Hellcraft – Tyranny Of The Middle Ages


Hellcraft - Tyranny Of The Middle AgesUrsprünglich in kleiner Auflage vom russischen Label Satanath Records 2012 auf CDr veröffentlicht, trägt nun Rebirth The Metal Productions die „Tyranny Of The Middle Ages“ in die Welt. Mitunter durch die Hilfe von Abnormality Distribution und Sevared Records für die USA. Die 2007 gegründeten HELLCRAFT aus der Ukraine werden dadurch sicherlich einem breiterem Publikum zugänglich gemacht. Doch braucht man deren Zweitwerk unbedingt?

Ehrlich gesagt: Nein. „Tyranny Of The Middle Ages“ ist sicherlich ein solides Death Metal Album mit gelegentlichen Thrash Momenten. Irgendwo zwischen Deranged, Desecration und Merciless Terror kommen dabei auch ein paar ordentliche Songs raus. Doch insgesamt klingen die 40 Minuten etwas zu trocken und gleichförmig.

Natürlich zehrt der suboptimale Sound mit seinem begrenzten Dynamikumfang am Hörgenuss. Bass? Hört man nicht. Gitarren klingen etwas charakterlos und die Drums wirken fast synthetisch programmiert. Auch wenn der Gesang sicherlich besser abgemischt sein könnte, macht er noch den besten Eindruck. Ja, zuweilen erinnern die Schreie und einige Growls sogar etwas an Chris Barnes. Ist okay.

Wenn etwas mehr Thrash oder gar griffigere, melodischere Riffs mal aus dem Schema-F ausbrechen, dann klingen HELLCRAFT mitunter am besten. Doch diese Stilmittel verwenden sie eigentlich erst ab dem vierten Track, weswegen ein Einstieg in das Album eher unangenehm ist. Und die konsequente Verwendung von muttersprachlichen Liedtiteln und Texten, macht das Beschreiben der Musik auch nicht gerade zum Tortenessen… An sich mag ich es eigentlich, dass die Band in einer anderen, exotischeren Sprache als diesem ollen Englisch singt. So richtig hört man es am Ende jedoch nicht heraus.
Das misslungenste Experimente der Scheibe ist aber die abschließende Nummer. Die schleppt sich recht langweilig daher und lockt gar zum vorzeitigen beenden der CD… Dann schon lieber die Nummer-Sicher mit der donnernden Doublebass und fettem Riff. „Поглощение„, oder wie war das?

Der beste Song ist „Hunger„, der auch auf Youtube zum anhören steht. An dessen Qualität kommen die anderen Lieder meist nicht ran. Eine handvoll Tracks haben ähnliches Niveau, eine handvoll ist aber auch eher unspektakulär. Und am Ende ist „Tyranny Of The Middle Ages“ lediglich ein durchschnittliches Death Metal-Album in einer unglaublichen Masse an Veröffentlichungen…

Infos:
Rebirth The Metal Productions – 2014
CD – 10 Lieder / 39:49 Min.
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