielt schnell, brutal und organisch. Er spart sich diesen modernen und langweiligen Krempel wie übertriebenes Triggering oder Gravity-Blasts. Das gibt PERVERSITY einen anderen, böseren Vibe.

– Ja, da hast Du wieder recht. Peter ist ein sehr talentierter Drummer und hat seinen eigenen Stil. Er ist wie eine Maschine, die uns weiter antreibt. Es ist sein verdienst, dass wir nun so klingen, wie wir heute klingen. Als wir im Studio waren, hat er immer wieder betont, dass wir den Sound von Gitarren, Drums, etc. besser abmischen müssen. Zunächst wollten wir eigentlich nichts ändern, aber als wir die Änderungen härten, blieb uns einfach die Kinnlade unten (:

9. Wenn Du mich fragst, mag ich die synthetischen Orchester-Elemente auf eurer EP nicht sonderlich. Sie passen nicht wirklich in euren Style und klingen nach billigen Midi-Sounds. Was war eure Intention, als ihr die Sachen eingebaut habt?

– Oh, ich verstehe. Die Synthies wurden von unserem langjährigen Freund Jozef Helmeczy aufgenommen. Er ist ein talentierter junger Mann und arbeitet mit uns von Anfang an zusammen. Ich persönlich mag Synthesizers im Metal aber auch nicht sonderlich.

10. Es war ein beachtlicher Schritt von „Ablaze“ zo „Infamy Divine“. Kannst Du Dir schon vorstellen, wohin die Reise euch als nächstes bringt? Weißt Du bereits, wie ihr auf eurem nächsten Release klingen werdet? Habt ihr schon Pläne für eure nächste Veröffentlichung? Wird es eine weitere EP oder konzentriert ihr euch als nächstes auf ein Album?

– Es war ein logischer Schritt für uns und wir haben einfach das vorige Album „Ablaze“ fortgesetzt. Wie Du bereits sagtest, ist es eine beachtenswerter Schritt. Unsere EP „Infamy Divine“ ist dunkler und blasphemischer als die vorigen Werke. Wir wollen unseren Stil weiterentwickeln, damit wir düsterer als zuvor werden. Aktuell arbeiten wir an unserem nächsten Full-length. Drei neue Songs stehen bereits.

11. Juraj, ich danke Dir für Deine Zeit und Antworten. Ich hoffe Du hattest ein wenig Spaß an meinen kleinem Interview voll nerviger Fragen und billiger Anschuldigungen, haha! Da ist eine Menge Platz nach diesem Punkt. Bitte hinterlasse ein paar letzte Worte an mich, eure Fans und das Internet!

– Danke für dieses großartige Interview und dass Du Interesse an unserer Band zeigst. Ich hoffe, wir sehen uns auf einem Gig oder einem Festival und trinken zusammen ein paar Bier. Ich wünsche Dir noch viel Erfolg mit dem NecroSlaughter-Webzine. Die Message an unsere Fans ist ziemlich simpel: Bleibt euch treu und gebt niemals auf. Supportet eure lokale Szene, Plattenläden, Bands, Zines und Webzines!!!

https://www.facebook.com/perversityband
http://lavadome.bandcamp.com/album/infamy-divine