Enthrallment – The Voice Of Human Perversity


Enthrallment - The Voice Of Human PerversityENTHRALLMENT sind seinerzeit mit ihrem Debüt „Smashed Brain Collection“ mächtig in meiner Anlage eingeschlagen. Doch seither habe ich die Bulgaren etwas aus den Augen, respektive Ohren verloren. Mein letzter Kontakt war nebenläufiger Konsum von „Immerse Into The Bloody Bliss„, dem zweiten Album von 2008. Irgendwie zündete es aber nicht direkt, vielleicht waren die Erwartungen etwas zu Hoch gesteckt. Schlussendlich verpasste ich den 2012er-Output „People from the Lands of Vit„. Glücklicherweise habe ich aber wieder meine Nase an die Band und ihr neuestes Full-Length bekommen! Durch Rebirth The Metal, wo „The Voice Of Human Perversity“ im Februar 2014 erschien. Vielen Dank dafür!

Wo die letzten beiden Platten gänzlich aus meiner Beachtung fielen, knüpft der vierte Langspieler nahtlos an die Stärken von „Smashed Brain Colllection“ an. Death Metal, der keinen Trends folgt, sich jedweder angesagter Attribute wie „brutal“, „technical“, „retro“, „oldschool“, „ranzig“ oder „okkult“ entbehrt, sondern schlicht und schnörkellos auf die Fresse haut. Geradlinig, griffig und brutal, wie es eins Cannibal Corpse mit „The Bleeding“ vorgemacht haben. Die große Hitdichte des Klassikers fehlt auf „The Voice Of Human Perversity“ zwar etwas, aber dennoch gibt es durchweg gute Songs, die stellenweise sogar ein bisschen von besagter Kult-Scheibe geprägt wurden…

Vielleicht spricht da auch nur der ambitionierte Musik-Nerd aus mir. Aber „Rove In Hell“ hat schon ein wenig Einschlag von „Staring Through The Eyes Of The Dead„. Zumindest in der Gesangsintonation. Vielleicht auch im Grundvibe. Und vielleicht auch überhaupt. Diese Wendung rettet den Track, denn dessen Anfang ist – gelinde gesprochen – langweilig. Glücklicherweise ist diese erste Minute der Nummer auch der einzig wirklich schwache Moment des Albums! Ansonsten gibt es New York Brutality im besten Suffocation-Style – alleine der wunderschön knarzende Bass ist ein Traum! – vermengt mit gelegentlicher Immolation-Atmosphäre, punktuellem Desecration Thrash’n Blast und der Variationsfreudigkeit von Severe Torture, zu denen man sowohl zu Frühwerken wie auch aktuellen Sachen deutliche Paralllelen findet.

Der Anfang von „The Voice Of Human Perversity“ ist noch ein bisschen straighter und direkter. „Mummified Ante Morte“ oder „Tones Of Gladness“ zeigen aber auch, dass ENTHRALLMENT gerne auch etwas anspruchsvoller und technischer können. Spätestens mit den unheilvolleren „Madness Coloured In Light“ oder „Tools Of Suicide“ wird dann die breite Palette vollständig abgedeckt.

Wer ein gut gemachtes Death Metal Album ohne Trends, ohne Selbstdarstellung, ohne überflüssigen Ballast, sondern mit handfesten Songs und ordentlich Schmackes sucht, sollte ENTHRALLMENT eine Chance geben! Dank Soundcloud kann man „The Voice Of Human Perversity“ komplett online anhören. Derweil man in Übersee eine CD von Sevared Records (Distribution USA) oder Grindhead Records (Label für Australasien) bekommt, ist hierzulande Rebirth The Metal Productions der richtige Ansprechpartner. Der Tonträger kommt mit angebrachter Aufmachung. Im achtseitigen Booklet stehen alle Texte, ist ein Bandfoto und so weiter.

Infos:
Rebirth The Metal Productions – 2014
CD – 8 Lieder / 33:39 Min.
http://www.enthrallment.eu/
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https://www.facebook.com/rebirththemetalproductions