Necrosphere – Viral Resurrection


Necrosphere - Viral ResurrectionNECROSPHERE sind nicht so frisch, wie man annehmen möchte. Auch wenn jüngst am 25. Jänner 2014 ihr erstes Lebenszeichen „Viral Resurrection“ erschien, gibt es die Band bereits seit 2011. Anfang 2012 folgte der erste Gig und fortan wurde Geld für den Studiobesuch gesammelt. Im Frühjahr 2013 war es dann soweit, die Siegener nahmen fünf Lieder im Marburg Studio auf. Und auch die weitere Reise war D-Y-I; ein Label suchten NECROSPHERE nicht, sondern veröffentlichten ihre MCD professionell selber.

Neben einem durchaus gut gemachten Artwork mit der typischen Zombie’n Gore-Thematik, gibt es im vier Seitigen Booklet die Liedtexte und nötigen Informationen rund um den gepressten Silberling. Für das Package um die gut 17 Minuten Musik, sind die veranschlagten 6 Euro mehr als fair, NECROSPHERE bieten hier Value for Money. Warum aber eine Hundeschule eine Death Metal CD sponsort, das ist wohl das große Mysterium hinter „Viral Resurrection„….

Musikalisch geht es straight zur Sache. Death Metal, wie gesagt. Nicht auf aktuellen Retro-Wellen, nicht übertrieben Technical oder Slam, auch wenn die MCD Spuren von diesen Genren enthalten kann. Doch im Endeffekt ist es moderner Death Metal. Nicht mehr, nicht weniger. Der Interpretation von Abysmal Dawn oder Ichor nicht ganz unähnlich. Vielleicht nicht ganz so verspielt, dafür aber mit anderen Eigenschaften, die „Viral Ressurection“ durchaus unterhaltsam machen.

Dezente Slam-Momente in „Thy Flesh Consumed“ oder am Anfang von „Where Agony Prevails“ steigern den Härtegrad. Doch gerade letztgenannter Song schwenkt mit seinem tonnenschweren Groove auch etwas in die melancholische Ecke, zeigt mit reitenden Stakkatos einen gewissen technischen Anspruch. Dazu kommt etwas früh-2000er Brutal Death/Death-Grind Charme in „Endcased in Lifeless Skin“ und überraschend melodische, aber durchaus gelungene Ideen im Titeltrack. Als kleinen Bonus, gibt es in den Gangshouts und dem Wechselgesang von „Thy Flesh Consumed“ einen Gastauftritt von Fernando Thielman (Milking The Goatmachine, Carnal Ghoul). Und schon ist die Scheibe vorbei, ohne einen Funken Langeweile.

Dabei könnten sich NECROSPHERE aber ruhig etwas mehr trauen. Die Ideen sind noch recht unspektakulär, auch wenn die Ausführung grundsolide ist. Es fehlt aber insgesamt etwas an diesen prägnanten Punkten und Überraschungen, die sie der Song „Viral Resurrection“ bietet. In der Kombination aus flinkem Geballer, recht kompromisslogem Schrammelriff und plötzlicher Melodie-Keule, sticht die Nummer einfach stark hervor und bleibt in Erinnerung.

Doch es ist das erste Lebenszeichen. Da dürfen ein paar Schwächen sein. Denn das Potential ist erkennbar, der Sound erfrischend trendfrei, in einer aktuell gänzlich unangesagten Interpretation des Genres. Man darf gespannt sein, wohin die Reise für NECROSPHERE noch führt. Wer modernen Death Metal wie Aborted, Abysmal Dawn, Ichor und sofort gerne hört, sollte die Band mit dem Obulus für die CD unterstützen. Für 13 Euro gibt es zusätzlich noch ein Shirt. Wenn das mal kein feiner Deal ist?

Infos:
Eigenproduktion – 25. Januar 2014
CD – 5 Lieder / 17:35 Min.
http://necrosphere.bigcartel.com/
https://www.facebook.com/NecrosphereBand