Burning Butthairs – Dirty Sanchez

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Burning Butthairs - Dirty SanchezEigentlich könnte ich mir jedwede Worte sparen, das Cover-„Artwork“ spricht schon Bände. Direkt auf den ersten Blick weiß der geneigte Hörer, was ihn erwartet: Stumpfer Death-Grind mit Einschlägen aus Gore/Porn, irgendwo zwischen Vulgarität und „Humor“. Dabei sind die Protagonisten in der Szene keine unbekannten mehr, BURNING BUTTHAIRS sind nun seit 2001 unterwegs und haben schon einige Shows abgerissen. „Dirty Sanchez“ ist nunmehr ihr zweites Album, das über Rebirth The Metal Productions (Deutschland) und Satanath Records (Russland) in die öbszöne Menge gehauen wird.

Richtig Spaß machen die 40 Minuten allerdings nicht. Abgesehen davon, dass die Spieldauer für die stumpfe Dauerbeschallung mit primitivem Death-Grind eh ziemlich anstrengend ist, entbehren sich BURNING BUTTHAIRS konsequent richtig guter Songs. Da mag sicherlich auch der Drumcomputer eine große Rolle spielen, der den Lieder viel Charakter und Dynamik raubt, sie in ein vorprogrammiertes Korsett zwängt.

Doch auch abseits des synthetischen Schlagzeugers ist „Dirty Sanchez“ nicht sonderlich spektakulär. Es ist wie Depression ohne Groove und Rock’n Roll. Wie Embalming Theatre ohne Punk und den offensichtlichen Humor in der Musik. Wie Impetigo ohne Charme. Mechetazo auf richtig plump und stumpf. Wie Ultimo Mondo Cannibale ohne Harmonizer. Oder zumindest mit weniger. Denn gelegentlich verwenden die BURNING BUTTHAIRS auch dieses Werkzeug und überschreiten dann die schmale Grenze zwischen Gore- und Porngrind etwas deutlicher.

Dabei kommen dann so Ufta-Ufta Grunz-Polka „Granaten“ wie „The Rostov Ripper“ (was noch am meisten nach Embalming Theatre klingt), „The Milwaukee Cannibal„, „Wichst In Meine Wunden“ oder, oder, oder bei rum. Alles langweiliger Stumpfsinn ohne großen Unterhaltungswert. In seinem Anfang ist „Triebgesteuert“ wenigstens noch halbwegs witzig, wenn Debaucherys „Blood For The Bloodgod“ verwurstet wird. Aber das war wohl der einzige Schmunzelmoment auf „Dirty Sanchez“. Die verwendeten Samples um frivole Hühnerficker oder die „Auddeeigs“ (lies: Outtakes) mit Lokalcholorit hatten nicht annähernd ähnliche humoristische Qualität.

Wer dem Mikrogenre zwischen simplen Death Metal, Gore- und Porngrind nicht abgeneigt ist, bekommt aber auch ein paar nette Songs auf „Dirty Sanchez“ geboten. „Bizarre Killer“ oder „Butchered Raped Tochter“ sind vergleichsweise gute Lieder. Das Highlight des Albums kann man sich sogar auf Bandcamp anhören: „Die Axt In Dein Gesicht„. Leider spricht die Nummer nicht für die ganzen 40 Minuten des Albums.

Infos:
Rebirth The Metal Productions – 2013
CD – 16 Lieder / 40:47 Min.
https://www.facebook.com/burningbutthairs.official
http://rebirththemetalproductions.bandcamp.com/album/burning-butthairs-dirty-sanchez-promo
https://www.facebook.com/rebirththemetalproductions
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